Weißes Haus verwendet Call of Duty-Bilder für Iran-Kriegspropaganda

Ein offizielles Video der US-Regierung vermischt echte Raketeneinschläge im Iran mit der Benutzeroberfläche des Shooters Call of Duty. Man nutzt eine Killstreak-Animation, um militärische Härte zu demonstrieren - moralisch ist das höchst fragwürdig.
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US-Regierung: Call of Duty für Propaganda

In einem ungewöhnlichen Schritt der politischen Kommunikation (der allerdings angesichts der jüngsten "Meme-fizierung" der US-Regierung auch nicht mehr überraschend ist) hat das Weiße Haus am Mittwoch ein Video auf der Plattform X veröffentlicht, das reale militärische Angriffe auf den Iran inszeniert.

Das Material kombiniert echte Kampfszenen mit Benutzeroberflächen und Animationen aus dem Shooter Call of Duty: Modern Warfare 3 bei der reale Konflikte durch die Ästhetik von Videospielen gamifiziert werden.

Die verwendete Eingangssequenz stammt eindeutig aus dem Spiel von Activision. Es handelt sich um die Animation für den MGB Killstreak (Mass Guided Bombs). Das ist eine spezielle Belohnung, die Spieler erhalten, wenn sie 30 Gegner ausschalten, ohne selbst zu sterben. Nach Aktivierung endet das virtuelle Match im Spiel sofort mit einem Sieg durch eine massive Bombe. Im Video der Regierung folgt auf das Interface ein Zusammenschnitt realer Einschläge von Raketen auf iranische Ziele.

Der Journalist Drew Harwell von der Washington Post identifizierte die Szenen als erster (via The Verge). Er merkte an, dass die Animation zu sehen ist, wenn ein Spieler eine Killstreak-Belohnung aktiviert, die einen nuklearen Schlag auslöst.

Einsatz von Popkultur

Diese Veröffentlichung ist kein Einzelfall, sondern Teil einer Strategie, Popkultur für politische Zwecke zu nutzen. Bereits im September 2025 veröffentlichte das Department of Homeland Security (DHS) Videomaterial von Razzien der Einwanderungsbehörde ICE. Unterlegt war das Video mit der Titelmelodie der Pokémon-Serie und dem Slogan "Gotta Catch 'Em All". Solche Inhalte zielen oft darauf ab, komplexe oder kontroverse politische Maßnahmen durch bekannte Meme-Formate zugänglicher oder viraler zu gestalten. Moral und Ethik spielen hingegen längst keine Rolle mehr.

Auch das Halo-Franchise diente bereits als Quelle. Ein DHS-Post zur Rekrutierung nutzte Bilder aus der Sci-Fi-Reihe, während der Slogan "Destroy the Flood" im Kontext der Einwanderungspolitik verwendet wurde. In den Spielen bezeichnet The Flood eine parasitäre Alien-Rasse, die alles Leben auslöschen will. Zudem verbreitetet das Weiße Haus KI-generierte Bilder, die Donald Trump in der ikonischen Rüstung des Master Chief zeigten.

Bislang haben sich weder der Entwickler Activision noch der Mutterkonzern Microsoft öffentlich dazu geäußert, ob eine Genehmigung vorlag. In der Vergangenheit sorgte die Nutzung von Musikstücken diverser Künstler durch die Trump-Regierung häufig für rechtliche Auseinandersetzungen. Urheberrechtsverletzungen bei der Verwendung von Spiele-Assets durch staatliche Stellen sind indes juristisches Neuland.

Wie bewertet ihr diese Art der politischen Kommunikation? Findet ihr die Nutzung von Spiele-Assets in diesem Kontext angemessen oder geschmacklos? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare.

Zusammenfassung
  • Weißes Haus veröffentlichte ein Video mit Call-of-Duty-Elementen auf X
  • Reale Angriffe auf den Iran wurden mit Spielanimationen kombiniert
  • Die Killstreak-Animation aus Modern Warfare 3 wurde dafür verwendet
  • Journalist Drew Harwell von der Washington Post deckte dies zuerst auf
  • Bereits im September 2025 nutzte das DHS die Pokémon-Titelmelodie
  • Auch Bilder aus dem Halo-Franchise dienten als politische Propaganda
  • Activision und Microsoft äußerten sich bislang nicht zur Genehmigung

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