TikTok trackt Nutzer umfassend, auch wenn sie die App nicht nutzen
TikTok verfolgt Internetnutzer inzwischen auch auf fremden Webseiten, selbst wenn diese die App gar nicht installiert haben. Aggressive Pixel erfassen sogar sensible Gesundheitsdaten, um detaillierte Werbeprofile zu erstellen.
Das System nutzt winzige, oft nur 1 x 1 Pixel große Grafiken, die auf Webseiten Dritter eingebettet sind. Diese Pixel erfassen nicht nur simple Kaufabschlüsse, sondern leiten sensible Informationen weiter. Fachleute warnen, dass das aktualisierte Pixel nun sogar Daten abfange, die eigentlich an Google gesendet werden sollten. Webseitenbetreiber müssten diesem erweiterten Abgriff oft nicht einmal explizit zustimmen, da das Pixel automatisiert im Hintergrund agiere.
Patrick Jackson, CTO des Sicherheitsunternehmens Disconnect, bezeichnete das Verhalten als extrem invasiv. Zwar behaupte TikTok, solche sensiblen Daten systemseitig herauszufiltern, doch die initiale Übertragung finde statt, sobald der Nutzer die entsprechende Webseite aufrufe.
Technisch gesehen ist das Pixel ein Industriestandard, den auch Meta und Google nutzen. Google tracke etwa 72 Prozent der weltweiten Top-Websites, Meta liege bei rund 21 Prozent, während TikTok derzeit auf etwa fünf Prozent komme. Doch die Qualität der Datenerhebung hat sich verändert. Das neue Werbesystem zielt darauf ab, Nutzer auch außerhalb der Plattform präzise zu identifizieren. Datenschutzexperten bezeichnen das Vorgehen als Blackbox, da für Außenstehende kaum nachvollziehbar sei, welche Datenströme genau verarbeitet werden und wie lange diese auf den Servern verbleiben.
Dazu gehören die Bildschirmauflösung, installierte Schriftarten, der Akkustand, die Version des Betriebssystems und sogar die Art und Weise, wie die Grafikkarte bestimmte Elemente rendert (Canvas Fingerprinting). Diese Kombination ist oft so individuell wie ein menschlicher Fingerabdruck und ermöglicht eine Wiedererkennung des Nutzers über verschiedene Websites hinweg, selbst wenn Cookies gelöscht wurden.
Da das Tracking serverseitig und über Skripte von Drittanbietern läuft, reicht das bloße Löschen der TikTok-App nicht aus. Um die Weitergabe von Daten effektiv zu unterbinden, empfehlen Sicherheitsexperten primär den Wechsel des Browsers oder den Einsatz spezifischer Erweiterungen. Google Chrome gilt hierbei aufgrund seiner Architektur oft als weniger privatsphärenfreundlich im Vergleich zu Alternativen, da Googles eigenes Geschäftsmodell ebenfalls auf Datensammlung basiert.
Folgende Maßnahmen helfen gegen das Tracking:
Das Unternehmen selbst verweist auf seine Transparenzrichtlinien und bietet Nutzern der App an, gesammelte Daten in den Einstellungen zu löschen. Für Nichtnutzer bleibt jedoch oft nur der technische Selbstschutz durch entsprechende Browser-Erweiterungen, um der digitalen Überwachung zu entgehen.
Nutzt ihr bereits aktiv Blocker wie Privacy Badger oder verlasst ihr euch auf die Standard-Einstellungen eures Browsers? Schreibt uns eure Konfiguration in die Kommentare!
Siehe auch:
Unsichtbares Tracking auf externen Seiten
Auch ohne eigenes Nutzerkonto sind Anwender vor der Datensammlung durch TikTok nicht geschützt. Seit der Übernahme der US-Sparte durch ein Konsortium aus Oracle, Silver Lake und MGX im Januar 2026 hat die Plattform ihre Werbe-Algorithmen technisch massiv angepasst. Das Resultat ist ein aggressives Tracking-Pixel, das Nutzer über Webseiten hinweg verfolgt - völlig unabhängig davon, ob die App auf dem Smartphone installiert ist. Das Ziel der neuen Eigentümer besteht im Erstellen detaillierter Profile für personalisierte Werbung, um die hohen Investitionen durch eine präzisere Zielgruppenansprache zu monetarisieren.Das System nutzt winzige, oft nur 1 x 1 Pixel große Grafiken, die auf Webseiten Dritter eingebettet sind. Diese Pixel erfassen nicht nur simple Kaufabschlüsse, sondern leiten sensible Informationen weiter. Fachleute warnen, dass das aktualisierte Pixel nun sogar Daten abfange, die eigentlich an Google gesendet werden sollten. Webseitenbetreiber müssten diesem erweiterten Abgriff oft nicht einmal explizit zustimmen, da das Pixel automatisiert im Hintergrund agiere.
Sensible Gesundheitsdaten im Visier
Wie die BBC in einer ausführlichen Analyse darlegt, gehe die Datenerhebung weit über kommerzielle Interessen hinaus. Bei Tests habe das Pixel E-Mail-Adressen und Statusinformationen von Seiten für Krebspatienten, Online-Fruchtbarkeitstests und psychische Krisenhilfe direkt an TikTok übermittelt.Patrick Jackson, CTO des Sicherheitsunternehmens Disconnect, bezeichnete das Verhalten als extrem invasiv. Zwar behaupte TikTok, solche sensiblen Daten systemseitig herauszufiltern, doch die initiale Übertragung finde statt, sobald der Nutzer die entsprechende Webseite aufrufe.
Technisch gesehen ist das Pixel ein Industriestandard, den auch Meta und Google nutzen. Google tracke etwa 72 Prozent der weltweiten Top-Websites, Meta liege bei rund 21 Prozent, während TikTok derzeit auf etwa fünf Prozent komme. Doch die Qualität der Datenerhebung hat sich verändert. Das neue Werbesystem zielt darauf ab, Nutzer auch außerhalb der Plattform präzise zu identifizieren. Datenschutzexperten bezeichnen das Vorgehen als Blackbox, da für Außenstehende kaum nachvollziehbar sei, welche Datenströme genau verarbeitet werden und wie lange diese auf den Servern verbleiben.
Fingerprinting ersetzt Cookies
Da klassische Drittanbieter-Cookies in modernen Browsern zunehmend blockiert werden, setzt TikTok verstärkt auf sogenanntes Fingerprinting. Dabei werden technische Merkmale des Endgeräts ausgelesen, um einen einzigartigen digitalen Fingerabdruck zu erstellen.Dazu gehören die Bildschirmauflösung, installierte Schriftarten, der Akkustand, die Version des Betriebssystems und sogar die Art und Weise, wie die Grafikkarte bestimmte Elemente rendert (Canvas Fingerprinting). Diese Kombination ist oft so individuell wie ein menschlicher Fingerabdruck und ermöglicht eine Wiedererkennung des Nutzers über verschiedene Websites hinweg, selbst wenn Cookies gelöscht wurden.
Da das Tracking serverseitig und über Skripte von Drittanbietern läuft, reicht das bloße Löschen der TikTok-App nicht aus. Um die Weitergabe von Daten effektiv zu unterbinden, empfehlen Sicherheitsexperten primär den Wechsel des Browsers oder den Einsatz spezifischer Erweiterungen. Google Chrome gilt hierbei aufgrund seiner Architektur oft als weniger privatsphärenfreundlich im Vergleich zu Alternativen, da Googles eigenes Geschäftsmodell ebenfalls auf Datensammlung basiert.
Folgende Maßnahmen helfen gegen das Tracking:
- Nutzung von datenschutzfokussierten Browsern wie Brave, Firefox oder DuckDuckGo
- Installation von Blockern wie Privacy Badger, Ghostery oder uBlock Origin
- Deaktivierung des Ad-Trackings in den iOS-Einstellungen unter Datenschutz und Sicherheit
Das Unternehmen selbst verweist auf seine Transparenzrichtlinien und bietet Nutzern der App an, gesammelte Daten in den Einstellungen zu löschen. Für Nichtnutzer bleibt jedoch oft nur der technische Selbstschutz durch entsprechende Browser-Erweiterungen, um der digitalen Überwachung zu entgehen.
Nutzt ihr bereits aktiv Blocker wie Privacy Badger oder verlasst ihr euch auf die Standard-Einstellungen eures Browsers? Schreibt uns eure Konfiguration in die Kommentare!
Zusammenfassung
- TikTok verfolgt Internetnutzer mit Tracking-Pixeln auch ohne App-Nutzung
- Seit Übernahme der US-Sparte im Januar 2026 wurden Werbe-Algorithmen angepasst
- Kleine eingebettete Grafiken sammeln selbst sensible Gesundheitsdaten für Werbeprofile
- Das Tracking funktioniert durch Fingerprinting statt klassischer Drittanbieter-Cookies
- Experten empfehlen datenschutzfokussierte Browser und spezielle Blocker als Gegenmaßnahme
- Während App-Nutzer Daten in Einstellungen löschen können, bleibt Nicht-Nutzern nur Selbstschutz
Siehe auch:
- Suchtförderndes Design: TikTok nach EU-Recht illegal in aktueller Form
- Zensur nach US-Übernahme: Nutzer verlassen fluchtartig TikTok
- Disney+ im Wandel: Streaming-Dienst will so cool wie TikTok sein
- TikTokerin angeklagt, weil sie beim Livestream im Auto Mann überfuhr
- TikTok-Deal besiegelt: Investoren aus USA & Abu Dhabi kaufen US-App
Thema:
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