Overblocking: Europäische ISPs wehren sich gegen Rechteinhaber
Im Kampf gegen Piraterie fordern Rechteinhaber immer drastischere Netzsperren. Doch oft werden dabei völlig unbeteiligte Webseiten blockiert. Europäische Internetanbieter fordern nun Konsequenzen für die Verursacher der massiven Ausfälle.
Hintergrund der Beschwerde sind Maßnahmen von Sportligen und Filmstudios, die illegale Streams unterbinden wollen. Dafür erwirken sie Sperrverfügungen, die sich oft gegen geteilte IP-Adressen richten. Da unter einer solchen Adresse Tausende legitime Webseiten gehostet werden, kommt es regelmäßig zum sogenannten Overblocking. Die Sperrung einer einzigen Adresse blockiert dadurch zahlreiche legale Dienste.
Wie TorrentFreak berichtet, häuften sich in den vergangenen Monaten die Vorfälle. In Italien führte das System Piracy Shield dazu, dass Google Drive für über zwölf Stunden nicht erreichbar war. Auch Tausende andere Domains waren von den IP-Sperren betroffen.
EuroISPA bemängelt, dass Rechteinhaber für solche massiven Ausfälle bisher nicht haftbar gemacht werden. Der Verband schlägt daher vor, dass die Verursacher des Overblockings für die entstandenen wirtschaftlichen Schäden aufkommen sollen. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Ausweitung der Sperrverfügungen auf DNS-Resolver und VPN-Anbieter.
In einigen Ländern müssen Provider innerhalb von 30 Minuten auf eine Sperrverfügung reagieren. Der Verband sieht darin eine unverhältnismäßige Belastung, die den Wettbewerb gefährdet.
Was meint ihr zu den Forderungen der Provider? Sollten Rechteinhaber für ungerechtfertigte Netzsperren zahlen müssen? Teilt eure Gedanken und Perspektiven gerne mit uns in den Kommentaren!
Siehe auch:
Provider kritisieren Netzsperren
Der europäische Verband der Internetanbieter EuroISPA fordert von der EU-Kommission ein konsequentes Vorgehen gegen Rechteinhaber, die durch ungenaue Netzsperren weitreichende Ausfälle verursachen. Die Organisation, die über 3300 Provider vertritt, wandte sich vor Kurzem mit einem Positionspapier an die europäische Behörde. Der Verband kritisiert, dass der Kampf gegen digitale Piraterie zunehmend zu Lasten unbeteiligter Nutzer und kleinerer Infrastrukturanbieter ausgetragen werde.Hintergrund der Beschwerde sind Maßnahmen von Sportligen und Filmstudios, die illegale Streams unterbinden wollen. Dafür erwirken sie Sperrverfügungen, die sich oft gegen geteilte IP-Adressen richten. Da unter einer solchen Adresse Tausende legitime Webseiten gehostet werden, kommt es regelmäßig zum sogenannten Overblocking. Die Sperrung einer einzigen Adresse blockiert dadurch zahlreiche legale Dienste.
Wie TorrentFreak berichtet, häuften sich in den vergangenen Monaten die Vorfälle. In Italien führte das System Piracy Shield dazu, dass Google Drive für über zwölf Stunden nicht erreichbar war. Auch Tausende andere Domains waren von den IP-Sperren betroffen.
Folgen durch Overblocking
Als das Netzwerkunternehmen Cloudflare sich weigerte, die fehlerhaften Sperrungen umzusetzen, verhängte die italienische Aufsichtsbehörde eine Geldstrafe in Höhe von 14 Millionen Euro. Ähnliche Probleme zeigten sich in Spanien. Dort setzte die Fußballliga La Liga eine Sperrung durch, die Millionen spanischer Nutzer den Zugang zu Banking-Apps, Entwicklerwerkzeugen und Zahlungsplattformen abschnitt.EuroISPA bemängelt, dass Rechteinhaber für solche massiven Ausfälle bisher nicht haftbar gemacht werden. Der Verband schlägt daher vor, dass die Verursacher des Overblockings für die entstandenen wirtschaftlichen Schäden aufkommen sollen. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Ausweitung der Sperrverfügungen auf DNS-Resolver und VPN-Anbieter.
Forderung nach klaren Regeln
Die genannten Dienste haben keine direkte Verbindung zu den urheberrechtlich geschützten Inhalten. Zudem fehlen ihnen oft die technischen Voraussetzungen, um geografisch begrenzte Sperren umzusetzen. EuroISPA fordert die EU-Kommission auf, bestehende Gesetze besser durchzusetzen, anstatt neue Verpflichtungen für die Infrastrukturanbieter zu schaffen. Besonders kleinere Unternehmen leiden unter den aktuellen Rahmenbedingungen.In einigen Ländern müssen Provider innerhalb von 30 Minuten auf eine Sperrverfügung reagieren. Der Verband sieht darin eine unverhältnismäßige Belastung, die den Wettbewerb gefährdet.
Was meint ihr zu den Forderungen der Provider? Sollten Rechteinhaber für ungerechtfertigte Netzsperren zahlen müssen? Teilt eure Gedanken und Perspektiven gerne mit uns in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- EuroISPA fordert EU zum Handeln gegen schädliche Netzsperren der Firmen auf
- IP-Sperren blockieren oft fälschlicherweise viele völlig legale Webdienste
- Rechteinhaber sollen bei verursachten Schäden durch Overblocking haften nun
- Zu kurze Reaktionszeiten bei Sperrungen belasten die Provider sehr schwer
- Der Verband kritisiert Sperren gegen DNS-Resolver und VPN-Anbieter scharf
- Statt neuer Pflichten soll die EU bestehende Gesetze besser durchsetzen jetzt
Siehe auch:
- Sender verliert Fußball-WM-Lizenz wegen "hemmungsloser Piraterie"
- Neue Härte gegen IPTV-Piraterie: Griechen nehmen auch User ins Visier
- Amazon Fire TV: Linux-basiertes Vega OS soll Stream-Piraterie stoppen
- Meta bestreitet Porno-Piraterie für KI-Training: "Private Nutzung"
- Anti-Piraterie-Firma will ICANN wegen .to-Top-Level-Domain verklagen
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