Spionage: USA schmeißen erfahrenen russischen Kosmonauten raus
Russland kann auf unbestimmte Zeit keine bemannten Flüge zur Internationalen Raumstation ISS mehr durchführen. Nun wurde außerdem einer ihrer erfahrensten Kosmonauten aus den USA geworfen - wegen des Vorwurfs der Spionage.
Nach Informationen des Investigativportals The Insider soll Artemjew während seiner Trainings in den USA gegen US-amerikanische Sicherheitsbestimmungen verstoßen haben. Er habe interne Unterlagen und technische Details von SpaceX fotografiert und diese anschließend per Handy aus dem Trainingszentrum im kalifornischen Hawthorne herausgeschleust, hieß es. Dabei könnte es sich um Verstöße gegen die US-Regelungen ITAR handeln, die den Umgang mit militärisch relevanten Informationen streng reglementieren.
Ein russischer Startanalyst bestätigte gegenüber The Insider, dass eine behördenübergreifende Untersuchung eingeleitet wurde. Es sei kaum vorstellbar, dass ein Kosmonaut mit Artemjews Erfahrung eine derart schwerwiegende Handlung versehentlich begehe, sagte er.
Der Zeitpunkt der Affäre könnte für Roskosmos ungünstiger kaum sein. Seit der schweren Beschädigung eines wichtigen Launch-Pads beim Start der Mission Sojus MS-28 sind bemannte russische Starts auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Damit ist Moskau derzeit stärker denn je auf die Kooperation mit den USA und SpaceX angewiesen, um den eigenen ISS-Betrieb aufrechtzuerhalten. Die Vorwürfe gegen Artemjew drohen das fragile Verhältnis der ISS-Partner zusätzlich zu belasten.
Siehe auch:
Sensible Dokumente abfotografiert
Oleg Artemjew, der ursprünglich im Februar an Bord der SpaceX-Mission Crew-12 zur ISS fliegen sollte, wurde überraschend von seinem Einsatz abgezogen. Wie die russische Raumfahrtagentur Roskosmos mitteilte, übernimmt nun sein Kollege Andrej Fedjajew den Platz. Zu den Hintergründen schweigt die russische Behörde allerdings, anders als unabhängige russische Medien, die schwere Anschuldigungen publik machten.Nach Informationen des Investigativportals The Insider soll Artemjew während seiner Trainings in den USA gegen US-amerikanische Sicherheitsbestimmungen verstoßen haben. Er habe interne Unterlagen und technische Details von SpaceX fotografiert und diese anschließend per Handy aus dem Trainingszentrum im kalifornischen Hawthorne herausgeschleust, hieß es. Dabei könnte es sich um Verstöße gegen die US-Regelungen ITAR handeln, die den Umgang mit militärisch relevanten Informationen streng reglementieren.
Ein russischer Startanalyst bestätigte gegenüber The Insider, dass eine behördenübergreifende Untersuchung eingeleitet wurde. Es sei kaum vorstellbar, dass ein Kosmonaut mit Artemjews Erfahrung eine derart schwerwiegende Handlung versehentlich begehe, sagte er.
Schweigen bei der NASA
Offizielle Stellungnahmen aus den USA bleiben bislang aus. Weder die NASA noch SpaceX haben sich bislang zum Austausch im Crew-12-Team geäußert. Laut Roskosmos sei Artemjew lediglich auf eine andere Position versetzt worden - wahrscheinlich, weil die US-Kollegen ihn schlicht aus dem Land geworfen haben.Der Zeitpunkt der Affäre könnte für Roskosmos ungünstiger kaum sein. Seit der schweren Beschädigung eines wichtigen Launch-Pads beim Start der Mission Sojus MS-28 sind bemannte russische Starts auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Damit ist Moskau derzeit stärker denn je auf die Kooperation mit den USA und SpaceX angewiesen, um den eigenen ISS-Betrieb aufrechtzuerhalten. Die Vorwürfe gegen Artemjew drohen das fragile Verhältnis der ISS-Partner zusätzlich zu belasten.
Zusammenfassung
- Russischer Kosmonaut Oleg Artemjew von SpaceX-Mission abgezogen
- Vorwurf der Spionage von sensiblen SpaceX-Technologien in Kalifornien
- Artemjew soll verbotenerweise Fotos von internen Dokumenten gemacht haben
- US-Behörden vermuten Verstöße gegen Sicherheitsbestimmungen für Militärtechnik
- Russlands Raumfahrtagentur Roskosmos äußert sich nicht zu den Hintergründen
- Russland kann derzeit keine bemannten Flüge zur ISS mehr durchführen
- Die Spionagevorwürfe könnten das ohnehin fragile ISS-Partnerschaftsverhältnis belasten
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