Retro-Gaming: Half-Life läuft jetzt nativ auf dem Nokia N95 von 2007

Ein Entwickler hat den PC-Klassiker Half-Life auf ein Nokia N95 portiert. Auf dem Tastenhandy aus dem Jahr 2007 läuft der Shooter mit 30 Bildern pro Sekunde ab. Das Projekt zeigt das Potenzial alter Hardware, offenbart jedoch auch technische Hürden.
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Dante D. Leoncini

Shooter-Klassiker auf dem Handy

Doom ist bekannt dafür, dass es sich auf allem Möglichen spielen lässt. Der Shooter läuft auf Nintendos Alarmo ebenso wie in einer PDF-Datei. Selbst auf Bakterien lässt sich das Videospiel von 1993 spielen. Der argentinische Entwickler Dante D. Leoncini hat sich jetzt aber mit Half-Life einem anderen Gaming-Klassiker zugewandt und den PC-Shooter auf einem Nokia N95 mit Symbian lauffähig gemacht. Das Projekt bringt das bekannte Spiel von Valve nativ auf das Mobiltelefon aus dem Jahr 2007. Der Titel läuft dabei flüssig mit 30 Bildern pro Sekunde.

Da das Tastenhandy auf einer ARM-Architektur basiert, funktioniert eine einfache Emulation der ursprünglichen Windows-Version nicht. Eine direkte Übertragung des Quellcodes ist durch die unterschiedlichen Systemarchitekturen ausgeschlossen. Stattdessen kommt eine angepasste Variante der Open-Source-Engine Xash3D FWGS zum Einsatz. Sie wurde speziell dafür entworfen, das Programm auf Plattformen auszuführen, für die das Spiel nie vorgesehen war.

Alte Technik stößt an Grenzen

Wie Dante D. Leoncini auf X (via Toms Hardware) berichtet, bringt der Port verschiedene Herausforderungen mit sich. Zwar übertreffen die Spezifikationen des Telefons auf dem Papier die ursprünglichen Systemanforderungen, dennoch kommt es unter Umständen zu Abstürzen. Das hängt primär mit dem knappen Arbeitsspeicher des Mobiltelefons zusammen, der bei aufwendigen Levelstrukturen schnell voll ist.

Zu den Vorteilen des Projekts gehört die implementierte Unterstützung für Maus und Tastatur, was die Steuerung erheblich erleichtert. Auf der negativen Seite steht das kleine TFT-Display mit einer Diagonale von 2,6 Zoll. Die Auflösung ist auf 240 x 320 Pixel beschränkt, was die visuelle Darstellung zur Herausforderung macht. Der Entwickler arbeitet derzeit an weiteren Fehlerbehebungen, um die allgemeine Stabilität der Portierung noch zu verbessern.

Weitere Retro-Projekte existieren

Das Nokia N95 verfügt über einen Prozessor des Typs OMAP-2420 von Texas Instruments mit 332 Megahertz und einen Grafikchip PowerVR MBX. Leoncini hat die verbaute Hardware bereits in der Vergangenheit für ähnliche Vorhaben ausgereizt. So portierte er zuvor Crash Bandicoot und den dritten Teil der Quake-Reihe auf das Telefon. Zudem programmierte er einen Klon der Grafiksoftware Blender für das Handy.

Solche Anpassungen für Symbian haben in der Szene eine längere Tradition. Bereits im Jahr 2008 brachten andere Entwickler Half-Life auf baugleiche Mobiltelefone. Zukünftig plant der Programmierer, sogar einen Online-Mehrspielermodus und eine LAN-Unterstützung für den aktuellen Port hinzuzufügen.

Was haltet ihr von solchen Portierungen auf alten Mobiltelefonen? Teilt eure eigenen Erfahrungen mit klassischer Hardware gerne in den Kommentaren mit uns!
Zusammenfassung
  • Dante D. Leoncini portierte den PC-Shooter Half-Life auf das Nokia N95
  • Der Titel läuft mit 30 Bildern pro Sekunde auf dem Mobiltelefon aus 2007
  • Eine angepasste Xash3D FWGS Engine ermöglicht die Nutzung auf ARM-Chips
  • Technische Limits wie der knappe Arbeitsspeicher sorgen für Abstürze
  • Unterstützung für Maus und Tastatur wurde für eine bessere Steuerung ergänzt
  • Geplante Updates sollen einen Mehrspielermodus und LAN-Support hinzufügen

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