Kühlung im Ozean: Chinas Unterwasser-Rechenzentrum geht ans Netz
Vor der Küste Shanghais arbeitet jetzt ein kommerzielles Unterwasser-Rechenzentrum für Künstliche Intelligenz. Die Anlage wird direkt durch Offshore-Windparks mit Strom versorgt und nutzt das Meerwasser zur effizienten Kühlung der Systeme.
Die Infrastruktur befindet sich etwa zehn Meter unter der Wasseroberfläche und umfasst 192 Server-Racks, die auf vier Ebenen verteilt sind. In der aktuellen Ausbaustufe bietet das Zentrum eine Leistung von 24 Megawatt für rund 2000 Server. Die verbauten Grafikprozessoren berechnen dort rechenintensive Aufgaben wie das Training großer Sprachmodelle.
Neben der reinen Energieeinsparung bietet die Verlagerung in das Meer weitere infrastrukturelle Vorteile für die Betreiber. Der Flächenverbrauch an Land sinkt um über 90 Prozent. Zudem entfällt der Wasserverbrauch für herkömmliche Kühltürme komplett. Die Nähe zu Offshore-Windparks minimiert obendrein Übertragungsverluste beim Strom.
Ingenieure haben das gesamte System in nur sechs Monaten errichtet. Dabei mussten sie mit starkem Wellengang und dichten Sedimenten umgehen. Der Betrieb unter Wasser bringt jedoch spezifische Nachteile mit sich. Das aggressive Salzwasser fördert Korrosion, während der hohe Wasserdruck die Abdichtung der Module belastet. Auch die Wartung gestaltet sich schwierig. Bei Hardware-Ausfällen können Techniker nicht einfach Komponenten austauschen. Betreiber müssen sich daher auf redundante Systeme und eine Fernüberwachung verlassen.
Die Idee von Unterwasser-Rechenzentren ist freilich nicht neu: Microsoft testete mit dem Projekt Natick bereits ähnliche Konzepte vor den Küsten Schottlands und Kaliforniens, stellte das Programm aber letztlich ein. Die aktuellen Entwicklungen in China zeigen jedoch, dass das Konzept angesichts des steigenden Energiebedarfs der IT-Branche eine Zukunft hat.
Was haltet ihr von Rechenzentren im Meer? Überwiegen für euch die energetischen Vorteile oder die Wartungsrisiken? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Siehe auch:
KI-Rechenzentrum geht baden
Vor der Küste Shanghais in der Sonderwirtschaftszone Lingang arbeitet seit Kurzem ein kommerzielles Unterwasser-Rechenzentrum. Das Projekt kann zweifelsohne als "State of the art" bezeichnet werden und soll den großen Energiebedarf von Systemen für künstliche Intelligenz decken. Die Anlage wird direkt durch einen benachbarten Offshore-Windpark mit Strom versorgt, wodurch der Betrieb fast vollständig auf erneuerbaren Energien basiert.Die Infrastruktur befindet sich etwa zehn Meter unter der Wasseroberfläche und umfasst 192 Server-Racks, die auf vier Ebenen verteilt sind. In der aktuellen Ausbaustufe bietet das Zentrum eine Leistung von 24 Megawatt für rund 2000 Server. Die verbauten Grafikprozessoren berechnen dort rechenintensive Aufgaben wie das Training großer Sprachmodelle.
Effiziente Kühlung durch das Meer
Wie der chinesische Sender CGTN meldet (via Tom's Hardware), belaufen sich die Investitionskosten auf 1,6 Milliarden Yuan (rund 200 Millionen Euro). Der wahre Vorteil sind die laufenden Kosten, denn der Verzicht auf konventionelle Klimaanlagen senkt den Stromverbrauch deutlich. Der sogenannte PUE-Wert, der die Energieeffizienz misst, liegt bei 1,15. Herkömmliche Anlagen an Land erreichen oft nur Werte um 1,5.Neben der reinen Energieeinsparung bietet die Verlagerung in das Meer weitere infrastrukturelle Vorteile für die Betreiber. Der Flächenverbrauch an Land sinkt um über 90 Prozent. Zudem entfällt der Wasserverbrauch für herkömmliche Kühltürme komplett. Die Nähe zu Offshore-Windparks minimiert obendrein Übertragungsverluste beim Strom.
Ingenieure haben das gesamte System in nur sechs Monaten errichtet. Dabei mussten sie mit starkem Wellengang und dichten Sedimenten umgehen. Der Betrieb unter Wasser bringt jedoch spezifische Nachteile mit sich. Das aggressive Salzwasser fördert Korrosion, während der hohe Wasserdruck die Abdichtung der Module belastet. Auch die Wartung gestaltet sich schwierig. Bei Hardware-Ausfällen können Techniker nicht einfach Komponenten austauschen. Betreiber müssen sich daher auf redundante Systeme und eine Fernüberwachung verlassen.
Die Idee von Unterwasser-Rechenzentren ist freilich nicht neu: Microsoft testete mit dem Projekt Natick bereits ähnliche Konzepte vor den Küsten Schottlands und Kaliforniens, stellte das Programm aber letztlich ein. Die aktuellen Entwicklungen in China zeigen jedoch, dass das Konzept angesichts des steigenden Energiebedarfs der IT-Branche eine Zukunft hat.
Was haltet ihr von Rechenzentren im Meer? Überwiegen für euch die energetischen Vorteile oder die Wartungsrisiken? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Vor der Küste Shanghais ist ein neues Unterwasser-Rechenzentrum in Betrieb
- Rund 2000 Server leisten dort etwa 24 Megawatt für komplexe KI-Aufgaben
- Ein benachbarter Windpark versorgt die Anlage mit erneuerbarer Energie
- Die natürliche Kühlung durch Meerwasser ermöglicht eine hohe Effizienz
- Das Konzept reduziert den Platzbedarf an Land um über neunzig Prozent
- Aggressives Salzwasser und hoher Druck erschweren Wartung und Betrieb
- China investierte etwa 200 Millionen Euro in das innovative Projekt
Siehe auch:
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