Manhattan Genomics will erste legale Gen-Babys in den USA erschaffen
Ein New Yorker Start-up will menschliche Embryonen genetisch bearbeiten, um Erbkrankheiten zu verhindern. Manhattan Genomics greift damit ein Thema auf, das seit den umstrittenen Experimenten des chinesischen Wissenschaftlers He Jiankui heiß diskutiert wird.
Wie das Magazin Wired berichtet, konzentriert sich Manhattan Genomics zunächst auf Erkrankungen wie Huntington, Mukoviszidose und Sichelzellenanämie. Tie, die mit 18 ihr erstes Genomik-Unternehmen gründete, sieht in der Embryo-Editierung eine Möglichkeit, menschliches Leid zu mindern.
Manhattan Genomics will nun beweisen, dass solche Eingriffe transparent und ethisch vertretbar möglich sind. Zum wissenschaftlichen Beirat gehören unter anderem Dr. Norbert Gleicher vom Center for Human Reproduction sowie Forscher des Oregon National Primate Research Center. Die Reaktionen der Fachwelt sind geteilt.
Das Crispr/Cas9-Verfahren macht vieles möglich
Fyodor Urnov von der UC Berkeley befürchtet, das Interesse an Embryo-Editierung könne in eine Form von "Quasi-Eugenik" umschlagen, bei der wohlhabende Eltern ihre Kinder verbessern statt heilen wollen.
Über Investoren und Finanzmittel schweigt das Start-up bislang. Doch das Engagement mehrerer Tech-Milliardäre deutet darauf hin, dass die Debatte längst nicht mehr um das "Ob", sondern um das "Wie" und "Wer" geht.
Was denkt ihr über die Rückkehr der Embryo-Editierung? Seht ihr darin eine Chance für die Medizin oder überwiegen die ethischen Bedenken? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Siehe auch:
Umstrittene Gen-Editierung kehrt zurück
Sieben Jahre nach den ersten genetisch veränderten Babys greift das Biotech-Start-up Manhattan Genomics die Idee auf, menschliche Embryonen genetisch zu verändern, um Erbkrankheiten vorzubeugen. Das New Yorker Unternehmen von Cathy Tie und Eriona Hysolli will vererbbare Leiden bereits im Embryonalstadium verhindern.Wie das Magazin Wired berichtet, konzentriert sich Manhattan Genomics zunächst auf Erkrankungen wie Huntington, Mukoviszidose und Sichelzellenanämie. Tie, die mit 18 ihr erstes Genomik-Unternehmen gründete, sieht in der Embryo-Editierung eine Möglichkeit, menschliches Leid zu mindern.
Schatten der Vergangenheit
2018 schockierte der chinesische Wissenschaftler He Jiankui die Welt, als er die ersten geneditierten Babys - Zwillingsmädchen namens Lulu und Nana - vorstellte. Er nutzte die Crispr-Technologie, um das CCR5-Gen zu verändern und so eine Resistenz gegen HIV zu erzeugen. Das Experiment brachte ihm drei Jahre Haft wegen "illegaler medizinischer Praktiken" ein.Manhattan Genomics will nun beweisen, dass solche Eingriffe transparent und ethisch vertretbar möglich sind. Zum wissenschaftlichen Beirat gehören unter anderem Dr. Norbert Gleicher vom Center for Human Reproduction sowie Forscher des Oregon National Primate Research Center. Die Reaktionen der Fachwelt sind geteilt.
Wissenschaftliche Kontroverse
Befürworter betonen das Heilungspotenzial für schwere Erbkrankheiten, Kritiker warnen vor unbeabsichtigten Genveränderungen, die an kommende Generationen weitergegeben werden könnten. Kiran Musunuru von der University of Pennsylvania verweist darauf, dass viele Mutationen bereits durch Embryo-Screening während der In-vitro-Fertilisation erkannt werden.
Das Crispr/Cas9-Verfahren macht vieles möglich
Fyodor Urnov von der UC Berkeley befürchtet, das Interesse an Embryo-Editierung könne in eine Form von "Quasi-Eugenik" umschlagen, bei der wohlhabende Eltern ihre Kinder verbessern statt heilen wollen.
Regulatorische Hürden
In den USA steht dem Unternehmen ein gesetzliches Verbot im Weg: Die Food and Drug Administration darf keine Studien genehmigen, die auf Schwangerschaften mit absichtlich modifizierten Embryonen abzielen. Manhattan Genomics plant daher zunächst Tierversuche mit Mäusen und später Primaten, bevor menschliche Anwendungen erwogen werden.Über Investoren und Finanzmittel schweigt das Start-up bislang. Doch das Engagement mehrerer Tech-Milliardäre deutet darauf hin, dass die Debatte längst nicht mehr um das "Ob", sondern um das "Wie" und "Wer" geht.
Was denkt ihr über die Rückkehr der Embryo-Editierung? Seht ihr darin eine Chance für die Medizin oder überwiegen die ethischen Bedenken? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Worum geht es bei Manhattan Genomics?
Manhattan Genomics ist ein Biotech-Startup aus New York, das die Gen-Editierung menschlicher Embryonen erforscht. Ziel ist es, vererbbare Krankheiten wie Mukoviszidose, Huntington oder Sichelzellenanämie durch gezielte genetische Korrekturen zu verhindern.
Gegründet wurde das Unternehmen von Cathy Tie und Eriona Hysolli. Tie war zuvor Thiel Fellow und hat bereits Erfahrung im Bereich Genomik. Das Unternehmen will offen und transparent arbeiten und sich auf medizinisch notwendige Eingriffe konzentrieren - nicht auf genetische Verbesserungen.
Gegründet wurde das Unternehmen von Cathy Tie und Eriona Hysolli. Tie war zuvor Thiel Fellow und hat bereits Erfahrung im Bereich Genomik. Das Unternehmen will offen und transparent arbeiten und sich auf medizinisch notwendige Eingriffe konzentrieren - nicht auf genetische Verbesserungen.
Ist die Technologie überhaupt legal?
In den USA ist die klinische Anwendung von gen-editierten Embryonen derzeit gesetzlich eingeschränkt. Ein Kongressbeschluss verbietet der FDA, Studien mit genetisch veränderten Embryonen zur Schwangerschaftsinduktion zu genehmigen.
Dennoch gibt es Anzeichen für politische Bewegung. Einige Regierungsberater sollen laut Experten ein Interesse an pronatalistischen Technologien haben. Manhattan Genomics plant laut eigenen Angaben, regulatorische Empfehlungen zu befolgen und zunächst nur in Tiermodellen zu forschen.
Dennoch gibt es Anzeichen für politische Bewegung. Einige Regierungsberater sollen laut Experten ein Interesse an pronatalistischen Technologien haben. Manhattan Genomics plant laut eigenen Angaben, regulatorische Empfehlungen zu befolgen und zunächst nur in Tiermodellen zu forschen.
Welche Krankheiten sollen behandelt werden?
Manhattan Genomics fokussiert sich auf sogenannte monogene Erkrankungen - also Krankheiten, die durch Mutationen in einem einzigen Gen verursacht werden. Dazu zählen Huntington, Mukoviszidose und Sichelzellenanämie.
Diese Krankheiten haben oft keine Heilung, sind aber vererbbar. Durch gezielte Gen-Editierung im Embryonalstadium sollen betroffene Familien die Möglichkeit erhalten, die Weitergabe solcher Krankheiten zu verhindern.
Diese Krankheiten haben oft keine Heilung, sind aber vererbbar. Durch gezielte Gen-Editierung im Embryonalstadium sollen betroffene Familien die Möglichkeit erhalten, die Weitergabe solcher Krankheiten zu verhindern.
Wie sicher ist die Gen-Editierung?
Die Sicherheit ist derzeit ein zentrales Problem. CRISPR kann sogenannte "Off-Target-Effekte" verursachen - unbeabsichtigte Mutationen, die potenziell gefährlich sind. Diese könnten Krebs oder andere Krankheiten auslösen.
Manhattan Genomics plant daher, verschiedene CRISPR-Varianten auf Sicherheit und Präzision zu testen - zunächst in Mäusen, später in Affen. Humanversuche sollen laut Unternehmen erst in vielen Jahren folgen, wenn die Technologie ausgereift ist.
Manhattan Genomics plant daher, verschiedene CRISPR-Varianten auf Sicherheit und Präzision zu testen - zunächst in Mäusen, später in Affen. Humanversuche sollen laut Unternehmen erst in vielen Jahren folgen, wenn die Technologie ausgereift ist.
Gibt es Alternativen zur Gen-Editierung?
Ja, viele genetische Krankheiten lassen sich bereits heute durch Embryonenselektion im Rahmen der IVF vermeiden. Die sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID) erlaubt es, gesunde Embryonen auszuwählen, bevor sie eingepflanzt werden.
Kritiker wie Prof. Kiran Musunuru argumentieren, dass Gen-Editierung nur in sehr seltenen Fällen nötig sei - etwa wenn alle Embryonen einer IVF von einer Krankheit betroffen sind. In solchen Fällen könnten auch Spenderzellen eine Alternative sein.
Kritiker wie Prof. Kiran Musunuru argumentieren, dass Gen-Editierung nur in sehr seltenen Fällen nötig sei - etwa wenn alle Embryonen einer IVF von einer Krankheit betroffen sind. In solchen Fällen könnten auch Spenderzellen eine Alternative sein.
Was sagen Ethiker zur Entwicklung?
Die Meinungen gehen auseinander. Befürworter wie Paula Amato sehen in privater Finanzierung eine Chance für Fortschritt - solange Sicherheit und Ethik im Vordergrund stehen. Kritiker warnen vor einem Rückfall in "Quasi-Eugenik".
Bioethiker wie Hank Greely mahnen zur Vorsicht: Wenn Startups wie in der Tech-Branche agieren, könnten sie Risiken unterschätzen. Die Gesellschaft müsse laut internationalen Kommissionen erst breit über diese Technologie diskutieren, bevor sie klinisch eingesetzt wird.
Bioethiker wie Hank Greely mahnen zur Vorsicht: Wenn Startups wie in der Tech-Branche agieren, könnten sie Risiken unterschätzen. Die Gesellschaft müsse laut internationalen Kommissionen erst breit über diese Technologie diskutieren, bevor sie klinisch eingesetzt wird.
Zusammenfassung
- Manhattan Genomics plant genetische Bearbeitung von Embryonen
- Anknüpfung an He Jiankuis umstrittene Experimente von 2018
- Fokus auf Erbkrankheiten wie Huntington und Mukoviszidose
- Wissenschaftlicher Beirat soll ethische Vorgehensweise sichern
- Kritiker warnen vor Genveränderungen für kommende Generationen
- FDA-Verbot verhindert klinische Studien mit modifizierten Embryonen
- Tech-Milliardäre zeigen Interesse an Projektfinanzierung
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