Call of Duty: Activision besucht Cheat-Verkäufer, bringt ein "Geschenk"

Activision greift im Vorfeld von Call of Duty: Modern Warfare 4 hart gegen Cheater durch und schickt rechtliche Vertreter direkt an die Haustür von Entwicklern. Mit Erfolg: Ein Programmierer aus Ohio stoppte daraufhin den Verkauf seiner Software.
Shooter, Call of Duty, Activision, Infinity Ward, Modern Warfare 4
Activision

    Video zeigt Besuch bei Entwickler

    Im Vorfeld der Veröffentlichung von Call of Duty: Modern Warfare 4 greift der Publisher Activision zu drastischen Mitteln. Während der geschlossenen Beta-Phase im August suchte ein juristischer Vertreter des Unternehmens einen bekannten Cheat-Entwickler in Ohio persönlich auf. Ziel war die direkte Übergabe einer Unterlassungserklärung. Der Vorgang wurde auf Video aufgezeichnet und über soziale Netzwerke verbreitet.

    Der knapp einminütige Clip zeigt eine ruhige Begegnung an der Haustür des Software-Entwicklers, der unter dem Pseudonym Elocarry agiert. Der Vertreter überreichte die Dokumente und forderte den Mann auf, sich mit der zuständigen Anwaltskanzlei in Verbindung zu setzen. Das Gesicht der Zielperson wurde in der Veröffentlichung unkenntlich gemacht. Dennoch dient die Aktion als öffentliche Warnung an die Szene der Cheat-Verkäufer.

    Wie Kotaku berichtet, zeigte der Hausbesuch unmittelbare Wirkung. In einem internen Chat-Kanal teilte Elocarry mit, dass der Verkauf von unerlaubten Modifikationen für Call of Duty vorübergehend pausiert sei. Er müsse die Angelegenheit intern prüfen. Grenzenlos sind seine neuen Skrupel nicht, denn Programme für andere Titel wie Rust oder Apex Legends werden weiterhin auf der Plattform des Anbieters vertrieben.


    Der Publisher betrachtet den Vorfall in Ohio lediglich als Teil einer großangelegten Kampagne. Das Unternehmen geht massiv gegen die Ersteller und Verkäufer von Manipulationssoftware vor. Die bisherige Bilanz umfasst die Störung von über 375 Wiederverkaufs-Netzwerken, die Zustellung von mehr als 80 Unterlassungserklärungen sowie die vollständige Schließung von über 30 Vertriebskanälen. Die Verantwortlichen wollen damit ein klares Zeichen gegen unlautere Methoden setzen.

    Datenschutz und Systemeingriffe

    Die konsequente Verfolgung von Anbietern soll für fairere Bedingungen innerhalb der Spielerschaft sorgen. Das hauseigene Ricochet-System, das zur Erkennung tief in das Betriebssystem eingreift, wird durch das juristische Vorgehen flankiert. Das System scannt den PC nach unzulässigen Modifikationen, während das Spiel läuft. Die Anti-Cheat-Software sammelt dabei Daten, um neue Betrugsmaschen frühzeitig zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

    Für die kommende Testphase von Modern Warfare 4 kündigte der Publisher an, die Erkennungsraten weiter zu verbessern. Hardware-Sperren sollen künftig schwerer zu umgehen sein. Wenn ein Spieler beim Betrügen erwischt wird, blockiert das System die identifizierte Hardware dauerhaft für zukünftige Online-Partien. Die Entwickler arbeiten kontinuierlich an der Anpassung der Algorithmen, da die Ersteller von Manipulationssoftware ihre Programme ebenfalls regelmäßig aktualisieren.

    Wie bewertet ihr das Vorgehen des Publishers gegen Entwickler von unerlaubter Software? Teilt eure Meinung und eigene Erfahrungen mit dem Thema in den Kommentaren!

    Zusammenfassung
    • Activision stellte einem Cheat-Entwickler persönlich ein Schreiben zu
    • Der Hausbesuch bei Elocarry wurde gefilmt und im Netz veröffentlicht
    • Der betroffene Entwickler pausiert vorerst den Verkauf von CoD-Cheats
    • Die Aktion ist Teil einer großangelegten Kampagne gegen Cheat-Verkäufer
    • Das hauseigene Ricochet-System scannt PCs tiefgreifend auf Manipulationen
    • Für Modern Warfare 4 plant Activision noch härtere Hardware-Sperren

    Siehe auch:
    Jetzt einen Kommentar schreiben


    Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
    Tipp einsenden
    ❤ WinFuture unterstützen
    Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!