Chrome-KI: Google mit Stellungnahme zu 'heimlichem' 4-GB-Download

Google Chrome lädt im Hintergrund ungefragt ein rund vier Gigabyte großes lokales KI-Modell herunter. Das sorgt bei vielen Nutzern für großen Ärger. Google äußert sich nun dazu, scheint aber kein Problem in der Praxis zu sehen.
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KI-Download ohne Vorwarnung

Einige Nutzer von Google Chrome finden derzeit eine unerwartete Datei auf ihren Rechnern. Der Browser lädt nämlich im Hintergrund automatisch eine rund vier Gigabyte große Datei mit dem Namen weights.bin herunter. Weder werden Anwender vorab über den Vorgang informiert, noch holt der Hersteller eine explizite Zustimmung ein. Das Vorgehen verärgert viele Endanwender.

Hinter der massiven Datei verbirgt sich Gemini Nano. Das ist ein kompaktes Modell für künstliche Intelligenz von Google, das direkt auf dem lokalen Endgerät ausgeführt wird. Jetzt hat sich Google zu der Angelegenheit geäußert, umschifft jedoch komplett die heiklen Fragen und sieht wohl kein Problem in der aktuellen Praxis.


Google verteidigt das Vorgehen

So erklärt die Google-Managerin und sogenannte "Sicherheitsprinzessin" Parisa Tabriz auf X, die Integration von Gemini Nano sei ein zentraler Bestandteil der Strategie des Browsers. Das KI-Modell biete wichtige Sicherheitsfunktionen wie die Erkennung von Betrugsversuchen und verarbeite Daten im Gegensatz zu Cloud-Lösungen ausschließlich lokal. Auf die Kritik wegen der fehlenden Nutzerzustimmung geht sie in ihrem Post nicht ein.

Tabriz betont jedoch, dass sich die Komponente automatisch deinstalliere, falls der Speicherplatz auf dem Computer knapp werde. Es gäbe außerdem eine Option in den Einstellungen von Chrome unter 'System', die es erlaube, das lokale KI-Modell auszuschalten und zu entfernen. Das besänftigt die Kritiker jedoch kaum. Viele Anwender berichten zudem, dass der notwendige Schalter in ihrer aktuellen Programmversion komplett fehlt.

Möglicher Richtlinienverstoß

Die Integration von Gemini Nano erfolgt über eine sogenannte Erweiterungsebene innerhalb von Google Chrome. Die Architektur erlaubt es dem Browser, neue Funktionen nachzuladen, ohne das gesamte Hauptprogramm zu aktualisieren. Datenschutzexperten bemängeln jedoch, dass das Verhalten gegen europäische Richtlinien verstoßen könnte. Das Gesetz schreibt vor, dass für das Speichern von Dateien die vorherige Erlaubnis der Nutzer erforderlich ist.

Besonders frustrierend für viele Anwender ist die mangelnde Transparenz. Die sichtbaren KI-Funktionen in der Adressleiste des Browsers nutzen das lokale Modell derzeit gar nicht. Stattdessen sendet Google Chrome solche Suchanfragen weiterhin an externe Server im Rechenzentrum. Die heruntergeladenen vier Gigabyte liegen also oft ungenutzt auf dem Speicherlaufwerk herum, bis spezielle Programmierschnittstellen sie schließlich anfordern.

Mit seiner Stellungnahme umschifft Google die eigentlich wichtigen Fragen und präsentiert die Umstände eher als einen Sicherheits- und Funktionsgewinn für die Nutzer. Dass man für die Installation eines über vier Gigabyte großen lokalen KI-Modells eventuell das Einverständnis der Nutzer einholen sollte, scheint kein Gedanke zu sein, mit dem sich die Verantwortlichen bei Google beschäftigen.

Was haltet ihr von Googles Herangehensweise und Stellungnahme? Und habt ihr die Datei auf eurem Rechner bereits gefunden? Diskutiert das Thema mit uns in den Kommentaren!

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Zusammenfassung
  • Google Chrome lädt 'heimlich' 4 GB großes KI-Modell Gemini Nano herunter
  • Datei weights.bin wird ohne Zustimmung und Vorwarnung heruntergeladen
  • Google hat eine offizielle Stellungnahme dazu abgegeben
  • Konzern laut eigenen Angaben sieht kein Problem mit der Praxis
  • Wichtige Fragen zur fehlenden Nutzerzustimmung umschifft Google
  • Installation der KI wird unter anderem als Sicherheitsgewinn beschrieben
  • Nutzer können Gemini Nano in Chrome-Einstellungen deaktivieren - angeblich
  • Vorgehen könnte gegen europäische Richtlinien verstoßen

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