ESA-Forscher lüften Geheimnis um Schmetterlings-Krater auf dem Mars
Asymmetrisch, flügelartig und aufschlussreich: Eine neue Aufnahme vom Mars zeigt einen Krater, der völlig aus dem üblichen Raster fällt. Die ESA erklärt das Phänomen mit einem streifenden Einschlag, der verborgenes Wassereis im Untergrund freisetzte.
Er liegt in den Idaeus-Gräben ("Idaeus Fossae") im nördlichen Tiefland, das von komplexen Bruchstrukturen geprägt ist. Im Gegensatz zu den meist kreisförmigen Marskratern weist dieser Einschlag eine deutliche Asymmetrie auf - ein Hinweis auf ganz besondere Entstehungsbedingungen.
In den Auswurfmassen entdeckten die Forscher Anzeichen sogenannter fluidisierter Ablagerungen - glatte, erstarrte Fließstrukturen, die auf geschmolzenes Wassereis im Untergrund hindeuten. Beim Aufprall könnte gefrorenes Wasser verdampft oder geschmolzen sein, wodurch sich ein kurzzeitig schlammähnliches Gemisch bildete. Solche Befunde liefern wertvolle Hinweise für die Rekonstruktion der hydrologischen Geschichte des Mars.
Zudem durchziehen tektonische Runzelrücken die Landschaft. Diese Falten entstehen, wenn abkühlende Lavaströme zusammensinken und die Oberfläche sich verformt. Das Zusammenspiel aus Einschlag, Vulkanismus und Tektonik macht Idaeus Fossae zu einem spannenden Fenster in die geologische Vergangenheit des Roten Planeten.
Was haltet ihr von den Rückschlüssen auf Wasser und Vulkanismus durch solche Formationsanalysen? Wir freuen uns auf eure Einschätzungen und Diskussionen in den Kommentaren.
Siehe auch:
Asymmetrischer Einschlagkrater
Eine aktuelle Aufnahme der ESA-Sonde Mars Express zeigt einen auffälligen Einschlagkrater mit ungewöhnlich geformtem Auswurfmaterial. Die Trümmer breiten sich flügelartig aus und verleihen der Struktur das Aussehen eines überdimensionalen Schmetterlings. Der Krater misst etwa 20 Kilometer in Ost-West- und 15 Kilometer in Nord-Süd-Richtung.Er liegt in den Idaeus-Gräben ("Idaeus Fossae") im nördlichen Tiefland, das von komplexen Bruchstrukturen geprägt ist. Im Gegensatz zu den meist kreisförmigen Marskratern weist dieser Einschlag eine deutliche Asymmetrie auf - ein Hinweis auf ganz besondere Entstehungsbedingungen.
Der Mars Schmetterlings-Krater
Einfluss des Aufprallwinkels
Nach Angaben der ESA ist die elliptische Form auf einen sehr flachen Einschlagswinkel zurückzuführen. Das Projektil traf die Marsoberfläche streifend, sodass die Energie seitlich austrat und die beiden typischen "Flügel" formte. Der zentrale Krater zeigt deshalb eine ovale Gestalt.In den Auswurfmassen entdeckten die Forscher Anzeichen sogenannter fluidisierter Ablagerungen - glatte, erstarrte Fließstrukturen, die auf geschmolzenes Wassereis im Untergrund hindeuten. Beim Aufprall könnte gefrorenes Wasser verdampft oder geschmolzen sein, wodurch sich ein kurzzeitig schlammähnliches Gemisch bildete. Solche Befunde liefern wertvolle Hinweise für die Rekonstruktion der hydrologischen Geschichte des Mars.
Deutsche Kameratechnik an Bord
Die hochauflösenden Bilder wurden von der High Resolution Stereo Camera (HRSC) an Bord der Mars Express Sonde erstellt. Dieses Kamerasystem wurde vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt, während die wissenschaftliche Auswertung unter anderem an der Freien Universität Berlin erfolgt. Seit dem Start im Jahr 2003 liefert die Mission kontinuierlich Daten, die das Verständnis des Nachbarplaneten maßgeblich prägen.Mars Express Mission
-
1997
ESA gibt offiziell grünes Licht für die Mission Mars Express und startet die Detailplanung
-
2003
JuniStart der Sonde Mars Express mit einer Sojus-Fregat-Rakete vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan
-
2003
25. DezemberMars Express schwenkt erfolgreich in den Orbit um den Mars ein; gleichzeitig schlägt der mitgeführte Lander Beagle 2 fehl
-
2023
7. MärzDie Mission wird erneut verlängert, aktuell bis mindestens Ende 2026 (mit Option bis Ende 2028)
Vulkanische Umgebung und Tektonik
Das Umfeld der Idaeus-Gräben bietet weitere Einblicke in die geologische Entwicklung der Region. Westlich der Einschlagstelle erheben sich flache Tafelberge, Überreste einer ehemaligen Hochebene. Dunkle Gesteinsschichten an ihren Flanken deuten auf vulkanisches Material mit hohem Magnesium- und Eisenanteil hin.Zudem durchziehen tektonische Runzelrücken die Landschaft. Diese Falten entstehen, wenn abkühlende Lavaströme zusammensinken und die Oberfläche sich verformt. Das Zusammenspiel aus Einschlag, Vulkanismus und Tektonik macht Idaeus Fossae zu einem spannenden Fenster in die geologische Vergangenheit des Roten Planeten.
- Elliptischer Krater: Resultat eines flachen Aufprallwinkels des Asteroiden.
- Fluidisierte Auswürfe: Indikator für geschmolzenes Bodeneis während des Einschlags.
- Mesas: Erosionsresistente Zeugen alter vulkanischer Ablagerungen.
- Runzelrücken: Spuren tektonischer Prozesse durch erkaltende Lava.
Was haltet ihr von den Rückschlüssen auf Wasser und Vulkanismus durch solche Formationsanalysen? Wir freuen uns auf eure Einschätzungen und Diskussionen in den Kommentaren.
Was ist der "Mars-Schmetterling"?
Es handelt sich dabei keineswegs um ein Insekt, sondern um einen geologischen Einschlagskrater in der Region Idaeus Fossae (Idaeus-Gräben). Die ESA veröffentlichte Aufnahmen, die eine Struktur zeigen, die in der Draufsicht frappierend an einen Schmetterling erinnert.
Der Krater misst etwa 20 Kilometer in der Breite (Ost-West) und 15 Kilometer in der Länge (Nord-Süd). Er liegt im nördlichen Tiefland des Roten Planeten und zeichnet sich durch zwei "Flügel" aus ausgeworfenem Material aus, die sich vom zentralen Krater wegbewegen.
Der Krater misst etwa 20 Kilometer in der Breite (Ost-West) und 15 Kilometer in der Länge (Nord-Süd). Er liegt im nördlichen Tiefland des Roten Planeten und zeichnet sich durch zwei "Flügel" aus ausgeworfenem Material aus, die sich vom zentralen Krater wegbewegen.
Wie entstand die ungewöhnliche Form?
Normalerweise verteilt sich das Auswurfmaterial bei einem Meteoriteneinschlag relativ gleichmäßig in alle Richtungen um das Einschlagloch. Bei diesem Krater traf der Himmelskörper jedoch in einem sehr flachen Winkel auf die Marsoberfläche.
Dieser flache Aufprallwinkel führte dazu, dass das Gesteinsmaterial hauptsächlich in zwei Richtungen - nach Norden und Süden - geschleudert wurde. So entstanden die charakteristischen, unregelmäßigen "Flügel" und der ungewöhnlich ovale "Körper" des Kraters, die ihn von typischen kreisrunden Kratern unterscheiden.
Dieser flache Aufprallwinkel führte dazu, dass das Gesteinsmaterial hauptsächlich in zwei Richtungen - nach Norden und Süden - geschleudert wurde. So entstanden die charakteristischen, unregelmäßigen "Flügel" und der ungewöhnlich ovale "Körper" des Kraters, die ihn von typischen kreisrunden Kratern unterscheiden.
Gibt es Hinweise auf Wasser an diesem Ort?
Interessanterweise ja. Teile des Materials in den "Flügeln" wirken glatt und abgerundet, was an irdische Schlammströme erinnert. Experten sprechen hier von "fluidisiertem" Material.
Dies deutet darauf hin, dass beim Einschlag unterirdisches Eis geschmolzen ist und sich mit dem Gestein vermischt hat. Es ist ein weiteres Indiz dafür, dass Wasser beziehungsweise Eis im Untergrund eine Rolle in der geologischen Geschichte des Mars spielte und die Landschaftsformung beeinflusste.
Dies deutet darauf hin, dass beim Einschlag unterirdisches Eis geschmolzen ist und sich mit dem Gestein vermischt hat. Es ist ein weiteres Indiz dafür, dass Wasser beziehungsweise Eis im Untergrund eine Rolle in der geologischen Geschichte des Mars spielte und die Landschaftsformung beeinflusste.
Wer hat die Entdeckung gemacht?
Die Aufnahmen stammen von der europäischen Raumsonde Mars Express der ESA, die den Planeten bereits seit 2003 umkreist. In einigen Medienberichten wird fälschlicherweise die NASA als Urheber genannt, es handelt sich jedoch um eine europäische Mission.
Konkret wurde die High Resolution Stereo Camera (HRSC) genutzt, die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt wurde und betrieben wird. Die Datenverarbeitung erfolgte unter anderem am DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin.
Konkret wurde die High Resolution Stereo Camera (HRSC) genutzt, die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt wurde und betrieben wird. Die Datenverarbeitung erfolgte unter anderem am DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin.
Was verrät die Umgebung über den Mars?
Die Region um den Krater zeigt deutliche Spuren vulkanischer Aktivität. In der Nähe finden sich sogenannte Mesas - steile Tafelberge mit flachen Gipfeln, die dunkle Schichten vulkanischen Materials (wahrscheinlich reich an Eisen und Magnesium) offenbaren.
Zudem sind "Runzelrücken" (Wrinkle Ridges) erkennbar. Diese faltenartigen Strukturen entstanden vermutlich, als Lavaströme abkühlten, sich zusammenzogen und die Kruste verformten. Dies belegt, dass der Mars einst geologisch sehr aktiv war.
Zudem sind "Runzelrücken" (Wrinkle Ridges) erkennbar. Diese faltenartigen Strukturen entstanden vermutlich, als Lavaströme abkühlten, sich zusammenzogen und die Kruste verformten. Dies belegt, dass der Mars einst geologisch sehr aktiv war.
Wo kann ich mir das genauer ansehen?
Die ESA und das DLR haben basierend auf den Daten ein Video erstellt, das einen simulierten Überflug über den Krater und die angrenzende Region zeigt. Dies veranschaulicht die Topografie besser als statische Bilder.
Weitere Details und hochauflösende Bilder finden Sie direkt im Artikel der European Space Agency (ESA).
Weitere Details und hochauflösende Bilder finden Sie direkt im Artikel der European Space Agency (ESA).
Zusammenfassung
- Mars Express dokumentiert ungewöhnlichen flügelartigen Einschlagkrater
- Die asymmetrische Formation misst etwa 20 × 15 Kilometer in der Ausdehnung
- Elliptische Form entstand durch extrem flachen Eintrittswinkel des Projektils
- Glatte Auswurfstrukturen deuten auf geschmolzenes Wassereis im Untergrund hin
- Umgebung mit Tafelbergen und Runzelrücken zeigt vulkanische Vergangenheit
- Hochauflösende Bilder stammen von der HRSC-Kamera des DLR
- Krater liegt in Idaeus Fossae, einer Region mit komplexen Bruchstrukturen
Siehe auch:
Videos zum Thema ESA
Interessante Links
Monokulares Teleskop im Preisvergleich
Neue Nachrichten
- Aktuelle Technik-Blitzangebote von Amazon im Überblick
- The Witcher: CD Projekt plant angeblich neues Multiplayer-Spiel
- Forscher bauen aus alten Handys erstaunlich leistungsstarke Server
- Xbox-Exodus: Chef von Microsofts Spielestudios geht
- Galaxy A27: Samsung leakt sein neues Jedermann-Smartphone selbst
- Spiele als Dauerwerbesendung: EA plant Reklame 'direkt im Gameplay'
- Nutzen umstritten, UK bannt dennoch Social Media für Unter-16-Jährige
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!