Nicht mal russische Ostsee-Flotte ist vor ukrainischen Drohnen sicher

Ukrainische Drohnen haben im Hafen von Kronstadt nahe Sankt Petersburg eine russische Korvette attackiert. Der gezielte Angriff auf das reparierte Kriegsschiff zeigt die wachsende Reichweite unbemannter Systeme im Krieg zwischen den beiden Ländern.
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Radziun/CC BY-SA 3.0

Drohnenangriff auf Flottenstützpunkt

Gestern gelang den ukrainischen Streitkräften ein erneuter Schlag gegen das russische Militär, der zeigt, wie anfällig letzteres für Drohnenangriffe ist. Denn Drohnen beschädigten die russische Korvette Bojkyj schwer; der Angriff ereignete sich im Veleschtschynskyj-Trockendock auf dem Marinestützpunkt Kronstadt, der sich in der Nähe von Sankt Petersburg befindet. Das Kriegsschiff der Stereguschtschi-Klasse durchlief dort seit Februar planmäßige Wartungsarbeiten.

Die Korvetten der Stereguschtschi-Klasse bilden ein wichtiges Element der russischen Küstenverteidigung. Sie sind für die Jagd auf U-Boote sowie den Geleitschutz konzipiert und verfügen über weitreichende Sensoren. Ein Ausfall eines solchen Schiffes schwächt die lokale Sicherung auf dem Meer signifikant, denn die Instandsetzung der sensiblen Technik wird mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Ukrainischer Drohnen-Angriff auf die Korvette Bojkyj

Die unbemannten Fluggeräte (UAVs) zielten auf den mittleren Bereich des Schiffes ab. Da Drohnen nicht über die nötige Sprengkraft verfügen, um große Kriegsschiffe vollständig zu zerstören, fokussieren sich die Operatoren auf sogenannte Soft Kills. Dabei werden Radar- und Kommunikationssysteme am Mast beschädigt, um das Schiff kampfunfähig zu machen.

Wie The Kyiv Independent meldet, eskortierte die Bojkyj in der Vergangenheit Öltanker der sogenannten Schattenflotte. Die Schiffe transportierten russisches Öl unter fremden Flaggen, um westliche Sanktionen zu umgehen. Der Angriff schwächt somit nicht nur militärische, sondern indirekt auch wirtschaftliche Strukturen der russischen Marine.

Strategische Ziele im Visier

Eine Besonderheit des Angriffs ist, dass Kronstadt weit entfernt von der ukrainischen Grenze liegt. Das Erreichen des Ziels demonstriert die zunehmende Reichweite der ukrainischen Waffensysteme. Gleichzeitig fanden in der Region Angriffe auf Ölterminals statt. Das Timing fällt mit dem Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg zusammen, bei dem die russische Regierung dem Publikum wirtschaftliche Stabilität vermitteln möchte.

Bisher operierte die Baltische Flotte in Kronstadt relativ ungestört. Nach den jüngsten Vorfällen rüsten erste russische Schiffe mit Schutznetzen auf, um sich gegen anfliegende Drohnen abzusichern. Das ukrainische Militär nutzt unterdessen Satellitenverbindungen, um die Drohnen über weite Strecken präzise in das Ziel zu steuern.

Wie bewertet ihr den Einsatz solcher weitreichenden Drohnen in modernen Konflikten? Teilt eure vielfältigen Perspektiven zu dem Thema gerne mit uns in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Ukrainische Drohnen beschädigten die russische Korvette Bojkyj schwer
  • Dieser Angriff erfolgte im Trockendock des Marinestützpunktes Kronstadt
  • Ziel der UAVs war die Zerstörung der Radar- und Kommunikationssysteme
  • Das getroffene Kriegsschiff eskortierte zuvor Tanker der Schattenflotte
  • Solch große Distanz zum Ziel belegt die hohe Reichweite ukrainischer Drohnen
  • Parallel zum Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg erfolgte der Angriff
  • Satellitenverbindungen ermöglichen die präzise Steuerung über weite Strecken

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