Symbolträchtig: Erstmals mehr Geld für Datenzentren als für neue Büros

In den USA ist jetzt ein symbolträchtiger Wendepunkt erreicht worden: Erstmals haben die Ausgaben für Rechenzentrumsprojekte die Investitionen in neue Bürogebäude überholt. Das markiert einen tiefgreifenden Wandel im Immobilien- und Technologiesektor.
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    KI treibt Entwicklung

    Treiber dieser Entwicklung ist vor allem der rasant steigende Bedarf an Rechenleistung für Anwendungen der künstlichen Intelligenz. Nach vorläufigen Daten des US Census Bureau wurden im Dezember 2025 rund 3,57 Milliarden Dollar in Rechenzentren investiert. Gleichzeitig flossen etwa 3,49 Milliarden Dollar in Büroprojekte, berichtete die US-Nachrichtenagentur Bloomberg.

    Während die Büroentwicklung seit der Pandemie unter hohen Leerständen leidet, wächst der Bedarf an digitaler Infrastruktur kontinuierlich. Unternehmen wie Meta, Amazon, Google und Microsoft treiben den Boom voran. Ein Beispiel ist die Region rund um Columbus im Bundesstaat Ohio, wo Meta bereits 2017 mit dem Bau eines großen Rechenzentrums begann. In der Folge siedelten sich weitere Tech-Konzerne an - angezogen von stabilen wirtschaftlichen Bedingungen, qualifizierten Fachkräften und ausreichender Energieversorgung.


    Auch Bauunternehmen profitieren stark von dieser Entwicklung. So hat der Baukonzern Turner Construction sein Geschäft mit Rechenzentren massiv ausgeweitet: Das Projektvolumen lag zuletzt bei 9,4 Milliarden Dollar, das ist mehr als fünfmal so viel wie noch 2020. Kürzlich erhielt Turner zudem den Zuschlag für ein weiteres Großprojekt im Wert von 10 Milliarden Dollar.

    Für Investoren attraktiv

    Für Investoren gelten Rechenzentren als besonders attraktiv. Große Vermögensverwalter wie Blackstone, Brookfield Asset Management und KKR setzen verstärkt auf diese Anlageklasse. Langfristige Mietverträge von bis zu 15 Jahren und steigende Nachfrage nach Rechenleistung sorgen für stabile Erträge.

    Gleichzeitig wächst jedoch auch der Widerstand in einigen Regionen. Anwohner befürchten steigende Strompreise und Umweltbelastungen durch den hohen Energiebedarf der Anlagen. Politische Entscheidungsträger fordern daher teilweise, dass Betreiber ihre Energie selbst erzeugen oder finanzieren.

    Der Bau von Rechenzentren gilt zudem als technisch anspruchsvoll. Anders als Bürogebäude benötigen sie hochkomplexe Strom- und Kühlsysteme sowie redundante Infrastruktur für einen nahezu unterbrechungsfreien Betrieb. Entsprechend hoch sind die Kosten: Sie stiegen zuletzt auf rund 11 Millionen Dollar pro Megawatt.

    Zusammenfassung
    • Ausgaben für Rechenzentren übersteigen erstmals die für neue Bürogebäude
    • Im Dezember 2025 flossen 3,57 Milliarden Dollar in Rechenzentren in den USA
    • Künstliche Intelligenz treibt den rasant wachsenden Bedarf an Rechenleistung
    • Meta, Amazon, Google und Microsoft treiben den Rechenzentrumsboom voran
    • Turner Construction steigerte sein Projektvolumen auf 9,4 Milliarden Dollar
    • Blackstone und KKR setzen verstärkt auf Rechenzentren als Anlageklasse
    • Anwohner befürchten steigende Strompreise und hohe Umweltbelastungen

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