Apple-Music-Chef zu Lossless:
Die meisten hören eh keinen Unterschied

Bei Apple Music hält man verlustfreies Audio für weitgehend nutzlos. Manager Oliver Schusser betont, dass Bluetooth-Kopfhörer den Qualitätsvorteil ohnehin zunichtemachen. Der Konzern rückt deshalb lieber den spürbaren räumlichen Klang in den Fokus.
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Kritik am eigenen Format

Oliver Schusser, Vice President und Chef von Apple Music, äußert sich kritisch über verlustfreies Audio. Obwohl der Streamingdienst das sogenannte Lossless-Format anbietet, bezweifelt das Management den praktischen Nutzen für die breite Masse. Im Alltag hören die meisten Menschen keinen Unterschied zur normalen Komprimierung, da technische Limitierungen den Klangvorteil zunichtemachen.

Ein Hauptgrund für den fehlenden Mehrwert ist die kabellose Übertragung. Der Audiostandard Bluetooth, der in den populären AirPods des Unternehmens sowie bei fast allen anderen kabellosen Kopfhörern zum Einsatz kommt, unterstützt die Übertragung der riesigen Datenmengen von Lossless-Audio schlichtweg nicht. Wer seine Musik auf dem Weg zur Arbeit oder beim Sport kabellos konsumiert, profitiert demnach technisch bedingt überhaupt nicht von der höheren Auflösung.

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Wie aus einem Interview mit Billboard hervorgeht, forderte die Musikindustrie die Einführung des verlustfreien Formats vehement. Schusser erklärt jedoch, dass bei einem anonymen Blindtest mit einem iPhone und handelsüblichen Kopfhörern kaum ein Musikfan das hochauflösende Material von Standard-Audio unterscheiden könne. Die theoretischen Vorteile auf dem Papier lassen sich in der Praxis kaum abbilden.

Viele Leute sagten, "Lossless" sei die Lösung. Von Plattenfirmen hörte ich: "Ihr müsst auf Lossless setzen." Was sie jedoch nicht bedachten, ist, dass "Lossless" über Bluetooth eigentlich nicht funktioniert. Wenn man also eine drahtlose Verbindung nutzt, funktioniert "Lossless" in Wirklichkeit nicht.
Oliver Schusser

Fokus auf räumlichen Klang

Statt auf unhörbare Spezifikationen zu setzen, fokussiert sich das Unternehmen auf Spatial Audio. Die Technologie bietet im Vergleich zu Lossless handfeste Vorteile. Dazu gehören ein sofort hörbarer Unterschied für jeden Nutzer, die Kompatibilität mit fast allen Kopfhörern sowie die räumliche Ortung von Instrumenten und Stimmen. Laut Schusser funktioniert das Format im Gegensatz zu Lossless-Audio geräteübergreifend und drahtlos.

Die Einführung von Spatial Audio war jedoch mit Hürden verbunden. Zu Beginn existierten weltweit nur etwa 5000 Musikstücke, die für den räumlichen Klang abgemischt waren. Toningenieure mussten erst geschult und Tonstudios aufgerüstet werden, um den neuen Standard flächendeckend zu etablieren. Heute gilt die Technik als wichtiges Alleinstellungsmerkmal für den Streamingdienst.

Hört ihr im Alltag einen Unterschied zwischen komprimierter Musik und Lossless-Audio? Nutzt ihr lieber den räumlichen Klang oder klassisches Stereo? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren.

Zusammenfassung
  • Apple Music hält Lossless für kaum nützlich im Alltagsgebrauch
  • Bluetooth limitiert Datenraten, daher verpufft der Qualitätsvorteil
  • In Blindtests erkennen viele Hörer Lossless und Standard kaum
  • Schusser sagt, die Musikindustrie drängte zuvor stark auf Lossless
  • Stattdessen priorisiert Apple Spatial Audio mit sofort hörbarem Effekt
  • Anfangs gab es nur 5000 Titel, Studios und Teams mussten aufrüsten

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