Neuer Antrieb für Satelliten:
Supraleitende Magnete statt Treibstoff

Ingenieure haben einen neuen Antrieb für die Raumfahrt entwickelt, der supraleitenden Elektromagnete nutzt. Ein Prototyp, der jetzt in der Praxis getestet wurde, kann erst einmal bei Lagekorrekturen von Satelliten die üblichen Steuerungsdüsen ersetzen.
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    Supraleitende Magnete steuern Satelliten

    Dem neuseeländischen Raumfahrtunternehmen Zenno Astronautics ist nach eigenen Angaben ein wichtiger technologischer Durchbruch gelungen. Erstmals wurde ein Satellitenantrieb mit supraleitenden Magneten erfolgreich im Weltraum getestet. In der vorliegenden kleinen Variante kann das System die Ausrichtung eines Satelliten ohne den Einsatz von Treibstoff steuern. Die Technologie könnte den Betrieb von Raumfahrzeugen so bereits effizienter machen und neue Möglichkeiten für Missionen im Erdorbit sowie darüber hinaus eröffnen.

    Zum Einsatz kam das sogenannte "Supertorquer"-System an Bord des Satelliten Mira, der im November vergangenen Jahres mit der SpaceX-Mission Transporter-12 gestartet war, berichtete Space.com. Das etwa schuhkartongroße Gerät wurde entwickelt, um die Lage des Satelliten im All präzise zu kontrollieren. Nach Angaben des Unternehmens verliefen die Tests erfolgreich.


    Das System nutzt mehrere supraleitende Magnete, die in verschiedenen Achsen angeordnet sind. Werden sie mit Strom versorgt, erzeugen sie Magnetfelder, die mit dem Magnetfeld der Erde wechselwirken. Auf diese Weise lässt sich die Ausrichtung des Satelliten gezielt verändern, ohne dass klassische Lageregelungsdüsen oder andere Treibstoffsysteme erforderlich sind.

    Die Herausforderung besteht darin, dass diese supraleitende Materialien nur bei extrem niedrigen Temperaturen funktionieren. Diese sind im Weltraum erst einmal grundsätzlich gegeben. Allerdings sind Satelliten oft auch dem Sonnenlicht ausgesetzt, was die Temperatur schnell hochtreiben kann. Daher setzt Zenno Astronautics auf eine Kombination aus spezieller Isolierung und einem Wärmepumpensystem, das überschüssige Wärme ins Weltall abstrahlt.

    Großes Potenzial

    Die Energie für den Betrieb stammt aus den Solarpaneelen des Satelliten. Laut des Unternehmens wird Sonnenenergie dadurch direkt in eine Kraft umgesetzt, die Bewegungen im All ermöglicht - ganz ohne Treibstoffverbrauch. Das könnte nicht nur die Lebensdauer von Satelliten verlängern, sondern auch deren Kosten senken.

    Langfristig sieht Zenno Astronautics deutlich größere Einsatzmöglichkeiten der Technologie. Leistungsstärkere Versionen könnten das Andocken von Raumfahrzeugen, präzise Manöver im Orbit oder sogar Antriebe für Missionen zum Mond und zum Mars ermöglichen. Darüber hinaus könnten starke Magnetfelder als Schutzschild gegen kosmische Strahlung dienen und so Astronauten auf längeren Weltraummissionen besser vor gesundheitlichen Risiken bewahren. Noch in diesem Jahr soll ein größerer Demonstrator im Rahmen einer weiteren Raumfahrtmission getestet werden.

    Zusammenfassung
    • Neuseeländisches Unternehmen Zenno Astronautics testete Supraleiter-Antrieb im All
    • Der Satellit Mira trug das Supertorquer-System an Bord, das im November startete
    • Supraleitende Magnete nutzen das Erdmagnetfeld zur Lageregelung ganz ohne Treibstoff
    • Die Kühlung im All wird durch spezielle Isolierung und ein Wärmepumpensystem gesichert
    • Solarpaneele versorgen das System mit Energie und ermöglichen Treibstoff-freien Betrieb
    • Zenno Astronautics plant leistungsstärkere Versionen für Mond- und Mars-Missionen

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