Kurioser Plan: Aufblasbarer Weltraum-Sack soll Asteroiden sammeln

Das kalifornische Start-up TransAstra hat einen aufblasbaren Capture Bag entwickelt, der Asteroiden und Weltraummüll einfangen soll. Der Sack wird in sechs Größen angeboten - vom Kaffeetassen-Format bis hin zu gigantischen Versionen.
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Aufblasbare Technologie für den Weltraum

Das kalifornische Unternehmen TransAstra hat ein aufblasbares Gerät namens Capture Bag entwickelt und getestet, das in verschiedenen Größen verfügbar ist und Objekte von kleinen Steinen bis hin zu hausgroßen Felsbrocken einfangen kann. Das Unternehmen sieht auch Potenzial für den Sack bei der Beseitigung von menschengemachtem Weltraummüll, einem immer größer werdenden Problem.

TransAstra führte bereits im Oktober einen ersten Test des Capture Bag an Bord der Internationalen Raumstation durch und bereitet nun eine viel größere, funktionalere Version des Geräts vor.


Wie CNN Science berichtet, enthalten Asteroiden große Mengen sowohl wertvoller als auch gewöhnlicher Metalle, und trotz der offensichtlichen Herausforderungen beim Erreichen dieser Himmelskörper sagen einige Start-ups, dass sie eine nachhaltige Alternative zum erdbasierten Bergbau bieten könnten.

Vier Herausforderungen des Asteroidenbergbaus

Asteroidenbergbau ist eine sehr riskante und herausfordernde Sache. Um das Problem des Asteroidenbergbaus zu lösen, muss man tatsächlich vier andere Probleme lösen, die wir Erkennung, Einfangen, Bewegen und Verarbeitung nennen.
Joel Sercel, Luft- und Raumfahrtingenieur und Gründer von TransAstra
Der Sack, der aus Materialien besteht, die typischerweise in der Luft- und Raumfahrt verwendet werden, wie Kevlar und Aluminium, ist auslaufsicher und kann an einem Trägerfahrzeug montiert werden, das ihn in der Nähe eines Ziels freigibt, woraufhin sich der Sack aufbläst, um Platz für das Objekt zu schaffen.

Die Capture Bags gibt es in sechs Größen, von Mikro bis Super-Jumbo: Die größte vorgeschlagene Version könnte einen 10.000 Tonnen schweren Asteroiden aufnehmen, so groß wie ein kleines Gebäude.

Bisher hat TransAstra etwa zwölf Millionen Dollar von privaten Risikokapitalgebern und etwa 15 Millionen Dollar aus Verträgen und Zuschüssen, einschließlich NASA und US Space Force, eingesammelt. TransAstra entwickelt derzeit eine zehn Meter große Version des Sacks mit fünf Millionen Dollar Finanzierung, die Hälfte davon von der NASA.

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Erste Tests mit Weltraummüll geplant

Bevor das Unternehmen wertvolle Weltraumgesteine angeht, soll der Sack zunächst mit weniger glamourösem Weltraummüll getestet werden. Das Sammeln von Asteroidenproben ist schwierig und kostspielig. Zwei Start-ups in diesem Bereich - Planetary Resources und Deep Space Industries - gingen pleite, bevor sie bedeutende Ergebnisse erzielen konnten.

Können sie genügend Asteroiden finden, um es kostenmäßig machbar zu machen? Wir werden es herausfinden - 2028 ist meiner Meinung nach ziemlich ehrgeizig, aber ich hoffe, sie schaffen es.
John Crassidis, Professor für Maschinenbau an der University at Buffalo
Was haltet ihr von dieser innovativen Lösung für Weltraummüll und Asteroidenbergbau? Seht ihr das Potenzial oder die Risiken dieser Technologie? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren mit.

Was ist der Capture Bag genau?
Der Capture Bag ist ein aufblasbarer Beutel von TransAstra, der Objekte im All - von Weltraumschrott bis zu Asteroiden - sicher einfangen soll. Er besteht aus robusten Materialien wie Kevlar und Aluminium und ist in sechs Größen erhältlich, von "Mikro" bis "Super Jumbo".

Die Technik bietet eine flexible, kostengünstige Alternative zu komplexen Robotiksystemen. Durch seine einfache Handhabung kann der Beutel unterschiedliche Formen und Größen aufnehmen - ideal für schwer kalkulierbare Objekte wie Asteroiden oder rotierende Satelliten.
Wofür wird der Capture Bag eingesetzt?
Hauptsächlich soll der Capture Bag für zwei Zwecke dienen: Asteroidenbergbau und die Beseitigung von Weltraummüll. Letzteres ist ein wachsendes Problem, da defekte Satelliten und Trümmerteile die Navigation im Orbit gefährden.

Vor dem Abbau wertvoller Asteroiden wird der Capture Bag zunächst an Weltraumschrott getestet. Diese Einsätze dienen als "Risikomanagement" und sollen die Technologie für spätere, komplexere Missionen validieren.
Wie funktioniert der Capture Bag?
Ein Trägersatellit bringt den Capture Bag in die Nähe eines Zielobjekts. Dort wird der Beutel aufgeblasen und umschließt das Objekt vollständig. Die flexible Struktur erlaubt es, auch unregelmäßig geformte oder rotierende Körper sicher zu fixieren.

Der Beutel ist dabei luftdicht und robust genug, um auch größere Objekte wie 10.000-Tonnen-Asteroiden zu halten. Erste Tests auf der ISS verliefen erfolgreich, ein 10-Meter-Modell ist aktuell in Entwicklung.
Wie realistisch ist Asteroidenbergbau?
Asteroiden enthalten wertvolle Metalle, doch der Abbau ist technisch und logistisch extrem herausfordernd. Frühere Startups wie Planetary Resources und Deep Space Industries scheiterten trotz ambitionierter Pläne.

TransAstra verfolgt einen pragmatischeren Ansatz: Erst Weltraummüll, dann Asteroiden. Experten wie John Crassidis sehen Potenzial, warnen aber auch vor wirtschaftlichen Unsicherheiten - die Rentabilität hängt von der Anzahl erreichbarer Asteroiden ab.
Was passiert mit dem abgebauten Material?
Laut TransAstra-Gründer Sercel ist es nicht wirtschaftlich, Rohstoffe von Asteroiden zur Erde zurückzubringen. Stattdessen sollen die Materialien direkt im All verarbeitet und für den Bau von Raumfahrttechnik genutzt werden.

Dies könnte langfristig die Kosten für Weltraummissionen senken und eine neue Ära der orbitalen Infrastruktur einläuten - etwa für Satellitenfertigung oder Raumstationen aus extraterrestrischen Rohstoffen.
Zusammenfassung
  • TransAstra entwickelt aufblasbaren Capture Bag für Asteroiden
  • Gerät könnte Weltraummüll und wertvolle Weltraumgesteine sammeln
  • Capture Bags in sechs Größen für Objekte bis zu 10000 Tonnen
  • Erster Test im Oktober auf der Internationalen Raumstation
  • TransAstra erhielt 27 Millionen Dollar von Investoren und NASA
  • Asteroidenbergbau umfasst Erkennung, Einfang und Verarbeitung
  • Experten sehen Ziel für 2028 als ehrgeizig, aber möglich

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