Geschäftspartnerin soll Nvidia-Chef für China ausspioniert haben

China soll anscheinend eine Managerin aus dem direkten geschäft­lichen Umfeld von Nvidia-Boss Jen-Hsun Huang auf ihn selbst ange­setzt haben. Die Frau aus Singapur hat nach Meinung der US-Geheimdienste Informationen an chinesische Kontakte weitergereicht.
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Nvidia
  • China versucht laut Berichten, Geschäftsgeheimnisse von Nvidia zu erlangen
  • Nvidia-Chef Huang traf mehrfach eine verdächtige Managerin aus Singapur
  • Der Frau wird die illegale Weitergabe von US-Konzerninformationen vorgeworfen
  • Megaspeed soll verbotene KI-Chips im Milliardenwert nach China geliefert haben
  • Der US-Konzern Nvidia bestreitet den Abfluss von heiklen Geschäftsgeheimnissen
  • Präsident Trump wusste laut US-Geheimdiensten Bescheid und griff nicht ein

Nvidia-Chef traf verdächtige Managerin mehrfach

Laut einem US-Medienbericht versucht China offenbar an Geschäftsgeheimnisse von Nvidia zu gelangen. Dabei gibt man sich nicht damit zufrieden, niedere Angestellte ins Visier zu nehmen, sondern setzt direkt bei Konzernchef Jen-Hsun Huang an. Angeblich soll sogar US-Präsident Trump über das Vorgehen Bescheid wissen, aber nichts unternommen haben.

Laut einem Bericht der Zeitung New York Times gehen US-Geheimdienste davon aus, dass die führende Managerin eines in Singapur ansässigen KI-Unternehmens namens Megaspeed Informationen an China weitergegeben hat. Die amerikanischen Stellen wüssten bereits seit mehr als einem Jahr von den Aktivitäten der verdächtigen Person und hätten sogar den aktuellen US-Präsidenten darüber informiert.


Die unter dem Verdacht einer Agententätigkeit stehende Person soll enge geschäftliche Beziehungen zu Nvidia-CEO Huang pflegen. Bei ihrer Arbeit für die KI-Firma aus Singapur soll sie auch dafür mitverantwortlich sein, dass Nvidia-Produkte im Wert von zwei Milliarden Dollar (etwa 1,7 Milliarden Euro), die eigentlich einem Export-Verbot unterliegen, nach China geliefert wurden.

Nvidia sieht kein Problem

Nvidia widersprach in einer Stellungnahme gegenüber Tom's Hardware den in dem Artikel der New York Times geäußerten Vermutungen der dort zitierten Quellen. Es sei für die Aufsichtsratsvorsitzende der Firma Megaspeed nicht ungewöhnlich, sich mit dem Nvidia-Chef zu treffen, wie es bei zahlreichen anderen Abnehmern von Cloud-Produkten der Fall sei.

In ihrer Rolle bei dem Unternehmen soll die Managerin die gleichen "gewöhnlichen Business-Informationen" erhalten, die auch andere regionale Cloud-Partner erhalten, hieß es weiter. Dabei handele sich nicht um Geschäftsgeheimnisse von Nvidia oder gar Themen, die für die nationale Sicherheit der USA von Relevanz seien. Man gehe davon aus, dass die US-Regierung dem Unternehmen mitteilen würde, wenn der Nvidia-Chef Kontakt zu Personen habe, die in dem Verdacht stehen, eine Gefahr für die amerikanische Industrie darzustellen, so die Firma.

Die Managerin aus Singapur soll ins Visier der US-Geheimdienste geraten sein, weil das US-Handelsministerium bei einer Kontrolle eines Rechenzentrums in Singapur feststellte, dass dort massenhaft KI-Chips von Nvidia noch vollständig verpackt gelagert wurden. Dadurch entstand der Verdacht, dass die KI-GPUs, die Megaspeed direkt von Nvidia eingekauft hatte, nach China weiterverkauft werden sollten.

US-Präsident Trump soll bereits seit mehr als einem Jahr über die Aktivitäten der Geschäftsfrau aus Singapur informiert gewesen sein. Er habe sich aber entschieden, in dem Fall nichts weiter zu unternehmen. Möglicherweise wollte Trump die Beziehungen zu China nicht belasten oder zumindest die Verkäufe von Nvidia nicht negativ beeinflussen, so der Bericht.

Siehe auch:
Roland Quandt

Redakteur für Smartphones & Leaks

Seine Vorabberichte zu neuen Smartphones greifen Tech-Medien in aller Welt auf. Schwerpunkte: Samsung Galaxy, Google Pixel, Prozessoren und Windows.

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