Lenovo verbaut erstmals China-SSDs in Notebooks für deutschen Markt

Die PC-Hersteller dieser Welt ringen seit mittlerweile mehr als einem Jahr mit den durch den KI-Boom explodierenden Speicherkosten. Auf der Suche nach Alternativen greift zumindest Lenovo jetzt zu SSDs des chinesischen Herstellers YMTC, die jetzt auch in Notebooks für den deutschen Markt landen.
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Lenovo / YMTC

Erstes international vertriebenes Laptop mit China-SSD

Lenovo hat offenbar begonnen, Solid State Drives aus chinesischer Fertigung - inklusive chinesischer Speicherchips - in international vertriebenen Laptop-Modellen zu verbauen. Die Kollegen von NotebookCheck stießen beim Test eines in Mitteleuropa angebotenen neuen ThinkBook-Modells jetzt erstmals auf eine China-SSD.

Bei dem von ihnen getesteten Lenovo ThinkBook 14 G9 IPL kommt demnach eine von der Yangtze Memory Technologies Corporation (YMTC) gefertigte PCIe-4.0-SSD im M.2-Slot zum Einsatz. Es handelt sich um den ersten bekannten Fall, in dem ein großer OEM-Hersteller eine SSD von YMTC in einem außerhalb Chinas angebotenen Notebook verbaut.


YMTC-SSD: Leistung enttäuscht sogar in Office-Laptop

Zuvor beschränkte Lenovo die Verwendung derartiger SSDs und anderer Speicherprodukte aus chinesischer Fertigung auf sein Heimatland China, während in Geräten für Europa und andere westliche Länder Speicherprodukte von Herstellern wie Samsung, SK Hynix, Kioxia, Micron oder auch SanDisk verwendet wurden.

Laut dem Test der Kollegen war die Performance der von YMTC gefertigten SSD im ThinkBook 14 G9 IPL eher enttäuschend. Die Leistung sei auch für eine in einem Office-Laptop verbaute SSD unterdurchschnittlich. Lenovo richtet sich mit dem Gerät ausdrücklich an Anwender, die damit eher im Büroalltag arbeiten wollen, womit sich Schwächen wohl noch eher verzeihen lassen als bei einem für den Gaming-Einsatz konzipierten Modell.

Das Lenovo ThinkBook 14 G9 IPL wird auch in den USA angeboten, wobei bisher unklar ist, ob auch in den dort erhältlichen Geräten eine SSD von YMTC verbaut wird. Yangtze Memory Technologies ist der zweitgrößte chinesische Hersteller von Flash-Speicher und steht als Lieferant des Militärs des Landes auf der "schwarzen Liste" der US-Regierung.

US-Behörden dürfen daher keine Produkte des Unternehmens einkaufen. Allerdings untersagt die US-Handelsaufsicht nicht die Einfuhr von Produkten für den Einsatz in der Wirtschaft oder bei Privatanwendern. Lenovo hat sich zu dem Thema bisher nicht von offizieller Seite geäußert. Neben Lenovo prüfen auch die anderen großen PC-Hersteller die Verwendung von Speicherprodukten aus China oder planen bereits fest damit.

Zusammenfassung
  • Lenovo verbaut erstmals chinesische Speicher in internationalen Laptops
  • Im ThinkBook 14 G9 IPL ist eine SSD von Yangtze Memory verbaut worden
  • Die Performance der eingesetzten YMTC-SSD enttäuscht im Praxistest stark
  • Bisher wurden YMTC-Speicherprodukte nur innerhalb Chinas in PCs genutzt
  • YMTC steht wegen Verbindungen zum Militär auf einer US-Sanktionsliste
  • Andere Hersteller prüfen ebenfalls den Einsatz chinesischer Speicherchips

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