Raspberry Pi bei Angelobung des New Yorker Bürgermeisters verboten

New Yorks neuer Bürgermeister verbannt bei seiner Amtseinführung Raspberry Pi und Flipper Zero vom Gelände. Die Bastelrechner stehen dort auf einer Stufe mit Schusswaffen. Experten kritisieren das Verbot als technisches Unverständnis und reine Symbolpolitik.
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Einplatinenrechner auf dem Index

Zohran Mamdani, der am 1. Januar 2026 offiziell als Bürgermeister von New York City vereidigt wird, plant seine Amtseinführung als öffentliche "Block Party" im Prospect Park in Brooklyn. Doch die Einladung zur öffentlichen Feier enthält einen bitteren und auch seltsamen Beigeschmack für Technik-Enthusiasten.

Auf der im Vorfeld veröffentlichten Liste der verbotenen Gegenstände finden sich neben klassischen Gefahrenquellen wie Schusswaffen, Drohnen und Glasflaschen explizit zwei namentlich genannte Geräte der IT-Welt: der Raspberry Pi und der Flipper Zero. Das sorgt in der Fachwelt für Unverständnis, da diese Werkzeuge primär der Bildung und Entwicklung dienen.

Das Verbot wirft Fragen zur technischen Kompetenz der Sicherheitsverantwortlichen auf. Ein Raspberry Pi ist im Auslieferungszustand lediglich eine bestückte Leiterplatte. Ohne Peripheriegeräte wie Monitor, Eingabegeräte und vor allem eine Stromquelle ist der Einplatinencomputer operativ nicht nutzbar.

Ein isolierter Raspberry Pi in der Jackentasche stellt physisch wie digital kaum eine Bedrohung dar. Kritiker bemängeln, dass hier spezifische Markennamen kriminalisiert werden, während funktionale Kategorien fehlen. Andere Mikrocontroller wie Arduino, ESP32 oder der Teensy werden nämlich nicht erwähnt, was die Regelung willkürlich erscheinen lässt.

Mehr Leistung denn je: Vorstellung des Raspberry Pi 5

Wie The Register schreibt, dürfte die Angst vor dem Flipper Zero der Auslöser für die Maßnahme sein. Das batteriebetriebene Gerät verfügt über mehrere Funkmodule und erlaubt Nutzern, Apps dafür zu entwickeln. Dabei schwankt die Wahrnehmung des Geräts zwischen einem spaßigen Werkzeug, um etwas über Funksignale zu lernen, und einer potenziellen Waffe für Kriminelle, um Zugangskarten zu klonen oder die drahtlose Kommunikation zu stören. Raspberry Pi könnte zwar theoretisch ähnliche Angriffe ausführen, benötigt dafür aber sperrige Zusatzhardware und externe Akkus, was ihn weit weniger unauffällig macht als das dedizierte Hacking-Tool.


Das Verbot ignoriert zudem die technische Realität der Besucher. Nahezu jeder Gast wird ein Smartphone bei sich tragen, das über eine wesentlich höhere Rechenleistung, integrierte Kameras, Sensoren und permanente Netzwerkanbindung verfügt. Ein modernes Mobiltelefon eignet sich deutlich besser für die Koordination von Störaktionen oder das Abfangen von Daten als ein nackter Einplatinenrechner.

Folgen für die Maker-Szene

Für die lokale Tech-Szene in New York ist das Verbot mehr als eine bloße Unannehmlichkeit. Es sendet ein problematisches Signal an die "Maker-Kultur". Wenn Werkzeuge, die Informatikstudenten und Hobby-Entwickler nutzen, auf einer Stufe mit Schlagringen und Sprengstoff stehen, wird technische Neugier pauschal unter Generalverdacht gestellt.

Es bleibt unklar, wie das Sicherheitspersonal die Einhaltung dieser Regel in der Praxis gewährleisten will. Die Unterscheidung zwischen einem Raspberry Pi in einem Gehäuse, einer Powerbank oder einem theoretisch zulässigen Game Boy dürfte für nicht geschultes Personal an den Einlasskontrollen kaum machbar sein.

Was haltet ihr von diesem spezifischen Hardware-Verbot bei öffentlichen Veranstaltungen? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare, wir sind gespannt auf eure Sichtweise!
Zusammenfassung
  • Bei der Amtseinführung des New Yorker Bürgermeisters sind Raspberry Pi verboten
  • Auf der Verbotsliste stehen Bastelcomputer neben Schusswaffen und Glasflaschen
  • Das Verbot wird von Experten als technisches Unverständnis kritisiert
  • Ein Raspberry Pi ist ohne Peripherie und Stromquelle kaum einsatzfähig
  • Smartphones mit mehr Funktionen sind trotz höherem Risikopotenzial erlaubt
  • Das Verbot stellt die Maker-Kultur und technische Neugier unter Generalverdacht
  • Die praktische Durchsetzung dieser Regelung dürfte für Sicherheitspersonal schwierig sein

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