Neue MacOS-Malware kam an allen Schutzvorrichtungen vorbei

Mac-Nutzer sollten derzeit besonders aufpassen: Sicherheitsforscher warnen vor einer neuen, deutlich raffinierteren Variante des MacSync-Informationsthlers. Diese kann die Schutzvorrichtungen des MacOS-Betriebssystems komplett umgehen.
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Offizielle Signatur

Bislang setzten die Angreifer bei der Verbreitung der Malware vor allem auf Tricks, bei denen Nutzer per Drag-and-drop oder über vermeintliche Reparaturhinweise im Terminal zur Ausführung von Befehlen verleitet wurden. Die aktuelle Kampagne kommt dagegen ohne Terminal-Interaktion aus. Das Schadprogramm wird in einem Disc-Image mit dem Namen "zk-call-messenger-installer-3.9.2-lts.dmg" ausgeliefert, das über eine eigens eingerichtete Download-Seite verteilt wird. Für Anwender wirkt das Paket dadurch wie eine legitime MacOS-App.

Zum Zeitpunkt der Analyse verfügte die Anwendung über eine gültige Entwicklersignatur und war offiziell notarisiert, teilte der Apple-Geräteverwaltungsspezialist Jamf mit. Dadurch konnte sie die Schutzmechanismen von Gatekeeper, dem MacOS-internen Sicherheitsdienst, umgehen, die eigentlich verhindern sollen, dass nicht vertrauenswürdige Software gestartet wird. Jamf identifizierte die zugehörige Entwicklerkennung als "GNJLS3UYZ4". Nachdem die Forscher Apple direkt auf das Zertifikat hingewiesen hatten, wurde dieses inzwischen widerrufen.


Technisch setzt die neue Variante auf einen Dropper, der die eigentliche Schadsoftware zunächst in verschlüsselter Form auf das System bringt und erst dort entschlüsselt. In dem entpackten Code fanden die Analysten typische Merkmale des MacSync-Stealers. Zusätzlich baut die Malware mehrere Tarn- und Abwehrmechanismen ein: So wird das Disc-Image künstlich auf über 25 Megabyte aufgebläht, indem harmlose PDF-Dateien eingebettet werden. Außerdem löscht sich ein Teil der verwendeten Skripte selbst und überprüft vor der Ausführung, ob eine Internetverbindung besteht - ein Trick, um Analyse in isolierten Testumgebungen zu erschweren.

Konsequente Entwicklung

Der MacSync-Stealer tauchte erstmals im April 2025 unter dem Namen Mac.C auf und wird einem Akteur mit dem Alias "Mentalpositive" zugeschrieben. Spätestens seit dem Sommer hat sich die Schadsoftware als ernst zu nehmender Player im überschaubaren, aber lukrativen Markt für MacOS-Stealer etabliert, neben bekannten Familien wie AMOS oder Odyssey.

Frühere Untersuchungen zeigen, dass Mac.C Zugangsdaten aus dem iCloud-Schlüsselbund, gespeicherte Browser-Passwörter, Systeminformationen, Daten von Krypto-Wallets sowie beliebige Dateien vom Rechner abgreifen kann. In einem Interview im September erklärte der mutmaßliche Autor, dass vor allem die verschärften Notarisierungsregeln von Apple seit MacOS 10.14.5 seine Entwicklungsstrategie geprägt hätten, was sich nun in der ausgefeilten aktuellen Variante widerspiegelt.

Zusammenfassung
  • Neue MacSync-Malware überwindet alle Sicherheitsmechanismen von MacOS
  • Angreifer verbreiten Schadsoftware über gefälschten Messenger-Installer
  • Malware umging Apples Gatekeeper dank gültiger Entwicklersignatur
  • Täuschungstechniken wie Selbstlöschung und Internetverbindungscheck
  • Schadsoftware stiehlt Passwörter, Wallet-Daten und Systeminformationen
  • Entwickler adaptierte Strategien nach Verschärfung der Apple-Sicherheit
  • Erstmals im April 2025 entdeckt und wird Akteur 'Mentalpositive' zugeordnet

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