Streit um Starlink an Bord: Ryanair-Chef und Musk nennen sich "Idioten"
Zwischen SpaceX-Chef Elon Musk und Ryanair-Boss Michael O'Leary ist ein heftiger Streit entbrannt. Während die Airline Starlink wegen angeblicher Kostenexplosionen ablehnt, widerspricht Musk vehement. Der Disput gipfelt nun in wüsten Beschimpfungen.
O'Leary lehnt die Technologie aus wirtschaftlichen und physikalischen Gründen ab, während Musk naturgemäß (als SpaceX- bzw. Starlink-Chef) die Zukunft der Luftfahrt darin sieht. Das führte mittlerweile zu persönlichen Beleidigungen auf beiden Seiten, wobei beide Führungskräfte für ihren exzentrischen Kommunikationsstil bekannt sind.
Der Disput begann mit O'Learys Erklärung, dass Ryanair keine Absichten hege, die über 600 Flugzeuge umfassende Flotte mit Starlink-Terminals auszurüsten. Das Management bezweifelt grundsätzlich, dass Passagiere auf den durchschnittlich nur einstündigen Flügen bereit wären, für Internetzugang zu bezahlen oder dass dieser ein entscheidendes Buchungskriterium darstellt. Ryanair fokussiert sich seit jeher auf extreme Kostenreduktion, um die günstigsten Ticketpreise am Markt anzubieten.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, setzen zwar immer mehr Fluggesellschaften wie Lufthansa, United Airlines und Qatar Airways auf den Dienst, doch für Billigflieger gelten andere Kalkulationen. O'Leary bezifferte die Mehrkosten durch den erhöhten Luftwiderstand und die Hardware auf bis zu 250 Millionen Dollar (etwa 215 Millionen Euro) pro Jahr. Diese Summe würde sich aus der Anschaffung, Wartung und vor allem dem erhöhten Kerosinverbrauch ergeben.
Die Reaktion von SpaceX ließ nicht lange auf sich warten. Michael Nicolls, Vizepräsident für Starlink-Engineering, widersprach laut Business Insider den Darstellungen vehement. In einem Beitrag auf der Plattform X legte er dar, dass interne Analysen bei einer Boeing 737-800 lediglich einen Anstieg des Treibstoffverbrauchs um 0,3 Prozent zeigen würden. Das ist fast ein Zehntel des von O'Leary behaupteten Wertes. Elon Musk selbst schaltete sich ein und merkte an, dass der zusätzliche Luftwiderstand während der Steigphase praktisch null sei und Ryanair offensichtlich nicht wisse, wie man diese Werte korrekt messe.
Hinter dem verbalen Lärm steht jedoch eine fundamentale strategische Frage. Werden Low-Cost-Carrier langfristig ohne Konnektivität konkurrenzfähig bleiben? Während Musk argumentiert, dass Ryanair Kunden an Airlines mit Internet verlieren werde, setzt O'Leary weiterhin auf den niedrigsten Ticketpreis als alleiniges Entscheidungskriterium.
Die Fronten sind verhärtet: Glaubt ihr, dass Ryanair langfristig auf In-Flight-WLAN verzichten kann oder wird der Druck der Passagiere zu groß? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare!
Siehe auch:
Starlink-Zoff: Musk gegen O'Leary
Zwischen SpaceX-Gründer Elon Musk und Michael O'Leary, dem Chef der irischen Fluggesellschaft Ryanair, ist ein öffentlicher und ziemlich "rustikaler" Streit entbrannt. Auslöser der Auseinandersetzung sind unterschiedliche Ansichten über die Ausstattung der Boeing-Flotte mit dem satellitengestützten Internetdienst Starlink.O'Leary lehnt die Technologie aus wirtschaftlichen und physikalischen Gründen ab, während Musk naturgemäß (als SpaceX- bzw. Starlink-Chef) die Zukunft der Luftfahrt darin sieht. Das führte mittlerweile zu persönlichen Beleidigungen auf beiden Seiten, wobei beide Führungskräfte für ihren exzentrischen Kommunikationsstil bekannt sind.
Der Disput begann mit O'Learys Erklärung, dass Ryanair keine Absichten hege, die über 600 Flugzeuge umfassende Flotte mit Starlink-Terminals auszurüsten. Das Management bezweifelt grundsätzlich, dass Passagiere auf den durchschnittlich nur einstündigen Flügen bereit wären, für Internetzugang zu bezahlen oder dass dieser ein entscheidendes Buchungskriterium darstellt. Ryanair fokussiert sich seit jeher auf extreme Kostenreduktion, um die günstigsten Ticketpreise am Markt anzubieten.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, setzen zwar immer mehr Fluggesellschaften wie Lufthansa, United Airlines und Qatar Airways auf den Dienst, doch für Billigflieger gelten andere Kalkulationen. O'Leary bezifferte die Mehrkosten durch den erhöhten Luftwiderstand und die Hardware auf bis zu 250 Millionen Dollar (etwa 215 Millionen Euro) pro Jahr. Diese Summe würde sich aus der Anschaffung, Wartung und vor allem dem erhöhten Kerosinverbrauch ergeben.
Physik und Kosten als Streitpunkt
Im Detail argumentiert O'Leary, dass die Montage der Antenne am Rumpf den Treibstoffverbrauch um etwa zwei Prozent in die Höhe treiben würde. Zwar sind moderne Starlink-Terminals flache "Electronically Steered Arrays" und keine massiven Kuppeln mehr, doch für Ryanair zählt jeder Millimeter Luftwiderstand. Für eine Airline, die auf extrem knappe Margen angewiesen ist, sei das ein Ausschlusskriterium. O'Leary zweifelte öffentlich an der Kompetenz Musks im Bereich der Luftfahrt.Die Reaktion von SpaceX ließ nicht lange auf sich warten. Michael Nicolls, Vizepräsident für Starlink-Engineering, widersprach laut Business Insider den Darstellungen vehement. In einem Beitrag auf der Plattform X legte er dar, dass interne Analysen bei einer Boeing 737-800 lediglich einen Anstieg des Treibstoffverbrauchs um 0,3 Prozent zeigen würden. Das ist fast ein Zehntel des von O'Leary behaupteten Wertes. Elon Musk selbst schaltete sich ein und merkte an, dass der zusätzliche Luftwiderstand während der Steigphase praktisch null sei und Ryanair offensichtlich nicht wisse, wie man diese Werte korrekt messe.
Persönliche Angriffe
Was als fachliche Diskussion über Aerodynamik und Betriebskosten begann, glitt schnell ins Persönliche ab. Musk bezeichnete O'Leary auf X als "völligen Idioten" und forderte dessen Entlassung. Der Ryanair-Chef, der in der Vergangenheit bereits mit provokanten Ideen wie Stehplätzen im Flugzeug oder Gebühren für die Toilettennutzung Schlagzeilen machte, konterte in einem Radiointerview beim irischen Sender Newstalk. Er nannte Musk ebenfalls einen Idioten, der zwar reich sei, aber null Ahnung von Luftfahrt habe. Zudem bezeichnete er die Plattform X als "Jauchegrube".Hinter dem verbalen Lärm steht jedoch eine fundamentale strategische Frage. Werden Low-Cost-Carrier langfristig ohne Konnektivität konkurrenzfähig bleiben? Während Musk argumentiert, dass Ryanair Kunden an Airlines mit Internet verlieren werde, setzt O'Leary weiterhin auf den niedrigsten Ticketpreis als alleiniges Entscheidungskriterium.
Die Fronten sind verhärtet: Glaubt ihr, dass Ryanair langfristig auf In-Flight-WLAN verzichten kann oder wird der Druck der Passagiere zu groß? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare!
Zusammenfassung
- Heftiger Streit zwischen Ryanair-Chef O'Leary und Elon Musk wegen Starlink
- Ryanair lehnt Satelliten-Internet wegen angeblich hoher Mehrkosten ab
- O'Leary behauptet zwei Prozent mehr Kerosinverbrauch durch Antennen
- SpaceX widerspricht und beziffert Mehrverbrauch auf nur 0,3 Prozent
- Sachliche Diskussion eskaliert zu gegenseitigen Beleidigungen
- Grundsatzfrage: Brauchen Billigflieger Internet für Wettbewerbsfähigkeit
Siehe auch:
- Neue Start-Option: Europäischer Starlink-Konkurrent ist wieder auf Kurs
- Lufthansa bringt ihre Passagiere bald gratis via Starlink online
- SpaceX darf weitere 7500 Starlink-Satelliten in den Orbit schießen
- Iran blockiert Starlink mit neuer Technik - bis zu 80% Ausfälle
- Starlink senkt Orbit: Tausende Satelliten wechseln die Höhe
Thema:
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