Erfolgreicher Angriff: Raumfahrt kann die ESA besser als IT-Security

Die Europäische Weltraumorganisation ESA ist erneut Ziel eines Angriffs geworden. Wie die Behörde mit Sitz in Paris mitteilte, seien dabei Daten gestohlen worden. Über deren Umfang und Bedeutung gibt es unterschiedliche Auffassungen.
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Schwere der Tat unklar

Laut der ESA seien nach bisherigen Erkenntnissen nur wenige externe Server betroffen gewesen, die für die nicht klassifizierte technische und wissenschaftliche Zusammenarbeit genutzt würden. Der Schaden sei daher begrenzt. Die hinter dem Angriff stehenden Kriminellen zeichnen jedoch ein deutlich dramatischeres Bild und sprechen von einem umfangreichen Datenabfluss.

Die ESA erklärte, man habe den Vorfall registriert und umgehend eine forensische Untersuchung eingeleitet. Parallel dazu seien Maßnahmen ergriffen worden, um möglicherweise kompromittierte Systeme abzusichern. Zudem seien alle relevanten Partner informiert worden. Weitere Details wolle man veröffentlichen, sobald neue Erkenntnisse vorlägen.


Ganz anders klingen die Behauptungen aus dem Umfeld der Angreifer. Auf dem bekannten Cybercrime-Marktplatz BreachForums tauchte kurz nach Weihnachten ein Angebot auf, in dem mehr als 200 Gigabyte angeblicher ESA-Daten zum Verkauf standen. Der oder die Täter behaupten, bereits am 18. Dezember Zugang zu ESA-nahen Servern erlangt und diesen Zugang rund eine Woche lang aufrechterhalten zu haben.

Nicht der erste Fall

In dieser Zeit sollen nach Darstellung der Angreifer unter anderem Quellcodes, Konfigurationsdateien, interne Dokumente, Zugangsdaten, API-Schlüssel sowie komplette Sicherungen privater Bitbucket-Repositorien abgeflossen sein. Auch von CI/CD-Pipelines, Terraform- und SQL-Dateien ist die Rede. Ob diese Angaben zutreffen, lässt sich bislang allerdings nicht unabhängig überprüfen.

Der aktuelle Vorfall reiht sich in eine Serie früherer Sicherheitsprobleme ein. Erst im vergangenen Jahr war der Online-Shop der ESA Ziel eines Angriffs geworden, bei dem eine manipulierte Zahlungsseite Kundendaten abgriff. Damals betonte die Raumfahrtorganisation, dass der Shop von einem externen Betreiber verantwortet werde.

Bereits 2015 waren mehrere ESA-Domains über eine SQL-Schwachstelle kompromittiert worden, was zum Abfluss von Daten tausender Abonnenten und einiger Mitarbeiter führte. Und schon 2011 hatte ein Angreifer interne Zugangsdaten und Serverkonfigurationen öffentlich gemacht - ebenfalls, so die ESA, ohne Zugriff auf die Kernnetzwerke.

Zusammenfassung
  • ESA meldet Hackerangriff mit Datendiebstahl bei externen Servern
  • Behörde spricht von begrenztem Schaden bei nicht klassifizierten Daten
  • Angreifer behaupten, über 200 Gigabyte sensible ESA-Daten erbeutet zu haben
  • Hacker sollen vom 18. Dezember an eine Woche lang Zugang gehabt haben
  • Auf Cybercrime-Marktplatz BreachForums werden angebliche ESA-Daten angeboten
  • ESA leitete forensische Untersuchung ein und sicherte kompromittierte Systeme
  • Organisation war bereits 2023, 2015 und 2011 Ziel von Cyberangriffen

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