London-Raubüberfälle: iPhones im Visier, Diebe sagen Nein zu Samsung

Londoner Handydiebe sind wählerisch: Während über 80.000 Smart­phones pro Jahr gestohlen werden, geben Kriminelle Android-Geräte sogar zurück. "Ich will kein Samsung", sagten Diebe etwa zu einem Opfer. Der Grund liegt im lukrativen Weiterverkauf.
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Handydiebe bevorzugen iPhones

Londons Smartphone-Diebe werden immer wählerischer. Über 80.000 Handys wurden vergangenes Jahr in der britischen Hauptstadt gestohlen, wobei etwa 80 Prozent der gestohlenen Geräte iPhones waren - obwohl Apple-Produkte regulär "nur" rund 46 Prozent der britischen Handyverkäufe ausmachen.

Kriminelle konzentrieren sich in der britischen Hauptstadt gezielt auf bestimmte Geräte und schlagen nicht wahllos zu. Die Geschichten betroffener Android-Nutzer verdeutlichen diese Präferenz laut einer Reportage von London Centric auf drastische Weise. Ein Mann namens Sam wurde Anfang 2025 von acht Männern überfallen, die ihm sein Handy, seine Kamera und sogar seine Mütze abnahmen. Doch dann passierte etwas Unerwartetes: Einer der Diebe kehrte um und gab ihm sein Android-Gerät zurück mit den Worten: "Don't want no Samsung", also "Ich will kein Samsung." Ähnlich erging es Mark, dessen Samsung Galaxy von einem E-Bike-Fahrer gestohlen wurde. Der Dieb warf das Gerät nach kurzer Betrachtung einfach auf den Boden und fuhr davon.


Lukratives Geschäft

Die Gründe für diese Selektivität liegen in der Ökonomie des Schwarzmarkts: Gestohlene iPhones werden in China für teilweise über 4000 Euro verkauft. Das macht sie zu extrem lukrativen Zielen für organisierte Diebesbanden. Jake Moore, Berater der Cybersicherheitsfirma ESET, erklärt gegenüber London Centric: "Apple-Geräte haben einen höheren Gebrauchtmarktwert und es ergibt wirtschaftlich mehr Sinn, diese begehrteren Handys zu verfolgen statt billigere Modelle mit niedrigeren Weiterverkaufspreisen."

Das Ausmaß dieser kriminellen Krise ist beeindruckend: Im Schnitt wird in London alle sechs Minuten ein Handy gestohlen, was der Stadt den unrühmlichen Titel als Europas Hotspot für Handydiebstahl eingebracht hat. Die Zahlen sind von 28.609 gestohlenen Handys im Jahr 2020 auf 80.588 im Jahr 2024 gestiegen - fast eine Verdreifachung in nur vier Jahren.

Organisierte Netzwerke

Die National Crime Agency berichtet, dass gestohlene Handys nach China, Dubai, Algerien, Marokko, Rumänien und Bulgarien verschoben werden. Etwa 75 Prozent der in London gestohlenen Geräte landen im Ausland, wobei 28 Prozent nach China oder Hongkong gelangen. Die Kriminellen zeigen dabei technische Raffinesse: Sie wickeln Handys in Aluminiumfolie ein, um Ortungssignale zu blockieren, und nutzen gezielte Phishing-Angriffe, um Zugangsdaten zu stehlen.

Die Polizei hat bereits Erfolge erzielt: Bei einer Razzia wurden über 2000 gestohlene Geräte sichergestellt, und Ermittler glauben, dass eine einzige Bande für den Export von 40 Prozent aller in London gestohlenen Handys verantwortlich sein könnte. Die Herausforderung bleibt jedoch bestehen: Während Geräte in Großbritannien über ihre IMEI-Nummern gesperrt werden können, setzen viele Länder die IMEI-Sperrliste nicht aktiv durch.

Habt ihr schon mal Erfahrungen mit Handydiebstahl gemacht? Wie schützt ihr eure Geräte unterwegs?
Zusammenfassung
  • In London werden jährlich über 80000 Smartphones entwendet
  • Diebe bevorzugen iPhones und geben Samsung-Geräte sogar zurück
  • Gestohlene Apple-Handys erzielen in China Preise von bis zu 4000 Euro
  • Alle sechs Minuten wird in der britischen Hauptstadt ein Handy gestohlen
  • Die Zahl der Diebstähle hat sich seit 2020 nahezu verdreifacht
  • 75 Prozent der gestohlenen Geräte gelangen ins Ausland
  • Kriminelle nutzen Aluminiumfolie, um die Ortung der Geräte zu verhindern

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