Erster US-Bundesstaat steht vor Verbot des Baus neuer Datenzentren
Der US-Bundesstaat Maine steht kurz davor, als erster den Bau neuer Datenzentren vorübergehend zu untersagen. Ein entsprechender Gesetzentwurf, der diese Woche von Abgeordneten gebilligt wurde, sieht ein Moratorium bis November 2027 vor.
Trotz parteiübergreifender Unterstützung stößt das Vorhaben auf erheblichen Widerstand aus der Wirtschaft. Unternehmen und Branchenverbände warnen, dass selbst eine temporäre Baupause Maine im Wettbewerb zurückwerfen könnte. "Die Entwicklung geht extrem schnell, es ist ein globaler Wettlauf", sagte ein Vertreter der Bauindustrie. Investoren könnten sich rasch anderen Standorten zuwenden.
Tatsächlich hat Maine bislang keine großen Rechenzentrumsprojekte angezogen, doch mehrere kleinere Vorhaben befinden sich in Planung oder im Bau. Gleichzeitig wächst landesweit die Zahl solcher Projekte stark an, insbesondere in Bundesstaaten wie Virginia oder Georgia, wo Konzerne wie Meta, Google und Microsoft massiv investieren.
Die Wirtschaft verweist zudem darauf, dass Maine bereits über strenge Genehmigungsverfahren verfügt, die Umwelt- und Preisrisiken begrenzen sollen. Ein vollständiger Baustopp sei daher unverhältnismäßig.
Noch ist das Gesetz nicht endgültig verabschiedet. Entscheidend wird die Haltung von Gouverneurin Janet Mills sein, die ein Veto einlegen könnte. Sie hatte zuvor gefordert, bestimmte Regionen von dem Verbot auszunehmen, konnte sich damit jedoch im Parlament nicht durchsetzen. Sie kann allerdings auch nicht einfach Abgeordnete übergehen. Denn Mills kandidiert für einen Sitz im US-Senat und ist auf breite Unterstützung angewiesen. Ein mögliches Veto gegen das Moratorium könnte sich dabei als unpopulär erweisen.
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Zeit für Prüfungen
Ziel dessen sei es, Zeit zu gewinnen, um mögliche Auswirkungen auf Strompreise und Infrastruktur zu prüfen, berichtet der US-Sender CNBC. Das Gesetz soll zudem die Einrichtung eines Gremiums vorsehen, das Regeln für den zukünftigen Betrieb solcher Anlagen erarbeitet. Hintergrund ist die Sorge, dass der rapide Ausbau, angetrieben durch den Boom bei Künstlicher Intelligenz, zu steigenden Energiekosten für Verbraucher führen könnte.Trotz parteiübergreifender Unterstützung stößt das Vorhaben auf erheblichen Widerstand aus der Wirtschaft. Unternehmen und Branchenverbände warnen, dass selbst eine temporäre Baupause Maine im Wettbewerb zurückwerfen könnte. "Die Entwicklung geht extrem schnell, es ist ein globaler Wettlauf", sagte ein Vertreter der Bauindustrie. Investoren könnten sich rasch anderen Standorten zuwenden.
Tatsächlich hat Maine bislang keine großen Rechenzentrumsprojekte angezogen, doch mehrere kleinere Vorhaben befinden sich in Planung oder im Bau. Gleichzeitig wächst landesweit die Zahl solcher Projekte stark an, insbesondere in Bundesstaaten wie Virginia oder Georgia, wo Konzerne wie Meta, Google und Microsoft massiv investieren.
Sorge um Energiepreise
Ein zentraler Streitpunkt in Maine sind die ohnehin hohen Strompreise. Befürworter des Moratoriums argumentieren, eine Pause ermögliche es, die Energieversorgung auszubauen und Kostensteigerungen zu verhindern. Kritiker halten dagegen, dass zusätzliche Großverbraucher auch zur Stabilisierung beitragen könnten, da sie sich an den Infrastrukturkosten beteiligen.Die Wirtschaft verweist zudem darauf, dass Maine bereits über strenge Genehmigungsverfahren verfügt, die Umwelt- und Preisrisiken begrenzen sollen. Ein vollständiger Baustopp sei daher unverhältnismäßig.
Noch ist das Gesetz nicht endgültig verabschiedet. Entscheidend wird die Haltung von Gouverneurin Janet Mills sein, die ein Veto einlegen könnte. Sie hatte zuvor gefordert, bestimmte Regionen von dem Verbot auszunehmen, konnte sich damit jedoch im Parlament nicht durchsetzen. Sie kann allerdings auch nicht einfach Abgeordnete übergehen. Denn Mills kandidiert für einen Sitz im US-Senat und ist auf breite Unterstützung angewiesen. Ein mögliches Veto gegen das Moratorium könnte sich dabei als unpopulär erweisen.
Zusammenfassung
- Maine plant als erster US-Staat ein Moratorium für neue Rechenzentren
- Der Baustopp soll bis November 2027 gelten und Folgen für Strom prüfen
- Ein Gremium soll Regeln für Betrieb, Energiebedarf und Netze erarbeiten
- Wirtschaft warnt vor Nachteilen im globalen Wettlauf um Investitionen
- Befürworter sehen Schutz vor höheren Strompreisen und Engpässen im Netz
- Gouverneurin Janet Mills ringt zwischen Veto, Senatswahl und Parlamentsdruck
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