Bauteile aus deutscher Produktion in russischen Angriffswaffen
Die russische Rüstungsindustrie schafft es weiterhin, beim Bau ihrer Kampfmittel auf Produkte aus westlicher Produktion zurückgreifen zu können - auch solche aus Deutschland. Das zeigen Komponenten, die nach Luftangriffen gefunden wurden.
Verbaut waren die Pumpen in Drohnen des Typs Geran-2. Dabei handelt es sich um russische Lizenzfertigungen der eigentlich aus dem Iran stammenden Shahed-136. Drohnen dieses Typs werden von Russland in großer Zahl eingesetzt, um entweder selbst Ziele zu bombardieren oder aber die ukrainische Luftabwehr zu übersättigen, damit kurz darauffolgende Marschflugkörper und Raketen mit größeren Gefechtsköpfen mit höherer Wahrscheinlichkeit durchkommen.
Pierburg-Pumpe in russischer Drohne
Pumpen der gefundenen Art unterliegen beim Export keinen Genehmigungspflichten, wie es bei eindeutig militärischen Produkten der Fall wäre. Allerdings ist der Export nach Russland seit dem Februar 2023 über ein Sanktionspaket der EU untersagt.
Seitens des Herstellers hieß es, dass man sich an diese Exportregelungen natürlich halte. Die fraglichen Produkte seien auf keinen Fall direkt nach Russland verkauft worden, sondern über Dritte. Bei ihnen handelt es sich im Grunde um Massenprodukte, die beispielsweise von Ersatzteilhändlern für Fahrzeuge aus verschiedenen Ländern in größeren Mengen erworben werden. Von diesen könnten sie dann auch an Abnehmer weiterverkauft worden sein, die sie nach Russland brachten.
Roman Steblivskyi vom Economic Security Council der Ukraine, räumte gegenüber RBB24 ein, dass es für die Hersteller solcher Produkte durchaus schwierig ist, die Lieferketten, in denen ihre Produkte weitergereicht werden, zu kontrollieren. Allerdings würden sich europäische Unternehmen oft auf (teils gefälschte) Dokumente verlassen, statt echte Prüfungen durchzuführen. Aus Sicht der Ukraine sieht die Sache entsprechend anders aus. "Länder im Krieg müssen weitaus komplexere Herausforderungen bewältigen, als ein Bauteil mit eindeutiger Seriennummer zu verfolgen", sagt Steblivskyi.
Siehe auch:
Rheinmetall-Tochter betroffen
Wie RBB24 recherchierte, wurden bei Analysen abgeschossener Angriffsdrohnen unter anderem Kraftstoffpumpen entdeckt, die von Pierburg hergestellt wurden. Dabei handelt es sich um eine Tochter des Rüstungskonzerns Rheinmetall. Aufnahmen entsprechender Bauteile mit Firmenlogos und Seriennummern hat auch der ukrainische Militärgeheimdienst GUR veröffentlicht.Verbaut waren die Pumpen in Drohnen des Typs Geran-2. Dabei handelt es sich um russische Lizenzfertigungen der eigentlich aus dem Iran stammenden Shahed-136. Drohnen dieses Typs werden von Russland in großer Zahl eingesetzt, um entweder selbst Ziele zu bombardieren oder aber die ukrainische Luftabwehr zu übersättigen, damit kurz darauffolgende Marschflugkörper und Raketen mit größeren Gefechtsköpfen mit höherer Wahrscheinlichkeit durchkommen.
Pierburg-Pumpe in russischer Drohne
Pumpen der gefundenen Art unterliegen beim Export keinen Genehmigungspflichten, wie es bei eindeutig militärischen Produkten der Fall wäre. Allerdings ist der Export nach Russland seit dem Februar 2023 über ein Sanktionspaket der EU untersagt.
Seitens des Herstellers hieß es, dass man sich an diese Exportregelungen natürlich halte. Die fraglichen Produkte seien auf keinen Fall direkt nach Russland verkauft worden, sondern über Dritte. Bei ihnen handelt es sich im Grunde um Massenprodukte, die beispielsweise von Ersatzteilhändlern für Fahrzeuge aus verschiedenen Ländern in größeren Mengen erworben werden. Von diesen könnten sie dann auch an Abnehmer weiterverkauft worden sein, die sie nach Russland brachten.
Zu nachlässig
Anhand der Seriennummern müsste sich eigentlich nachvollziehen lassen, an welche Käufer die Rheinmetall-Tochter die Pumpen, die dann in Angriffsdrohnen verbaut wurden, geliefert hat. Seitens des Unternehmens wurden dazu allerdings keine weitergehenden Angaben gemacht. Ob man dort nun also eigene Untersuchungen anstellt oder die Sache aussitzen will, kann nicht gesagt werden.Roman Steblivskyi vom Economic Security Council der Ukraine, räumte gegenüber RBB24 ein, dass es für die Hersteller solcher Produkte durchaus schwierig ist, die Lieferketten, in denen ihre Produkte weitergereicht werden, zu kontrollieren. Allerdings würden sich europäische Unternehmen oft auf (teils gefälschte) Dokumente verlassen, statt echte Prüfungen durchzuführen. Aus Sicht der Ukraine sieht die Sache entsprechend anders aus. "Länder im Krieg müssen weitaus komplexere Herausforderungen bewältigen, als ein Bauteil mit eindeutiger Seriennummer zu verfolgen", sagt Steblivskyi.
Zusammenfassung
- Rheinmetall-Tochter Pierburg stellt Kraftstoffpumpen her, die in russischen Drohnen verbaut wurden
- Die Komponenten finden sich in Geran-2 Drohnen, einer russischen Version der iranischen Shahed-136
- Export solcher Produkte nach Russland ist seit Februar 2023 durch EU-Sanktionen verboten
- Hersteller beteuert, dass die Produkte über Dritte nach Russland gelangt sein müssen
- Anhand von Seriennummern könnte der Lieferweg nachvollzogen werden, was bisher nicht geschah
- Ukrainischer Experte kritisiert, dass europäische Unternehmen Lieferketten nicht ausreichend prüfen
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