Trump-Zölle ohne Wirkung:
Laptop-Marken bauen wieder mehr in China

Einige große Marken der PC-Branche haben die vor einigen Jahren eingeleitete Verlagerung ihrer Notebook-Fertigung aus China in andere Länder Südostasiens angeblich wieder rückgängig gemacht. Die Gründe dafür sind vor allem politischer Natur.
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    HP, Asus & Acer lassen mehr Geräte in China bauen

    Aus der taiwanischen Lieferkette ist zu hören, dass einige bekannte Laptophersteller begonnen haben, ihre Geräte wieder vermehrt in China bauen zu lassen. Der Hauptgrund soll darin bestehen, dass die lautstarken Drohungen der US-Regierung unter Trump bisher kaum in höheren Kosten durch die auf die Einfuhr von PCs aus China in die USA verhängten Zölle geführt haben.

    Gleichzeitig sind die Kosten bei der Fertigung in anderen Ländern Südostasiens laut dem Bericht des taiwanischen Branchendiensts DigiTimes noch immer höher als in China. Laut den Quellen aus der Lieferkette soll es sich bei den Herstellern, die wieder mehr in China fertigen lassen, um HP, Asus und Acer handeln.


    Neun Dollar pro Gerät

    Im Schnitt sollen für den Bau von Notebooks in Ländern wie Vietnam oder Indonesien bei jedem Gerät nur acht bis neun US-Dollar höhere Kosten anfallen. Für die Markenanbieter ist dieser auf den ersten Blick geringe Unterschied trotz allem bedeutsam, schließlich ergibt sich bei der Fertigung von zig Millionen Einheiten letztlich eine beachtliche Summe.

    Bei den in der PC-Branche nach wie vor extrem geringen Margen von nur drei bis zehn Prozent sollen die Hersteller deshalb jede Art von höheren Kosten scheuen. Bei drei Prozent Gewinnmarge pro Gerät würde man bei einem Endkundenpreis von nur 300 Dollar (etwa 258 Euro) letztlich nur neun Dollar (etwa 8 Euro) verdienen, heißt es.

    Gleichzeitig üben die chinesischen Behörden angeblich auch einigen Druck aus. So wurde der ursprüngliche Aufbau der Fertigungskapazitäten in China unter anderem durch staatliche Zuschüsse gefördert, weil man sich Steuereinnahmen von der Ansiedlung großer Unternehmen erhoffte. Teilweise sollen die Zuschüsse jetzt von den jeweiligen Regionalregierungen der chinesischen Produktionsstandorte zurückgefordert werden.

    Bei Lenovo, Dell und Apple sollen die Pläne für die Verlagerung der Produktion aus China heraus weiter vorangetrieben werden, wenn es um Geräte für Märkte außerhalb Chinas geht. Die Gründe hierfür sind verschieden. Lenovo will angeblich seine Lieferkette diversifizieren, während Dell eine relativ hohe Zahl von Geräten für US-Behörden baut.

    Apples Pläne gehen hingegen auf die während der Coronavirus-Pandemie aufgetretenen Probleme durch Ausfälle in der MacBook-Produktion in Shanghai zurück, wegen der man ebenfalls weiter darauf hinarbeitet, Notebooks verstärkt in Vietnam bauen zu lassen.

    Zusammenfassung
    • HP, ASUS und Acer verlagern Laptop-Produktion wieder nach China
    • In anderen südostasiatischen Ländern sind die Kosten meist höher
    • Die geringen Gewinnmargen der PC-Branche erzwingen jeden Cent Ersparnis
    • Chinesische Regionalregierungen fordern teils Subventionen zurück
    • Lenovo, Dell und Apple halten an Abwanderung aus China weiter fest

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