1&1 aktiviert Frequenzblock, das ändert sich im Mobilfunknetz
Zum Jahreswechsel hat sich im deutschen Mobilfunkmarkt eine technische Weichenstellung vollzogen, die für Millionen Nutzer spürbare Folgen haben könnte. Besonders betroffen sind Kunden von 1&1, indirekt aber auch Nutzer im O2-Netz.
Dabei handelt es sich um frühere UMTS-Frequenzen, die nach der Abschaltung des 3G-Netzes für LTE und 5G verwendet werden. Bislang war dieses Frequenzband ausschließlich zwischen Telekom, Vodafone und Telefónica (O2) aufgeteilt. 1&1 hatte sich die Nutzungsrechte bereits 2019 gesichert, durfte sie jedoch erst ab diesem Jahr einsetzen.
Konkret wechselten zum Jahresbeginn die Rechte an einem Frequenzblock von 2 × 10 Megahertz von O2 zu 1&1. Sobald der Anbieter diese Frequenzen an den eigenen Standorten aktiviert, steht dort zusätzliche Kapazität zur Verfügung. Das kann vor allem in Städten und an stark frequentierten Orten für stabilere Datenraten sorgen, wenn viele Nutzer gleichzeitig im Netz sind. Auch beim Empfang in Gebäuden bringt das 2,1-Gigahertz-Band Vorteile. Bislang funkte 1&1 vor allem auf höheren Frequenzen um 2,6 und 3,6 Gigahertz, die schlechter durch Wände dringen.
Für O2-Kunden bedeutet die Abgabe der Frequenzen aber theoretisch weniger verfügbare Ressourcen, also ein Verlust an möglicher Leistung. Telefónica geht jedoch davon aus, mögliche Geschwindigkeitseinbußen durch die Bündelung mit anderen Frequenzbereichen ausgleichen zu können. Größere Einschränkungen gelten daher als unwahrscheinlich. Kunden sollten sich bei ihrem Anbieter melden, falls sie Abstriche bemerken.
Deshalb sollten sich die etablierten Anbieter mit 1&1 über eine Abgabe eines Teils dieses Low-Bands einigen. Die Frist dafür ist jedoch ergebnislos verstrichen. Nun wird erwartet, dass die Bundesnetzagentur selbst über die Verteilung entscheidet.
Für 1&1 sind Low-Band-Frequenzen strategisch wichtig, um die eigene Netzabdeckung - insbesondere in ländlichen Regionen und in Gebäuden - zu verbessern. Derzeit greifen viele Geräte dort automatisch auf das Vodafone-Netz zurück, was für 1&1 zusätzliche Kosten verursacht.
Gehört ihr in einer Weise zu den Betroffenen der Änderungen? Erzählt uns von euren Erfahrungen.
Siehe auch:
Eigene Frequenznutzung gestartet
Je nach Standort kann das mobile Internet für die Kunden seitdem schneller - in einzelnen Fällen aber auch langsamer - sein. Und das steckt dahinter: Seit dem 1. Januar 2026 darf 1&1 erstmals auch eigene Frequenzen im 2,1-Gigahertz-Bereich nutzen (via Inside Digital).Dabei handelt es sich um frühere UMTS-Frequenzen, die nach der Abschaltung des 3G-Netzes für LTE und 5G verwendet werden. Bislang war dieses Frequenzband ausschließlich zwischen Telekom, Vodafone und Telefónica (O2) aufgeteilt. 1&1 hatte sich die Nutzungsrechte bereits 2019 gesichert, durfte sie jedoch erst ab diesem Jahr einsetzen.
Konkret wechselten zum Jahresbeginn die Rechte an einem Frequenzblock von 2 × 10 Megahertz von O2 zu 1&1. Sobald der Anbieter diese Frequenzen an den eigenen Standorten aktiviert, steht dort zusätzliche Kapazität zur Verfügung. Das kann vor allem in Städten und an stark frequentierten Orten für stabilere Datenraten sorgen, wenn viele Nutzer gleichzeitig im Netz sind. Auch beim Empfang in Gebäuden bringt das 2,1-Gigahertz-Band Vorteile. Bislang funkte 1&1 vor allem auf höheren Frequenzen um 2,6 und 3,6 Gigahertz, die schlechter durch Wände dringen.
Für O2-Kunden bedeutet die Abgabe der Frequenzen aber theoretisch weniger verfügbare Ressourcen, also ein Verlust an möglicher Leistung. Telefónica geht jedoch davon aus, mögliche Geschwindigkeitseinbußen durch die Bündelung mit anderen Frequenzbereichen ausgleichen zu können. Größere Einschränkungen gelten daher als unwahrscheinlich. Kunden sollten sich bei ihrem Anbieter melden, falls sie Abstriche bemerken.
Frist verstrichen
Noch nicht abgeschlossen ist eine weitere wichtige Frequenzfrage. Parallel zum Jahreswechsel hat die Bundesnetzagentur die Nutzungsrechte für sogenannte Low-Band-Frequenzen bei Telekom, Vodafone und O2 verlängert. Dabei geht es unter anderem um die Bereiche um 700, 800 und 900 Megahertz, die entscheidend für die Flächenversorgung, den Empfang in Gebäuden und die Netzqualität in Zügen sind. Die Verlängerung um fünf Jahre verhinderte zugleich, dass 1&1 diese Frequenzen regulär ersteigern konnte. Infografik Mobilfunk: 5G-Lebenszyklus noch in der Anfangsphase
Deshalb sollten sich die etablierten Anbieter mit 1&1 über eine Abgabe eines Teils dieses Low-Bands einigen. Die Frist dafür ist jedoch ergebnislos verstrichen. Nun wird erwartet, dass die Bundesnetzagentur selbst über die Verteilung entscheidet.
Für 1&1 sind Low-Band-Frequenzen strategisch wichtig, um die eigene Netzabdeckung - insbesondere in ländlichen Regionen und in Gebäuden - zu verbessern. Derzeit greifen viele Geräte dort automatisch auf das Vodafone-Netz zurück, was für 1&1 zusätzliche Kosten verursacht.
Gehört ihr in einer Weise zu den Betroffenen der Änderungen? Erzählt uns von euren Erfahrungen.
Zusammenfassung
- 1&1 nutzt seit 1. Januar 2026 eigene 2,1-GHz-Frequenzen
- 2 × 10 MHz Frequenzblock wechselte von O2 zu 1&1
- Neue Frequenzen verbessern Datenraten und Empfang
- O2-Kunden: weniger Ressourcen, große Einbußen unwahrscheinlich
- Low-Band-Frequenzen für etablierte Anbieter verlängert
- Abgabe von Low-Band-Frequenzen an 1&1 noch offen
- Keine Änderungen für Smartphone-Nutzer nötig
Siehe auch:
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