Tetris Company distanziert sich von rassistischem Trump-Spiele-Klon

Die US-Regierung unter Donald Trump bietet mit Build the Wall einen Tetris-Klon auf ihrer Website an. Die Rechteinhaber des Originals wehren sich vehement gegen die politische Vereinnahmung und prüfen erste rechtliche Schritte.
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Natalie the Nerd
  • Das Weiße Haus veröffentlichte politische Retro-Spiele auf seiner Website
  • Das umstrittene Spiel Build the Wall kopiert das Spielprinzip von Tetris
  • Die Tetris Company distanziert sich und prüft nun rechtliche Schritte
  • Im Spiel müssen Nutzer eine Grenzmauer gegen Eindringlinge errichten
  • Die US-Regierung möchte mit den Spielen jüngere Zielgruppen erreichen

Streit um politisches Browserspiel

Das Weiße Haus hat vergangene Woche auf seiner offiziellen Website eine Sammlung von Arcade-Spielen veröffentlicht. Das klingt zunächst harmlos, ist es aber nicht, denn einige der Titel sind schlichtweg rassistische Anti-Immigration-Propaganda. Das Spiel mit dem Namen Build the Wall sorgt nun für juristische Spannungen. Die Tetris Company, Inhaberin der Rechte am gleichnamigen Puzzle-Klassiker, wirft den Verantwortlichen vor, das Spielprinzip ohne Erlaubnis kopiert zu haben. Das Unternehmen distanziert sich von den politischen Botschaften und prüft rechtliche Schritte.

Das umstrittene Spiel fordert Nutzer dazu auf, eine Mauer an der südlichen US-Grenze zu errichten. Herabfallende Tetris-artige Blöcke müssen so platziert werden, dass sie fiktive Angreifer abwehren. Erreichen die Bausteine den oberen Bildschirmrand, endet die Partie mit der Einblendung eines Grenzdurchbruchs. Die grundlegende Spielmechanik ist unverkennbar an das Original aus dem Jahr 1984 angelehnt, das von dem sowjetischen Entwickler Alexei Paschitnow entworfen wurde. Build The WallEinwanderer werden in 'Build The Wall' mit einer Zombie-'Horde' gleichgesetzt

Kritik am politischen Kontext

Der Rechteinhaber betont in einer Stellungnahme, dass das eigene Spiel Menschen verbinden und nicht spalten solle. Wie ein Sprecher des Unternehmens gegenüber Variety erklärte, habe man die Marke nicht für das politische Projekt lizenziert. Urheberrechtsverletzungen nehme man sehr ernst. Die Firma hatte bereits im Jahr 2012 einen wichtigen Gerichtsprozess gewonnen, der das Aussehen von Videospielen urheberrechtlich schützt.

Die Veröffentlichung der Browserspiele ist Teil einer Strategie der US-Regierung, jüngere Zielgruppen über spielerische Inhalte zu erreichen. Neben Build the Wall finden sich auf der Plattform weitere Klone bekannter Titel, darunter eine Variante von Snake namens Rio Run.

Ob das Entwicklerstudio des Originals tatsächlich Klage einreicht, bleibt abzuwarten. Eine juristische Auseinandersetzung könnte die US-Regierung zwingen, das umstrittene Browserspiel zeitnah offline zu nehmen. Es ist möglich, dass die Verantwortlichen den Titel vorsorglich von der Website entfernen, um einem langen Rechtsstreit aus dem Weg zu gehen.

Was haltet ihr von der Nutzung bekannter Spielmechaniken für politische Zwecke? Teilt eure Gedanken dazu gerne mit uns in den Kommentaren!

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Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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