Linux-Vater Torvalds: KI zum Programmieren ist eine "Einstiegsdroge"
Linus Torvalds sieht den Einsatz von KI beim Programmieren durchaus positiv. Auf dem Open Source Summit Europe erklärte der Linux-Erfinder, warum die Werkzeuge vor allem Einsteigern helfen können und wo die Grenzen bei wichtigen Projekten liegen.
Als Torvalds um 1981 mit dem Programmieren begann, waren Computer und Software wesentlich simpler aufgebaut. Heutzutage sei die Qualität in der professionellen Entwicklung derart hoch, dass junge Programmierer oft von den ersten eigenen Ergebnissen enttäuscht seien. KI-Werkzeuge könnten laut Torvalds die Einstiegshürde senken und Anfängern Dinge ermöglichen, mit denen sie sonst große Mühe hätten.
Torvalds selbst greife bei Themen auf das Hilfsmittel zurück, bei denen er wenig Expertise besitze. Für ein privates Gitarrenpedal-Projekt ließ er sich etwa eine Benutzeroberfläche generieren, wie ZDNET berichtet. So schrieb er die Software zunächst in C. Da das Ergebnis jedoch altmodisch aussah und er Java nicht nutzt, bat er ein entsprechendes KI-Tool um ein moderneres Design. Das anfängliche Resultat beschrieb Torvalds als furchtbar, bis er der KI seinen bestehenden Code als Grundlage zeigte.
Auf dem jüngsten Kernel Maintainer Summit drehten sich daher drei Viertel der Diskussionen darum, wie sich der verursachte Stress reduzieren lässt. Um die Flut an maschinell erstellten Code-Vorschlägen zu bewältigen, setzen die Verantwortlichen zunehmend auf automatisierte Überprüfungssysteme, sodass letztlich KI-Bots die Arbeit anderer KI-Bots kontrollieren.
Nach einem Lizenzstreit im Jahr 2005 schrieb Torvalds innerhalb von elf Tagen die erste funktionierende Version der Open-Source-Alternative Git. Heute wird das System laut einer Umfrage aus dem Jahr 2022 von fast 97 Prozent der professionellen Entwickler genutzt. Der Entwicklungszyklus von Linux verläuft mittlerweile in einem festen Rhythmus von neun bis zehn Wochen. Demnächst wird der stabile Linux-Kernel in Version 7.3 erwartet.
Nutzt ihr KI-Tools für bestimmte Aufgaben beim Programmieren oder verlasst ihr euch lieber komplett auf handgeschriebenen Code? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren.
Siehe auch:
- Linus Torvalds sieht KI als "Einstiegsdroge" für junge Software-Entwickler
- Für Programmieranfänger können solche Werkzeuge hohe Einstiegshürden senken
- Privat nutzt der Entwickler KI-Systeme gezielt in Gebieten ohne Expertise
- Maschinell erstellte Fehlerberichte überlasten derzeit das Linux-Team
- Automatisierte Prüfsysteme sollen die Flut an fremden KI-Patches mindern
KI als Hilfe für den Nachwuchs
Linus Torvalds hatte sich in den letzten Monaten bereits mehrere Male über den Einsatz von KI in der Software-Entwicklung geäußert. Auch für den Linux-Kernel kommen entsprechende Tools zum Einsatz. Selbst Vibe-Coding hat laut dem Linux-Vater eine Daseinsberechtigung. Jetzt hat Torvalds auf dem Open Source Summit Europe künstliche Intelligenz bei der Software-Entwicklung als "Einstiegsdroge" bezeichnet und erklärt, was er damit meint.Als Torvalds um 1981 mit dem Programmieren begann, waren Computer und Software wesentlich simpler aufgebaut. Heutzutage sei die Qualität in der professionellen Entwicklung derart hoch, dass junge Programmierer oft von den ersten eigenen Ergebnissen enttäuscht seien. KI-Werkzeuge könnten laut Torvalds die Einstiegshürde senken und Anfängern Dinge ermöglichen, mit denen sie sonst große Mühe hätten.
Torvalds selbst greife bei Themen auf das Hilfsmittel zurück, bei denen er wenig Expertise besitze. Für ein privates Gitarrenpedal-Projekt ließ er sich etwa eine Benutzeroberfläche generieren, wie ZDNET berichtet. So schrieb er die Software zunächst in C. Da das Ergebnis jedoch altmodisch aussah und er Java nicht nutzt, bat er ein entsprechendes KI-Tool um ein moderneres Design. Das anfängliche Resultat beschrieb Torvalds als furchtbar, bis er der KI seinen bestehenden Code als Grundlage zeigte.
Feuer mit Feuer bekämpfen
Bei der Arbeit an kritischer Infrastruktur mahnt Torvalds jedoch weiter zur Vorsicht. Im Linux-Kernel sorgen maschinell generierte Fehlerberichte und Patches derzeit für eine Überlastung der Entwickler. Die Werkzeuge fänden zwar legitime Sicherheitsprobleme, schlügen aber auch Änderungen für Treiber vor, die seit zwei Jahrzehnten ungenutzt seien.Auf dem jüngsten Kernel Maintainer Summit drehten sich daher drei Viertel der Diskussionen darum, wie sich der verursachte Stress reduzieren lässt. Um die Flut an maschinell erstellten Code-Vorschlägen zu bewältigen, setzen die Verantwortlichen zunehmend auf automatisierte Überprüfungssysteme, sodass letztlich KI-Bots die Arbeit anderer KI-Bots kontrollieren.
35 Jahre Weiterentwicklung
Torvalds nutzte die Konferenz in Prag zudem, um zum Jubiläum auf die 35-jährige Geschichte von Linux zurückzublicken und die Entwicklungsprozesse zu beleuchten. In den Anfangsjahren erstellte er tägliche Patches und veröffentlichte sie mindestens wöchentlich als Tarball-Archive, bis ab 2002 das proprietäre System BitKeeper zum Einsatz kam.Nach einem Lizenzstreit im Jahr 2005 schrieb Torvalds innerhalb von elf Tagen die erste funktionierende Version der Open-Source-Alternative Git. Heute wird das System laut einer Umfrage aus dem Jahr 2022 von fast 97 Prozent der professionellen Entwickler genutzt. Der Entwicklungszyklus von Linux verläuft mittlerweile in einem festen Rhythmus von neun bis zehn Wochen. Demnächst wird der stabile Linux-Kernel in Version 7.3 erwartet.
Nutzt ihr KI-Tools für bestimmte Aufgaben beim Programmieren oder verlasst ihr euch lieber komplett auf handgeschriebenen Code? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren.
Siehe auch:
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- Multikernel-Linux: Mehrere Linux-Systeme ohne VM auf einem Gerät
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- Unerwartet: Uralte 3dfx-Voodoo-GPUs erhalten neue Treiber unter Linux
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Felix KrauthRedakteur für Windows & Hardware
War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.
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