Mozillas Thunderbird bringt endlich nativen Exchange-Support mit

Die Entwickler des freien Mail-Programms Thunderbird haben end­lich die native Integration einer Exchange-Anbindung in ihre Soft­ware umgesetzt. Dies dürfte vielen Nutzern, die auf eine solche Option angewiesen sind, das Leben sehr vereinfachen.
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Ohne Add-ons oder Umwege

Das Open Source-Unternehmen Mozilla hat vor wenigen Tagen Thunderbird 145 veröffentlicht und damit einen wichtigen Meilenstein für Nutzer in Microsoft-Exchange-Umgebungen gesetzt. Erstmals unterstützt der E-Mail-Client den Exchange Web Services (EWS)-Standard vollständig und ohne zusätzliche Erweiterungen. Damit entfällt die bislang notwendige Nutzung von Drittanbieter-Add-ons oder der Umweg über IMAP und POP, die oft nur eingeschränkte Funktionen boten.

Durch die native Implementierung lassen sich Exchange-Postfächer nun deutlich komfortabler einrichten und verwalten. Thunderbird erkennt die Servereinstellungen automatisch und nutzt Microsofts OAuth2-Verfahren für die Anmeldung. Ordnerstrukturen werden vollständig eingebunden, Nachrichten zuverlässig synchronisiert und Anhänge wie gewohnt verarbeitet, sowohl lokal als auch serverseitig. Exchange in ThunderbirdEinrichtung eines Exchange-Kontos in Thunderbird Für viele Unternehmen, die auf Exchange oder Microsoft 365 setzen, könnte Thunderbird damit zu einer attraktiveren Alternative zu Microsoft Outlook werden. Besonders interessant dürfte die Neuerung aber wohl für Anwender sein, die regelmäßig im Homeoffice arbeiten und nicht unbedingt ein Microsoft 365-Abo abschließen, sondern auf freie Software setzen wollen.


Auch der Umstieg von Outlook auf Thunderbird wird erleichtert. Wer die neue Version installiert, findet im Account Hub eine spezielle Option für Exchange bzw. EWS. Der Einrichtungsassistent führt Schritt für Schritt durch den Prozess, sodass selbst weniger erfahrene Nutzer schnell zum Ziel kommen.

Kalender und Kontakte in Arbeit

Aktuell deckt Thunderbird 145 unter anderem folgende Funktionen ab: das Einrichten von Exchange-Konten mit vollständigem Ordnerzugriff, das Anzeigen, Versenden und Weiterleiten von E-Mails, das Verschieben und Löschen von Nachrichten sowie das Speichern und Abtrennen von Anhängen. Zudem werden Suchfunktionen und schnelle Filter unterstützt. Microsoft-365-Konten nutzen standardmäßig OAuth2, während Exchange-Installationen auf Firmen-Servern weiterhin per Passwort-Authentifizierung angebunden werden können.

Die Entwickler kündigen auch schon weitere Ausbaupläne an. In Arbeit sind unter anderem die Synchronisation von Kalendern und Kontakten, erweiterte Filtermöglichkeiten, zusätzliche Authentifizierungsverfahren wie NTLM und OAuth2 für On-Premise-Server sowie eine tiefere Integration der Microsoft Graph API, die langfristig als zentraler Zugang zu Microsofts Cloud-Diensten dienen soll. Konkrete Termine für diese Neuerungen gibt es allerdings noch nicht.

Mozilla weist darauf hin, dass EWS trotz Microsofts Fokus auf Graph weiterhin weit verbreitet ist und laut dem Konzern auch auf absehbare Zeit unterstützt wird. Für Thunderbird sei dies Grund genug, die EWS-Integration prioritär zu behandeln, um möglichst vielen Nutzern einen reibungslosen Einsatz zu ermöglichen.

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Zusammenfassung
  • Thunderbird 145 bietet erstmals nativen Exchange-Support ohne Add-ons
  • Exchange Web Services vollständig integriert mit automatischer Erkennung
  • Einrichtung über Account Hub mit OAuth2-Authentifizierung für Microsoft 365
  • Vollständiger Zugriff auf Ordnerstrukturen und E-Mail-Funktionalitäten
  • Alternative zu Outlook besonders interessant für Homeoffice-Nutzer
  • Weitere Funktionen wie Kalender- und Kontaktsynchronisation in Planung

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