Erster produktionsreifer Solid-State-Akku ist Betrug, sagt Konkurrent

Eine finnische Firma verspricht mit einer neuen Feststoffbatterie technische Traumwerte, die den Markt verändern könnten. Doch der Chef des chinesischen Batterie-Giganten SVolt hält vehement dagegen und bezeichnet die Ankündigung als Betrug.
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SVolt-CEO wittert technischen Betrug

Der Markt für Elektrofahrzeuge wartet auf den kommerziellen Durchbruch der Feststoffbatterie, doch aktuelle Ankündigungen sorgen für Streit in der Branche. Yang Hongxin, der Vorsitzende und CEO des chinesischen Batterieherstellers SVolt Energy, übte öffentlich scharfe Kritik am finnischen Startup Donut Lab.

Das junge Unternehmen stellte auf der CES 2026 eine angeblich serienreife Feststoffbatterie vor, deren Leistungsdaten weit über dem aktuellen Industriestandard liegen. Yang bezeichnete diese Ankündigung als reinen Betrug, da eine solche Batterie physikalisch derzeit nicht existieren könne.

Donut Lab, eine Tochtergesellschaft des Elektromotorrad-Herstellers Verge Motorcycles, nannte auf der Messe Spezifikationen, die in der Fachwelt für Aufsehen sorgen. Die neue Zelle soll eine Energiedichte von 400 Wh/kg bieten, sich in nur fünf Minuten vollständig aufladen lassen und eine Lebensdauer von 100.000 Ladezyklen aufweisen. Besonders die Behauptung, der Akku funktioniere in einem Temperaturbereich von -30 bis 100 Grad Celsius ohne signifikanten Kapazitätsverlust und komme dabei gänzlich ohne Lithium oder seltene Erden aus, wirft Fragen auf. Das Unternehmen gab an, bereits über eine Produktionskapazität im Gigawattstunden-Bereich zu verfügen.

Wie Fast Technology schreibt (via CarNewsChina), reagierte SVolt-Chef Yang in einem Interview äußerst direkt auf diese Versprechen. Er betonte, dass die genannten Parameter in sich völlig widersprüchlich seien und jeder Techniker mit Basiswissen erkennen müsse, dass es sich hierbei um eine Täuschung handele.

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Yangs Argumentation stützt sich darauf, dass die Kombination aus extrem hoher Energiedichte, ultraschneller Ladung und extremer Temperaturtoleranz beim aktuellen Stand der Technik nicht vereinbar ist. Er fügte hinzu, dass die chinesische Technologie weltweit führend sei und wenn China ein solches Produkt nicht herstellen könne, das für Unternehmen aus anderen Ländern erst recht gelte.

Physikalische Grenzen

Die Skepsis der etablierten Hersteller ist begründet, da die Feststofftechnologie (Solid State Battery) weiterhin mit physikalischen Hürden kämpft. Ein Hauptproblem ist der Grenzflächenwiderstand zwischen dem festen Elektrolyten und den Elektroden. Während flüssige Elektrolyte die Elektrodenstruktur perfekt benetzen, haben feste Materialien Schwierigkeiten, einen konstanten Ionenfluss aufrechtzuerhalten, besonders wenn sich das Material beim Laden und Entladen ausdehnt und zusammenzieht. Zudem neigen feste Elektrolyte zu Rissbildungen, durch die sich Dendriten bilden können. Das sind mikroskopische, nadelartige Ablagerungen, die oft zu internen Kurzschlüssen führen.

Besonders die Angabe von 100.000 Ladezyklen erscheint unrealistisch. Herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus erreichen heute etwa 1000 bis 3000 Zyklen, bevor ihre Kapazität signifikant abnimmt. Selbst optimistische Prognosen für Feststoffbatterien gehen eher von einer Verdopplung oder Verdreifachung dieser Werte aus, nicht aber von einer Steigerung um den Faktor 30 bis 100. Auch der Verzicht auf Lithium bei gleichzeitiger Erhöhung der Energiedichte auf 400 Wh/kg widerspricht dem aktuellen Verständnis der Elektrochemie, da alternative Trägerionen wie Natrium eine deutlich geringere Energiedichte aufweisen und physikalisch schwerer sind.

SVolt selbst arbeitet an sogenannten Semi-Solid-State-Batterien. Das Unternehmen plant für 2026 die Fertigstellung einer zweiten Generation mit 400 Wh/kg, bezeichnet diese jedoch vorsichtiger als Flüssig-Fest-Hybridlösungen, um Verwirrung zu vermeiden. Donut Lab hält sich bezüglich der genauen chemischen Zusammensetzung bedeckt und verweist auf proprietäre Technologien, die man nicht in wissenschaftlichen Publikationen offenlegen wolle. Ob die angekündigten Akkus tatsächlich im ersten Quartal 2026 in den Motorrädern von Verge zu finden sein werden, bleibt abzuwarten.

Die Vorwürfe wiegen schwer und die versprochenen Leistungsdaten klingen fast zu gut, um wahr zu sein. Was meint ihr, handelt es sich um einen echten Durchbruch oder nur um heiße Luft? Wir freuen uns auf eure Einschätzungen in den Kommentaren.

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