Auf "The Line" folgt "The Moon" - Nächstes Mega-Bauprojekt in Planung

Nachdem das saudi-arabische Megaprojekt "The Line" mit Realitäts­problemen kämpft, kündigt sich bereits die nächste bauliche Utopie an: "The Moon". Ein Designbüro plant eine gigantische Kugel, die doppelt so groß wie die Las Vegas Sphere werden soll.
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Moon World Resorts

Gigantismus statt Realismus

Während Berichte über das faktische Scheitern und die massive Reduzierung des saudi-arabischen Wüstenprojekts "The Line" die Runde machen, scheint der Drang nach architektonischen Superlativen ungebrochen. Nach der "Moses Bridge" und weiteren Wüsten-Städten versucht jetzt ein kanadisches Designbüro, das Vakuum der gescheiterten Utopien zu füllen, und hat Pläne für "The Moon" vorgestellt.

Das Konzept sieht ein kugelförmiges Resort vor, das mit einer angestrebten Höhe von 224 Metern und einem ähnlichen Durchmesser die Skyline beinahe jeder Metropole dominieren würde. Es handelt sich um einen erneuten Versuch, die Grenzen der Physik und Finanzierung herauszufordern.


Im direkten Vergleich wirkt die "Sphere" in Las Vegas beinahe winzig. Die dortige Veranstaltungshalle misst lediglich 157 Meter im Durchmesser und 112 Meter in der Höhe. Das neue Projekt zielt darauf ab, diese Dimensionen exakt zu verdoppeln. Im Inneren der gigantischen Struktur sollen sich ein Hotel mit 4000 Zimmern, ein Kongresszentrum sowie eine simulierte Mondoberfläche befinden. Die Zielgruppe sind wohlhabende Touristen, denen ein echter Weltraumflug zu riskant oder mit Preisen im Millionenbereich schlicht zu teuer ist. Stattdessen soll eine "Authentizität" verkauft werden, die im Kern nur aus Stahl, Beton und Bildschirmen besteht.

Kopierte Visionen und Lizenzmodelle

Das Herzstück der Anlage soll eine "Mondkolonie" bilden, die Besuchern das Gefühl vermittelt, auf dem Erdtrabanten zu spazieren, inklusive simulierter Fortbewegung mittels eines "Mond-Shuttles". Die detaillierten Pläne hierzu stammen von Moon World Resorts, die das Projekt nicht selbst bauen, sondern als Lizenzgeber fungieren wollen. Wie aus Unterlagen hervorgeht, soll das Projekt idealerweise schon bis zum Jahr 2032 realisiert werden. Als potenzielle Standorte nennt das Unternehmen eine breite, fast willkürlich wirkende Liste von Ländern, darunter die USA, die Vereinigten Arabischen Emirate, Singapur und Spanien.
Megaprojekt "The Moon"'The Moon' in ... Megaprojekt "The Moon"... unterschiedlichen Varianten
Die veranschlagten Kosten belaufen sich auf rund 5 Milliarden US-Dollar (etwa 4,24 Milliarden Euro). Kritische Beobachter zweifeln jedoch massiv an der Ernsthaftigkeit des Vorhabens. Das veröffentlichte Bildmaterial erinnert stark an KI-generierte Grafiken oder hastige Photoshop-Montagen, die Elemente bestehender Bauwerke neu kombinieren.

Zweifelhafte Expertise der Gründer

Hinter der Fassade der Superlative stehen Akteure, die in der internationalen Baubranche bislang kaum durch realisierte Großprojekte in Erscheinung getreten sind. Einer der Gründer, Tom Middleton, ist primär als Schlafexperte und Soundtherapeut bekannt, der in der Vergangenheit CDs mit Entspannungsmusik vertrieb. Auch der Co-Gründer Michael R. Henderson hat keine konkreten baulichen Referenzen vorzuweisen. Bereits vor einigen Jahren versuchte das Team erfolglos, ein ähnliches Konzept in der Wüste von Nevada und später in Dubai zu vermarkten, ohne dass jemals ein Spatenstich erfolgte.

Das gesamte Unterfangen wirkt derzeit weniger wie ein konkretes Bauvorhaben, sondern eher wie der verzweifelte Versuch, eine Lizenzidee an gutgläubige Investoren zu verkaufen. Da bisher weder ein fester Standort noch eine behördliche Genehmigung oder gesicherte Finanzierung vorliegt, bleibt "The Moon" eine digitale Vision auf dem Niveau eines Pitch-Decks. Ob sich nach dem Debakel um "The Line" noch Geldgeber finden lassen, die rund fünf Milliarden Euro in eine vergrößerte Kopie der Las Vegas Sphere investieren, ist angesichts der wirtschaftlichen Risiken bei solchen Megaprojekten mehr als fraglich.

Könntet ihr euch vorstellen, in einem solchen Fake-Mond Urlaub zu machen, oder haltet ihr das Projekt für reine Geldverschwendung? Was meint ihr zu diesem Trend der gigantischen Bauvorhaben? Schreibt es uns in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • Nach Schitern von 'The Line' plant ein kanadisches Designbüro 'The Moon'
  • Geplante Kugel soll doppelt so groß wie die Las Vegas Sphere werden
  • 4000 Hotelzimmer und simulierte Mondoberfläche im Inneren vorgesehen
  • Realisierung bis 2032 für 4,24 Milliarden Euro angestrebt
  • Kritiker zweifeln an Ernsthaftigkeit wegen fehlender Referenzen der Planer
  • 'The Moon' bleibt ohne Standort und Finanzierung vorerst nur eine Vision

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