Immer raffinierter: Teure Datacenter-Technik beim Transport gestohlen
Kriminelle stehlen zunehmend hochwertige Rechenzentrumstechnik beim Transport und setzen dabei digitale Angriffsmethoden ein. Seit Juni haben Täter allein in den USA nach Recherchen von NBC News Ladungen im Wert von mehr als 100 Mio. Dollar erbeutet.
Anders als bei vielen klassischen Ladungsdiebstählen gehen die Täter inzwischen planvoll und technisch versiert vor. Nach Angaben von Branchenexperten hacken sie zunächst Konten von Frachtvermittlern auf Online-Plattformen und veröffentlichen gefälschte Transportaufträge. Reagieren Speditionen darauf, verschicken die Kriminellen schädliche Links, über die sie Zugang zu deren Konten erhalten. Damit können sie anschließend auf echte Frachtangebote bieten und lukrative Lieferungen übernehmen.
Teilweise werden ahnungslose Fahrer für den Transport angeheuert. In anderen Fällen nutzen die Täter gefälschte Führerscheine, um Komplizen als Fahrer einzuschleusen. Diese holen dann die Fracht beim Auftraggeber ab, transportieren sie aber nicht zum Ziel, sondern stehlen sie und verkaufen sie weiter. Zu den begehrten Waren zählen Server, Glasfaserkabel, Speicherchips, Kupferleitungen und Maschinen für das Bitcoin-Mining.
Wie wertvoll die Beute sein kann, zeigen mehrere Fälle aus den USA. In Illinois verschwanden Kupferkabel im Wert von rund 300.000 Dollar (etwa 258.000 Euro) sowie maßgefertigte Stromversorgungssysteme für Rechenzentren im Wert von etwa einer Million Dollar (etwa 860.000 Euro).
Seit 2025 wurden laut dem Bericht knapp zwei Dutzend entsprechende Frachtdiebstähle unter anderem in Kalifornien, Texas und Utah registriert. Die gestohlene Technik landet häufig nicht auf gewöhnlichen Online-Marktplätzen. Stattdessen werden Komponenten zerlegt und über inoffizielle Handelskanäle verkauft. Teilweise sollen Abnehmer im Ausland bereits vor dem Überfall feststehen.
Sicherheitsexperten fordern deshalb strengere Hintergrundprüfungen und eine sorgfältigere Überprüfung von Geschäftspartnern. Gerade unter Zeitdruck würden Transporte häufig zu schnell vergeben. Die zunehmende Digitalisierung allein biete keinen ausreichenden Schutz, wenn Kriminelle auch Ortungssysteme und Identitätsnachweise manipulieren könnten.
Siehe auch:
- Kriminelle kapern Frachtkonten und fälschen Identitäten für Diebstähle
- Begehrt sind vor allem Servertechnik, Kupferkabel sowie Bitcoin-Miner
- In den USA erbeuteten Täter bei Überfällen Waren im Wert vieler Millionen
- Zum Verschleiern der Lkw-Standorte kommen auch GPS-Spoofer zum Einsatz
- Die Beute wird oft zerlegt und über inoffizielle Kanäle weltweit verkauft
- Experten fordern strengere Kontrollen bei der Vergabe von Transporten
Vermeintliche Fahrer übernehmen Fracht
Die Diebe betreiben einigen Aufwand, um an die wertvolle Fracht zu gelangen. Sie manipulieren Frachtvermittler, übernehmen Konten von Speditionen, fälschen Fahreridentitäten und greifen teilweise sogar Sicherheitspersonal an. Ermittler warnen, dass derartige Überfälle mit dem Ausbau der KI-Infrastruktur weiter zunehmen könnten.Anders als bei vielen klassischen Ladungsdiebstählen gehen die Täter inzwischen planvoll und technisch versiert vor. Nach Angaben von Branchenexperten hacken sie zunächst Konten von Frachtvermittlern auf Online-Plattformen und veröffentlichen gefälschte Transportaufträge. Reagieren Speditionen darauf, verschicken die Kriminellen schädliche Links, über die sie Zugang zu deren Konten erhalten. Damit können sie anschließend auf echte Frachtangebote bieten und lukrative Lieferungen übernehmen.
Teilweise werden ahnungslose Fahrer für den Transport angeheuert. In anderen Fällen nutzen die Täter gefälschte Führerscheine, um Komplizen als Fahrer einzuschleusen. Diese holen dann die Fracht beim Auftraggeber ab, transportieren sie aber nicht zum Ziel, sondern stehlen sie und verkaufen sie weiter. Zu den begehrten Waren zählen Server, Glasfaserkabel, Speicherchips, Kupferleitungen und Maschinen für das Bitcoin-Mining.
Wie wertvoll die Beute sein kann, zeigen mehrere Fälle aus den USA. In Illinois verschwanden Kupferkabel im Wert von rund 300.000 Dollar (etwa 258.000 Euro) sowie maßgefertigte Stromversorgungssysteme für Rechenzentren im Wert von etwa einer Million Dollar (etwa 860.000 Euro).
Auch klassischer Raub
In einem anderen Fall wurde hingegen der Transport auf der Straße abgefangen und ein Fahrzeug mit zusätzlichem Sicherheitspersonal gerammt. Der LKW verschwand, und um seinen Standort zu verschleiern, setzten die Angreifer GPS-Spoofer ein. Bei diesem Vorfall wurde Servertechnik im geschätzten Wert von 13 Millionen Dollar (etwa 11,2 Millionen Euro) entwendet.Seit 2025 wurden laut dem Bericht knapp zwei Dutzend entsprechende Frachtdiebstähle unter anderem in Kalifornien, Texas und Utah registriert. Die gestohlene Technik landet häufig nicht auf gewöhnlichen Online-Marktplätzen. Stattdessen werden Komponenten zerlegt und über inoffizielle Handelskanäle verkauft. Teilweise sollen Abnehmer im Ausland bereits vor dem Überfall feststehen.
Sicherheitsexperten fordern deshalb strengere Hintergrundprüfungen und eine sorgfältigere Überprüfung von Geschäftspartnern. Gerade unter Zeitdruck würden Transporte häufig zu schnell vergeben. Die zunehmende Digitalisierung allein biete keinen ausreichenden Schutz, wenn Kriminelle auch Ortungssysteme und Identitätsnachweise manipulieren könnten.
Siehe auch:
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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