Rheinmetall wird in Deutschland europäische Marschflugkörper bauen
Ursprünglich wollte Destinus zivile Hyperschallflugzeuge entwickeln, doch nun baut die Firma mit Rheinmetall Waffen. Ein neues Joint Venture in Niedersachsen produziert ab 2026 KI-gesteuerte Marschflugkörper für den europäischen Markt.
Hintergrund des Zusammenschlusses ist der gestiegene Bedarf an militärischer Ausrüstung durch die anhaltenden Konflikte in Europa und im Nahen Osten. Die europäischen Bestände sind stark geschrumpft. Während Destinus das Systemdesign und eine bereits laufende Serienproduktion beisteuert, stellt Rheinmetall seine industrielle Infrastruktur zur Verfügung. Destinus fertigt aktuell bereits über 2000 Marschflugkörper pro Jahr in Europa, die teilweise in der Ukraine validiert wurden.
Wie die Unternehmen laut einem Bericht des Wall Street Journal mitteilen, verlagert sich der Markt von einer limitierten Produktion hin zu einer Fertigung im industriellen Maßstab. Destinus-Geschäftsführer Mikhail Kokorich betonte demnach, das eigentliche Problem in Europa sei nicht die fehlende Nachfrage, sondern die unzureichende industrielle Kapazität. Rheinmetall-Chef Armin Papperger ergänzte, dass die Erweiterung der industriellen Basis für moderne Verteidigungssysteme zwingend erforderlich sei.
Der Zusammenschluss soll helfen, die europäischen Produktionsengpässe bei der Munitionsbeschaffung schnell zu überwinden. Die endgültige Umsetzung des Vorhabens steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der zuständigen behördlichen Genehmigungen. Der formelle Abschluss des Vertrags wird für das vierte Quartal des Jahres 2026 erwartet.
Sollten die Kartellbehörden zustimmen, erwarten die beteiligten Firmen kurzfristig ein jährliches Marktvolumen in dreistelliger Millionenhöhe. Das könnte laut Unternehmensangaben langfristig auf einen Milliardenbetrag anwachsen. Destinus vollzieht mit dem Schritt übrigens eine weitere klare Ausrichtung auf den militärischen Sektor. Das Unternehmen wollte unter der Leitung von Mikhail Kokorich ursprünglich zivile Hyperschallflugzeuge entwickeln.
Die europäische Rüstungsindustrie formiert sich neu. Wie bewertet ihr den Ausbau der lokalen Waffenproduktion in Deutschland? Teilt eure Meinung mit uns in den Kommentaren!
Siehe auch:
Neues Joint Venture in Niedersachsen
Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall und das niederländische Verteidigungsunternehmen Destinus gründen im zweiten Halbjahr 2026 ein gemeinsames Unternehmen. Unter dem Namen Rheinmetall Destinus Strike Systems planen die Partner am Standort Unterlüß in Niedersachsen die Massenfertigung von Marschflugkörpern und ballistischer Raketenartillerie für europäische Staaten und die NATO. Rheinmetall wird 51 Prozent der Anteile halten, Destinus die restlichen 49 Prozent. Das neue Werk entsteht neben bestehenden Anlagen.Hintergrund des Zusammenschlusses ist der gestiegene Bedarf an militärischer Ausrüstung durch die anhaltenden Konflikte in Europa und im Nahen Osten. Die europäischen Bestände sind stark geschrumpft. Während Destinus das Systemdesign und eine bereits laufende Serienproduktion beisteuert, stellt Rheinmetall seine industrielle Infrastruktur zur Verfügung. Destinus fertigt aktuell bereits über 2000 Marschflugkörper pro Jahr in Europa, die teilweise in der Ukraine validiert wurden.
Wie die Unternehmen laut einem Bericht des Wall Street Journal mitteilen, verlagert sich der Markt von einer limitierten Produktion hin zu einer Fertigung im industriellen Maßstab. Destinus-Geschäftsführer Mikhail Kokorich betonte demnach, das eigentliche Problem in Europa sei nicht die fehlende Nachfrage, sondern die unzureichende industrielle Kapazität. Rheinmetall-Chef Armin Papperger ergänzte, dass die Erweiterung der industriellen Basis für moderne Verteidigungssysteme zwingend erforderlich sei.
Skalierung der Produktion
Die produzierten Marschflugkörper - also strahlgetriebene Lenkwaffen, die in geringer Höhe fliegen - sollen laut den Entwicklern auch ohne das globale Navigationssatellitensystem GPS funktionieren. Destinus setzt hierbei auf eine Steuerung durch künstliche Intelligenz. Rheinmetall übernimmt die Bereitstellung der Produktionsanlagen und das Programmmanagement. Destinus verantwortet die Systemarchitektur und die Entwicklung der Kernkomponenten. Die beiden Partner wollen so ihre jeweiligen Stärken bündeln.Der Zusammenschluss soll helfen, die europäischen Produktionsengpässe bei der Munitionsbeschaffung schnell zu überwinden. Die endgültige Umsetzung des Vorhabens steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der zuständigen behördlichen Genehmigungen. Der formelle Abschluss des Vertrags wird für das vierte Quartal des Jahres 2026 erwartet.
Sollten die Kartellbehörden zustimmen, erwarten die beteiligten Firmen kurzfristig ein jährliches Marktvolumen in dreistelliger Millionenhöhe. Das könnte laut Unternehmensangaben langfristig auf einen Milliardenbetrag anwachsen. Destinus vollzieht mit dem Schritt übrigens eine weitere klare Ausrichtung auf den militärischen Sektor. Das Unternehmen wollte unter der Leitung von Mikhail Kokorich ursprünglich zivile Hyperschallflugzeuge entwickeln.
Die europäische Rüstungsindustrie formiert sich neu. Wie bewertet ihr den Ausbau der lokalen Waffenproduktion in Deutschland? Teilt eure Meinung mit uns in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Destinus und Rheinmetall gründen 2026 eine Firma für Raketensysteme
- Das Vorhaben am Standort Unterlüß dient der Versorgung von NATO-Staaten
- Geplant ist die Massenfertigung von Marschflugkörpern für europäische Staaten
- Moderne Steuerungstechnik macht die Systeme vom GPS-Signal unabhängig
- Rheinmetall hält die Mehrheit von 51 Prozent an dem Gemeinschaftsprojekt
- Erhöhter Bedarf entsteht durch Konflikte in Europa und im Nahen Osten
Siehe auch:
- Rheinmetall und Lockheed Martin planen gemeinsamen Raketenbau
- Europa rüstet auf, bekommt gleich mehrere neue Angriffsdrohnen
- Panzer statt Cabrios: Rheinmetall erwägt Übernahme von VW-Werk
- Rheinmetall erwartet Milliardenauftrag für Skyranger von Bundeswehr
- Rheinmetall will Starlink-Alternative für die Bundeswehr bauen
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