Erwischt: Amazon zerstört für den KI-Hype seltene Bücher
Amazon wurde mit dem Handel von Büchern groß und galt lange als Anlaufstelle bei der Suche nach seltenen Werken. Jetzt allerdings wirft das Unternehmen dieses Image über Bord und behandelt auch seltene, wertvolle Drucke völlig respektlos.
Die Recherche liefert erstmals einen konkreten Hinweis darauf, dass hinter den seit längerer Zeit von Buchhändlern beobachteten Großeinkäufen tatsächlich ein großer Technologiekonzern stehen könnte. Amazon bestätigte die Vorgänge allerdings nicht ausdrücklich. Gegenüber 404 Media erklärte das Unternehmen lediglich, Bücher würden über kommerzielle Kanäle gekauft, um Produkte und Dienstleistungen für Kunden zu entwickeln und zu verbessern. Einen Zusammenhang mit dem Training von KI-Modellen erwähnte Amazon in der Stellungnahme nicht.
Bei der fraglichen Einrichtung handelt es sich laut 404 Media um das Lager VGT3. Dort sollen Mitarbeiter Bücher systematisch zerlegen und scannen. Ein Logo an der Tür zeigt dem Bericht zufolge einen Tyrannosaurus Rex, der ein Buch verschlingt. In Online-Foren sollen Beschäftigte zudem berichtet haben, dass der Nachschub an Büchern zeitweise knapp geworden sei. Zwischenzeitlich habe es sogar die Sorge gegeben, dass die Arbeit mangels Material eingestellt werden müsse.
Für Buchhändler entsteht dadurch ein ethisches Dilemma. Zwar können die Verkäufe finanziell attraktiv sein, zugleich besteht das Risiko, dass historisch oder wissenschaftlich bedeutsame Exemplare nach dem Kauf unwiederbringlich zerstört werden. Kritiker argumentieren, dass sich der Wert eines seltenen Buches nicht allein am Marktpreis bemisst. Auch wenig bekannte Werke können einzigartige Informationen enthalten oder das letzte erhaltene Exemplar einer Ausgabe sein.
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Tracking entlarvt das Vorgehen
Der Handelskonzern soll im großen Stil seltene Bücher aufkaufen, um sie für das Training von KI-Modellen zu digitalisieren und anschließend zu zerstören. Das legt eine Recherche von 404 Media nahe. Demnach wurde ein mit einem AirTag ausgestattetes Buch, das Teil einer größeren Bestellung war, bis zu einer Amazon-Einrichtung in Las Vegas verfolgt. Dort soll ein Team Bücher aus ihren Einbänden lösen und die einzelnen Seiten für die Digitalisierung vorbereiten.Die Recherche liefert erstmals einen konkreten Hinweis darauf, dass hinter den seit längerer Zeit von Buchhändlern beobachteten Großeinkäufen tatsächlich ein großer Technologiekonzern stehen könnte. Amazon bestätigte die Vorgänge allerdings nicht ausdrücklich. Gegenüber 404 Media erklärte das Unternehmen lediglich, Bücher würden über kommerzielle Kanäle gekauft, um Produkte und Dienstleistungen für Kunden zu entwickeln und zu verbessern. Einen Zusammenhang mit dem Training von KI-Modellen erwähnte Amazon in der Stellungnahme nicht.
Bei der fraglichen Einrichtung handelt es sich laut 404 Media um das Lager VGT3. Dort sollen Mitarbeiter Bücher systematisch zerlegen und scannen. Ein Logo an der Tür zeigt dem Bericht zufolge einen Tyrannosaurus Rex, der ein Buch verschlingt. In Online-Foren sollen Beschäftigte zudem berichtet haben, dass der Nachschub an Büchern zeitweise knapp geworden sei. Zwischenzeitlich habe es sogar die Sorge gegeben, dass die Arbeit mangels Material eingestellt werden müsse.
Abseits des Mainstreams
Besonders umstritten ist, welche Bücher Amazon offenbar auswählt. Nach Angaben von 404 Media werden Mitarbeiter darauf geschult, vor dem Scannen Barcodes beziehungsweise ISBN-Nummern zu erfassen. Das stützt die Vermutung von Buchhändlern, dass KI-Unternehmen möglichst systematisch eine große Zahl unterschiedlicher gedruckter Werke erfassen wollen. Im Fokus stehen demnach nicht unbedingt wertvolle Erstausgaben, sondern häufig ältere, kaum verbreitete Bücher, darunter auch Werke in weniger verbreiteten Sprachen.Für Buchhändler entsteht dadurch ein ethisches Dilemma. Zwar können die Verkäufe finanziell attraktiv sein, zugleich besteht das Risiko, dass historisch oder wissenschaftlich bedeutsame Exemplare nach dem Kauf unwiederbringlich zerstört werden. Kritiker argumentieren, dass sich der Wert eines seltenen Buches nicht allein am Marktpreis bemisst. Auch wenig bekannte Werke können einzigartige Informationen enthalten oder das letzte erhaltene Exemplar einer Ausgabe sein.
Zusammenfassung
- Amazon kauft seltene Bücher auf, um sie für KI-Modelle zu scannen
- Nach der Digitalisierung werden die Werke laut Berichten vernichtet
- Eine Recherche von 404 Media deckte diese Vorgänge in Las Vegas auf
- Der Konzern äußerte sich vage und bestätigte das KI-Training nicht
- Im Fokus stehen vor allem ältere, kaum noch verbreitete Druckwerke
- Buchhändler geraten wegen dieser Zerstörung in ein ethisches Dilemma
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