Anklage: Nvidia-Manager soll KI-Server nach China geschmuggelt haben
Taiwan hat neun Personen wegen illegaler Exporte hochmoderner KI-Server nach China angeklagt. Unter den Beschuldigten sollen sich ein leitender Nvidia-Manager sowie zwei in Taiwan tätige Mitarbeiter des Serverherstellers Supermicro befinden.
Im Zentrum der Ermittlungen stehen 130 B300-Server. Nach Erkenntnissen der taiwanischen Behörden sollten gefälschte Unterlagen den Eindruck erwecken, sämtliche Systeme seien in Taiwan installiert und dort im Einsatz. Tatsächlich wurden 74 Server nach China geschmuggelt. Die Ausfuhr von weiteren 56 Geräten konnte verhindert werden, nachdem der taiwanische Zoll Unregelmäßigkeiten festgestellt hatte.
Die Untersuchung wurde nach einem US-Verfahren gegen den Supermicro-Mitgründer Wally Liaw ausgeweitet. Er war im März festgenommen worden, weil er seit 2024 an der illegalen Weiterleitung von KI-Servern im Wert von rund 2,5 Milliarden Dollar nach China beteiligt gewesen sein soll. Taiwanische Ermittler untersuchten daraufhin mögliche Verbindungen zu dem Fall.
Supermicro erklärte, mit den taiwanischen Behörden zusammenzuarbeiten. Das Unternehmen betonte zugleich, selbst nicht Ziel der Ermittlungen zu sein. Eine interne Untersuchung hatte bereits zur Entlassung mehrerer Mitarbeiter geführt, die mit dem China-Geschäft in Verbindung gebracht wurden. Die aktuelle Untersuchung belastet nun offenbar auch Nvidia-Manager.
Washington versucht derzeit, nicht nur direkte Lieferungen von KI-Hardware nach China zu unterbinden, sondern auch den Zugriff chinesischer Unternehmen auf entsprechende Rechenleistung über Rechenzentren in Drittstaaten einzuschränken. Ein geplantes US-Gesetz könnte deshalb zukünftig auch cloudbasierte Fernzugriffe auf bestimmte Hardware und Software unter die Exportkontrollen stellen. Damit soll eine Lücke geschlossen werden, über die chinesische Unternehmen weiterhin auf leistungsfähige Nvidia-Systeme zugreifen können.
Siehe auch:
Zoll konnte eingreifen
Die Beschuldigten sollen Dokumente gefälscht haben, um die Umgehung der US-Exportbeschränkungen zu verschleiern, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Staatsanwaltschaft im taiwanischen Keelung bestätigte die Anklagen wegen Vertrauensbruchs und Urkundenfälschung, nannte jedoch keine Namen. Ein weiterer Verdächtiger wird in einem damit verbundenen Verfahren gesucht. Ihm wird vorgeworfen, Gelder von einem Vertriebspartner abgeschöpft zu haben, der beim Zugang chinesischer Kunden zu Nvidia-Chips, die unter Exportkontrolle fallen, geholfen haben soll.Im Zentrum der Ermittlungen stehen 130 B300-Server. Nach Erkenntnissen der taiwanischen Behörden sollten gefälschte Unterlagen den Eindruck erwecken, sämtliche Systeme seien in Taiwan installiert und dort im Einsatz. Tatsächlich wurden 74 Server nach China geschmuggelt. Die Ausfuhr von weiteren 56 Geräten konnte verhindert werden, nachdem der taiwanische Zoll Unregelmäßigkeiten festgestellt hatte.
Die Untersuchung wurde nach einem US-Verfahren gegen den Supermicro-Mitgründer Wally Liaw ausgeweitet. Er war im März festgenommen worden, weil er seit 2024 an der illegalen Weiterleitung von KI-Servern im Wert von rund 2,5 Milliarden Dollar nach China beteiligt gewesen sein soll. Taiwanische Ermittler untersuchten daraufhin mögliche Verbindungen zu dem Fall.
Supermicro erklärte, mit den taiwanischen Behörden zusammenzuarbeiten. Das Unternehmen betonte zugleich, selbst nicht Ziel der Ermittlungen zu sein. Eine interne Untersuchung hatte bereits zur Entlassung mehrerer Mitarbeiter geführt, die mit dem China-Geschäft in Verbindung gebracht wurden. Die aktuelle Untersuchung belastet nun offenbar auch Nvidia-Manager.
USA weiten Sanktionen aus
Nach Angaben der taiwanischen Staatsanwaltschaft wussten die Beschuldigten, dass Nvidia und Supermicro strenge interne Kontrollen für Geschäfte mit China unterhalten. Trotzdem sollen sie auf verschiedenen Ebenen zusammengearbeitet und dabei erhebliche Gewinne erzielt haben.Washington versucht derzeit, nicht nur direkte Lieferungen von KI-Hardware nach China zu unterbinden, sondern auch den Zugriff chinesischer Unternehmen auf entsprechende Rechenleistung über Rechenzentren in Drittstaaten einzuschränken. Ein geplantes US-Gesetz könnte deshalb zukünftig auch cloudbasierte Fernzugriffe auf bestimmte Hardware und Software unter die Exportkontrollen stellen. Damit soll eine Lücke geschlossen werden, über die chinesische Unternehmen weiterhin auf leistungsfähige Nvidia-Systeme zugreifen können.
Zusammenfassung
- Taiwan klagt neun Personen wegen illegaler KI-Exporte nach China an
- Unter den Beschuldigten sind Mitarbeiter von Nvidia und Supermicro
- Gefälschte Dokumente dienten der Umgehung von US-Exportbeschränkungen
- Der taiwanische Zoll verhinderte den Export von 56 weiteren Servern
- Supermicro kooperiert mit Behörden und entließ bereits Mitarbeiter
- USA planen schärfere Kontrollen für cloudbasierte KI-Fernzugriffe
Siehe auch:
Nvidia Aktienkurs in Euro
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