Streifen statt Sterne: NASA warnt vor Lichtschleier durch Satelliten
Eine neue Studie bestätigt die Befürchtungen von Astronomen und anderen Forschern, laut denen die wachsende Zahl von erdnahen Satelliten für Kommunikation und ähnliche Zwecke den Betrieb von Teleskopen zunehmend erschwert.
Forscher der NASA haben laut dem Magazin Nature jetzt im Rahmen einer Studie nachgewiesen, dass die enorme Zahl von kleinen kommerziellen Satelliten mittelfristig auch die Arbeit von Astronomen mit Weltraumteleskopen wie Hubble und James Webb stark erschweren wird. Vor allem die großflächigen Solarzellen werden in Kombination mit der enormen Zahl der geplanten "Low-Earth-Orbit"-Satelliten (LEO) zum Problem, weil sie Licht nicht nur in die Erdatmosphäre, sondern auch in das Sichtfeld der großen Weltraumteleskope streuen, heißt es.
Durch diesen Effekt werden die hochempfindlichen Sensoren der Teleskope von hellen Streifen gesättigt, während zusätzlich der eigentlich dunkle Raum im Hintergrund aufgehellt wird, so die Forscher. Sensoren wie die Wide Field Camera 3 (WFC3) und die Advanced Camera for Surveys (ACS) an Bord des Hubble-Teleskops zeigen dadurch nicht weit entfernte Teile unseres Sonnensystems, weil sie von den Reflexionen der Satelliten einfach "geblendet" werden. Die Aufnahmen werden somit nutzlos, weil die fotometrischen Daten nicht mehr verwendet werden können, heißt es.
Insgesamt sind aktuell Pläne für ganze 560 000 erdnah positionierte Satelliten vorhanden, wodurch zwischen 40 und 96 Prozent aller Aufnahmen von Teleskopen im All und auf der Erde von störenden Reflexionen durch diese Satelliten betroffen sein könnten, berichten die Forscher unter Berufung auf eigene Berechnungen. Allein Elon Musks SpaceX will seine bestehende Flotte an Kommunikationssatelliten auf gut 34 000 Stück steigern.
Für die Forschenden sind die Bildstörungen vor allem deshalb problematisch, weil sie fürchten, dadurch wichtige Ereignisse im All nicht mehr erfassen zu können. So erklärte Alejandro Borlaff, der bei der NASA als Astrophysiker tätig ist: "Wir werden weniger Entdeckungen, weniger interessante Bilder und im Allgemeinen weniger Wissen haben." "Und wenn Ihre Bilder so aussehen, als wären sie voller Asteroiden, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie einen echten übersehen."
Siehe auch:
Auch Weltraumteleskope stark beeinträchtigt
Es ist bereits länger bekannt, dass die durch das Sonnenlicht auf der hellen Außenhaut und den Solarpaneelen von Satelliten verursachten Reflexionen den Betrieb von Teleskopen auf der Erde stark beeinträchtigen, was vor allem an der stark steigenden Zahl von erdnah im Orbit befindlichen kommerziellen Satelliten von Anbietern wie SpaceX, Amazon und dem chinesischen Guowang-Netzwerk liegt.Forscher der NASA haben laut dem Magazin Nature jetzt im Rahmen einer Studie nachgewiesen, dass die enorme Zahl von kleinen kommerziellen Satelliten mittelfristig auch die Arbeit von Astronomen mit Weltraumteleskopen wie Hubble und James Webb stark erschweren wird. Vor allem die großflächigen Solarzellen werden in Kombination mit der enormen Zahl der geplanten "Low-Earth-Orbit"-Satelliten (LEO) zum Problem, weil sie Licht nicht nur in die Erdatmosphäre, sondern auch in das Sichtfeld der großen Weltraumteleskope streuen, heißt es.
Durch diesen Effekt werden die hochempfindlichen Sensoren der Teleskope von hellen Streifen gesättigt, während zusätzlich der eigentlich dunkle Raum im Hintergrund aufgehellt wird, so die Forscher. Sensoren wie die Wide Field Camera 3 (WFC3) und die Advanced Camera for Surveys (ACS) an Bord des Hubble-Teleskops zeigen dadurch nicht weit entfernte Teile unseres Sonnensystems, weil sie von den Reflexionen der Satelliten einfach "geblendet" werden. Die Aufnahmen werden somit nutzlos, weil die fotometrischen Daten nicht mehr verwendet werden können, heißt es.
100.000 kleine Satelliten in 10 Jahren
Mit der steigenden Zahl der LEO-Satelliten wird dies laut den neuen Forschungsergebnissen auch schwerwiegende Folgen für das in größerem Abstand zur Erde fliegende James Webb Weltraumteleskop haben. So erwartet man, dass innerhalb der nächsten 10 Jahre bis zu 100.000 kommerzielle Satelliten in die Umlaufbahn der Erde gebracht werden sollen.Insgesamt sind aktuell Pläne für ganze 560 000 erdnah positionierte Satelliten vorhanden, wodurch zwischen 40 und 96 Prozent aller Aufnahmen von Teleskopen im All und auf der Erde von störenden Reflexionen durch diese Satelliten betroffen sein könnten, berichten die Forscher unter Berufung auf eigene Berechnungen. Allein Elon Musks SpaceX will seine bestehende Flotte an Kommunikationssatelliten auf gut 34 000 Stück steigern.
Für die Forschenden sind die Bildstörungen vor allem deshalb problematisch, weil sie fürchten, dadurch wichtige Ereignisse im All nicht mehr erfassen zu können. So erklärte Alejandro Borlaff, der bei der NASA als Astrophysiker tätig ist: "Wir werden weniger Entdeckungen, weniger interessante Bilder und im Allgemeinen weniger Wissen haben." "Und wenn Ihre Bilder so aussehen, als wären sie voller Asteroiden, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie einen echten übersehen."
Zusammenfassung
- NASA-Studie bestätigt Beeinträchtigung von Teleskopen durch Satelliten
- Reflexionen auf Satellitenaußenflächen stören erdgebundene Teleskope
- Weltraumteleskope wie Hubble und James Webb werden zunehmend gestört
- Satellitenreflexionen blenden Sensoren und hellen den Weltraumhintergrund auf
- Geplante 560 000 erdnahe Satelliten könnten bis zu 96 Prozent aller Aufnahmen stören
- Astronomen befürchten, wichtige astronomische Ereignisse durch Störungen zu verpassen
- SpaceX plant allein Erweiterung seiner Satellitenflotte auf 34 000 Stück
Siehe auch:
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