ADAC schlägt Alarm: Notbremsassistenten übersehen viele Kinder
Aktuelle Notbremsassistenten weisen bei Dunkelheit gravierende Schwächen auf. Eine ADAC-Studie mit sechs Neuwagen zeigt, dass die Systeme Personen in stark reflektierender Kleidung oft nicht rechtzeitig erkennen. Besonders Kinder sind gefährdet.
Während alle Testautos einen erwachsenen Dummy mit Warnweste problemlos erkannten und eine Kollision verhinderten, zeigten sich bei genormter Arbeitsbekleidung Ausfälle. Personen wie Straßenwärter oder Rettungskräfte wurden oft zu spät wahrgenommen.
Besonders kritisch ist das Verhalten bei Kindern. Trugen die Dummys dunkle Kleidung, reagierten die Systeme zuverlässig. Sobald ein Kinderdummy jedoch mit reflektierenden Textilien und einem Schulranzen ausgestattet war, versagten fast alle Notbremsassistenten.
Dass eine korrekte Erkennung technisch machbar ist, bewies im Testfeld lediglich der Mercedes CLA. Er erfasste als einziges Fahrzeug ein reflektierend gekleidetes Kind, das hinter einem parkenden Auto auf die Fahrbahn lief, und verhinderte den Zusammenstoß. Die Überprüfung solcher Szenarien ist weder gesetzlich vorgeschrieben noch Teil etablierter Verfahren wie Euro NCAP. Diese testen Notbremsassistenten zwar seit 2016 bei Nacht, klammern unterschiedliche Kleidungsarten aber bislang aus.
Die Polizei empfiehlt, sich in der dunklen Jahreszeit gut sichtbar zu machen:
Verlasst ihr euch im Alltag auf die Assistenzsysteme eures Autos oder fahrt ihr bei Nacht ohnehin besonders vorsichtig? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren mit uns!
Siehe auch:
- Sechs Neuwagen zeigten im ADAC-Test Schwächen bei nächtlicher Notbremsung
- Reflektierende Arbeitskleidung wurde bei Dunkelheit oft zu spät erkannt
- Kinder mit Ranzen und Reflektoren wurden von fast allen Autos übersehen
- Als einziges Fahrzeug bestand der Mercedes CLA diesen kritischen Testfall
- Der ADAC vermutet Fehler bei der Software zur Erkennung von Personen
- Hersteller sollten die Systeme zeitnah mit Softwareupdates nachbessern
Schwächen bei Dunkelheit
Notbremsassistenten in aktuellen Fahrzeugen weisen bei Nacht gravierende Erkennungsprobleme auf. Bei Dunkelheit erfassen die Systeme Personen mit stark reflektierender Kleidung häufig gar nicht oder leiten den Bremsvorgang zu spät ein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung mit sechs Neuwagen, nämlich Tesla Model Y, BYD Seal, Hyundai Tucson, Dacia Duster, Opel Astra sowie Mercedes CLA.Während alle Testautos einen erwachsenen Dummy mit Warnweste problemlos erkannten und eine Kollision verhinderten, zeigten sich bei genormter Arbeitsbekleidung Ausfälle. Personen wie Straßenwärter oder Rettungskräfte wurden oft zu spät wahrgenommen.
Besonders kritisch ist das Verhalten bei Kindern. Trugen die Dummys dunkle Kleidung, reagierten die Systeme zuverlässig. Sobald ein Kinderdummy jedoch mit reflektierenden Textilien und einem Schulranzen ausgestattet war, versagten fast alle Notbremsassistenten.
Software als Fehlerquelle
Wie der ADAC in einer aktuellen Studie erklärt, liegt die Ursache vermutlich nicht bei den verbauten Sensoren. Die Auswertungen deuten vielmehr auf Schwächen bei der automatischen Klassifizierung der Verkehrsteilnehmer durch die Software hin. Die Systeme erkennen Menschen mit bestimmter reflektierender Kleidung offenbar nicht zuverlässig als Fußgänger. Der Automobilclub fordert die Hersteller zu schnellen Nachbesserungen auf, die sich in vielen Fällen per Softwareupdate umsetzen lassen dürften.Dass eine korrekte Erkennung technisch machbar ist, bewies im Testfeld lediglich der Mercedes CLA. Er erfasste als einziges Fahrzeug ein reflektierend gekleidetes Kind, das hinter einem parkenden Auto auf die Fahrbahn lief, und verhinderte den Zusammenstoß. Die Überprüfung solcher Szenarien ist weder gesetzlich vorgeschrieben noch Teil etablierter Verfahren wie Euro NCAP. Diese testen Notbremsassistenten zwar seit 2016 bei Nacht, klammern unterschiedliche Kleidungsarten aber bislang aus.
Tipps für mehr Sichtbarkeit
Für den Straßenverkehr bedeutet das, dass die Verantwortung weiterhin vollständig beim Menschen am Steuer liegt. Autofahrer müssen besonders bei Dunkelheit vorausschauend fahren und jederzeit bremsbereit sein. Gleichzeitig rät der ADAC Fußgängern dringend davon ab, wegen der Assistenz-Schwächen auf Warnkleidung zu verzichten. Der Schutz durch die bessere Sichtbarkeit für das menschliche Auge überwiegt das Risiko, dass ein Notbremsassistent nicht oder zu spät reagiert, deutlich.Die Polizei empfiehlt, sich in der dunklen Jahreszeit gut sichtbar zu machen:
- Helle Kleidung erhöht die Sichtbarkeit auf rund 40 Meter, dunkel gekleidete Personen werden oft erst ab 25 Metern erkannt.
- Reflektierendes Material steigert die Sichtweite auf bis zu 140 Meter.
- Für Fahrradfahrer können auch Speichenreflektoren und Katzenaugen sinnvoll sein.
- Auch Kinderwagen, Rollstühle, Rollatoren und Hunde sollten mit Reflektoren ausgestattet werden.
Verlasst ihr euch im Alltag auf die Assistenzsysteme eures Autos oder fahrt ihr bei Nacht ohnehin besonders vorsichtig? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren mit uns!
Siehe auch:
- Gefahr im Auto: ADAC warnt vor gravierenden Mängeln bei Warnwesten
- Spritpreis-Bremse ohne Wirkung: ADAC fordert hartes Eingreifen
- Massive Preiserhöhung: So viel zahlen ADAC-Mitglieder wohl bald mehr
- Klimaanlage im Auto: ADAC verrät die häufigsten Fehler bei der Nutzung
- ADAC-Dauertest: Akku des VW ID.3 überrascht nach 160.000 km
Thema:
Stefan TrunzikLeitender Redakteur bei WinFuture.de
IT-Journalist seit 2003, der Hardware, Spiele und Gadgets selbst im Alltag testet. Sein Fokus liegt auf Kaufberatung und Verbraucherthemen.
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