China veröffentlicht erstes Bild des mysteriösen Quasi-Mondes der Erde

Die chinesische Sonde Tianwen-2 hat den erdnahen Asteroiden Kamo'oalewa erreicht und erste Bilder gesendet. Die geplante Probenentnahme des rotierenden Himmelskörpers stellt die Technik jedoch vor große physikalische Herausforderungen.
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CNSA

    Erste Bilder des Quasi-Mondes

    Die chinesische Raumsonde Tianwen-2 hat nach einer Reise von 400 Tagen ihr erstes Ziel erreicht. Das Raumfahrzeug nahm vor wenigen Tagen aus einer Entfernung von rund 20 Kilometern detaillierte Bilder des Quasi-Mondes Kamo'oalewa auf. Der Himmelskörper begleitet die Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne. Die Mission der Raumfahrtbehörde CNSA soll klären, woraus das Objekt genau besteht.

    Seit dem Start Ende Mai 2025 hat die Sonde etwa eine Milliarde Kilometer im Weltraum zurückgelegt. Kamo'oalewa, auch bekannt unter der Bezeichnung 2016 HO3, misst im Durchmesser nur etwa 40 Meter. Die neuen Aufnahmen zeigen einen asymmetrischen, kantigen Gesteinsbrocken. Bisherige Theorien gingen davon aus, das Objekt sei ein Fragment des Erdmondes, neuere Analysen deuten jedoch auf einen Ursprung im Asteroidengürtel hin. Kamo'oalewaKünstlerische Darstellung von Kamo'oalewa (Bild: Addy Graham/University of Arizona)

    Komplexe Probenentnahme geplant

    Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua (via Space.com) berichtet, wird Tianwen-2 den Asteroiden fast ein Jahr lang mit elf wissenschaftlichen Instrumenten untersuchen. Anschließend ist eine Probenentnahme geplant. Das Material soll dann im Jahr 2027 zur Erde zurückkehren. Gelingt das Vorhaben, wäre China nach Japan und den USA die dritte Nation, die Gestein von einem Asteroiden zur Erde bringt.

    Das Vorhaben birgt jedoch erhebliche Risiken: Kamo'oalewa rotiert schnell und dreht sich alle 28 Minuten einmal um die eigene Achse. Zudem wiegt die Sonde rund zwei Tonnen und ist damit im Verhältnis zu dem winzigen Himmelskörper sehr massereich. Ingenieure müssen das Anflugmanöver präzise berechnen, damit die Sonde den Asteroiden beim Kontakt nicht aus seiner gewohnten Umlaufbahn drängt.

    Verschiedene Bohrtechniken

    Um das Gestein zu sichern, kommen verschiedene Methoden in Betracht. Geplant ist unter anderem ein Manöver, bei dem sich Tianwen-2 auf der Oberfläche verankert und einen Ultraschallbohrer einsetzt. Alternativ könnten Gasdüsen das Material aufwirbeln und in einen Auffangbehälter leiten. Ein Nachteil der komplexen Mechanik ist die hohe Fehleranfälligkeit bei der automatisierten Ausführung weit entfernt von der Erde.

    Die gesammelten Daten sollen helfen, die Entstehung des Sonnensystems besser zu verstehen. Ob Kamo'oalewa tatsächlich ein abgesprengtes Stück des Erdmondes ist oder aus fernen Regionen des Alls stammt, werden erst die Laboranalysen der Proben auf der Erde zweifelsfrei zeigen können.

    Was meint ihr zu der Mission? Teilt eure Gedanken zu den Herausforderungen der Asteroidenforschung gerne mit uns in den Kommentaren!

    Zusammenfassung
    • Chinas Raumsonde Tianwen-2 erreicht den kleinen Quasi-Mond Kamo'oalewa
    • Erste Detailaufnahmen wurden aus rund 20 Kilometern Entfernung gemacht
    • Der asymmetrische Himmelskörper misst lediglich etwa 40 Meter im Durchmesser
    • Wissenschaftler rätseln noch über den genauen Ursprung des Gesteinsbrockens
    • Eine geplante Probenentnahme soll im Jahr 2027 Material zur Erde bringen
    • Die schnelle Rotation und das Sondengewicht bergen erhebliche Risiken

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