Speicherkrise: Jetzt hamstern Datenzentren auch noch SSDs

Der massive Ausbau von KI-Rechenzentren sorgt aktuell für weltweite Engpässe auf dem Speichermarkt. Da klassische Festplatten kaum lieferbar sind, kaufen Firmen nun SSD-Bestände leer. Das treibt die Preise für Endverbraucher spürbar in die Höhe.
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WinFuture/KI-generiert

KI-Boom macht die Speicherkrise immer schlimmer

Der Wettlauf um Künstliche Intelligenz sorgt seit bereits Wochen und Monaten für drastische Engpässe bei IT-Hardware und die hohe Nachfrage hat längst den Markt für Massenspeicher erreicht. Cloud-Anbieter und KI-Unternehmen bauen ihre Infrastruktur aus und kaufen den globalen Markt leer. Das Resultat sind Lieferzeiten von über zwei Jahren für Enterprise-Festplatten und seit Neuestem auch explodierende Preise bei SSDs.

Ursache ist die begrenzte Fertigungskapazität der Hersteller. Große Produzenten wie Seagate oder Western Digital arbeiten im Enterprise-Segment fast ausschließlich nach einem "Build-to-order"-Modell. Sie fertigen nur auf direkte Bestellung. Ein kurzfristiges Hochfahren der Produktion ist kaum möglich, zumal die Abhängigkeit von Neodym für die Magnete in Festplatten ein zusätzliches Risiko in der Lieferkette darstellt.


QLC-Technik als Notlösung

Rechenzentren können nicht zwei Jahre auf neue Laufwerke warten und weichen auf Alternativen aus. Wie das taiwanesische Branchenmedium DigiTimes berichtet, findet deshalb ein bedeutender Technologiewandel statt. Unternehmen setzen aus Kostengründen nicht auf den langlebigeren TLC-NAND (Triple Level Cell), sondern auf QLC-NAND (Quad Level Cell). Diese Technik speichert vier Bit pro Zelle und bietet eine höhere Dichte.

QLC-Speicher erkauft den Platzvorteil mit geringerer Schreibgeschwindigkeit und Haltbarkeit. Für viele "Read-Intensive"-Anwendungen in KI-Modellen ist das jedoch ausreichend, da trainierte Modelle Daten primär lesen. Die Folgen des Ansturms sind gravierend. Die Produktionskapazitäten für QLC-NAND sind bei einigen Herstellern für das gesamte Jahr 2026 ausgebucht. Analysten erwarten, dass QLC den Marktanteil von TLC bereits 2027 überholt.

Preisanstieg beim Arbeitsspeicher

Die Verknappung betrifft neben Festplatten und Flash-Speicher auch den Arbeitsspeicher. Die Preise für DRAM sind in den letzten Wochen um fast 50 Prozent gestiegen. Ein Grund hierfür ist der Fokus der Hersteller auf HBM (High Bandwidth Memory). Dieser Spezialspeicher wird zwingend für KI-Beschleuniger benötigt und verdrängt die Produktion von klassischem DDR5-RAM auf den Fertigungslinien.

Erstmals treten bei HDDs, NAND-Flash und DRAM gleichzeitig schwere Lieferengpässe auf.
Wallace Kou, Präsident von Silicon Motion
Große Halbleiterhersteller wie Samsung und SK Hynix priorisieren margenstarke Komponenten für Server. Für Endanwender bedeutet das, dass klassische PC-Komponenten und Speicher für Smartphones teurer und schlechter verfügbar werden. Experten prognostizieren diese Lage bis 2027 und es scheint, dass die Situation mit jedem Tag etwas schlechter wird.

Habt ihr die steigenden Preise bei SSDs und Arbeitsspeicher bereits bemerkt oder plant ihr deswegen, Hardwarekäufe vorzuziehen? Schreibt uns eure Erfahrungen und Meinungen dazu gerne unten in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • KI-Rechenzentren verursachen weltweite Engpässe auf dem Speichermarkt
  • Enterprise-Festplatten haben inzwischen Lieferzeiten von über zwei Jahren
  • Firmen weichen auf QLC-NAND-SSDs als Alternative zu Festplatten aus
  • QLC-NAND-Kapazitäten sind bei Herstellern für ganz 2026 ausgebucht
  • DRAM-Preise stiegen zuletzt um fast fünfzig Prozent wegen HBM-Fokus
  • HDDs, NAND-Flash und DRAM sind erstmals gleichzeitig schwer lieferbar
  • Experten erwarten anhaltende Engpässe und steigende Preise bis 2027

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