Absoluter Albtraum: Software-Update 'brickt' Jeeps - während der Fahrt

Ein OTA-Update für das UConnect-System verwandelt Jeep Wrangler 4xe-Modelle in fahrende Zeitbomben. Fahrzeuge verlieren durch das Update während der Fahrt plötzlich ihre Antriebskraft und müssen neu gestartet werden.
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Software-Update sorgt für Totalausfall

Bugs in Software sind völlig normal. Dennoch ist es natürlich ärgerlich, wenn Videos unter Windows 11 nicht abgespielt werden können, die Gestennavigation bei Pixel-Smartphones nicht richtig funktioniert oder Outlook beim Öffnen von E-Mails abstürzt. Allerdings besteht in keinem dieser Fälle eine Gefahr für Leib und Leben der Nutzer. Das ist im jetzigen Fall anders.

Denn ein fehlerhaftes Over-The-Air-Update (OTA) für das UConnect-System der Automarke Jeep hat am vergangenen Freitag zahlreiche Wrangler 4xe-Modelle lahmgelegt. Besonders betroffen sind die Modelljahre 2024 und 2025 der Plug-in-Hybrid-Variante. Fahrer berichten von plötzlichem Leistungsverlust während der Fahrt, wobei einige Fahrzeuge sogar zum Stillstand kommen.


UConnect, das seit 2013 in verschiedenen Jeep- und anderen Stellantis-Fahrzeugen zum Einsatz kommt, steuert nicht nur Infotainment-Funktionen, sondern auch kritische Fahrzeugfunktionen. Bei der jetzigen Aktualisierung des Systems handelte es sich laut Jeep um ein automatisches "Telematik-Modul-Update". Das Unternehmen stoppte die Verteilung bereits am Freitagabend, konnte jedoch nicht verhindern, dass bereits heruntergeladene Updates weiterhin massive und gefährliche Situationen verursachen.

Gefährliche Situationen auf der Autobahn

Die Ausfälle ereignen sich ohne Vorwarnung und während der Fahrt. Ein betroffener Fahrer (via The Stack) schilderte: "Mein Auto fing an, langsamer zu werden, während ich 65 mph auf der linken Spur der Autobahn fuhr. Es forderte mich auf, in die Parkeinstellung zu schalten und den Startknopf zu drücken. Das Auto war aus und ich konnte nicht beschleunigen!" Mehrere Händler berichten von einem Ansturm von Besitzern betroffener Fahrzeuge. Ein Händler erhielt binnen einer Stunde fünf defekte 4xe-Modelle. Es handelt sich also nicht um Einzelfälle.

Keine einfache Lösung

Jeep empfahl zunächst, ausschließlich im Benzin-Modus zu fahren und Hybrid- oder Elektro-Modi zu meiden. Doch auch diese Empfehlung erwies sich als unzureichend. Leistungsverluste traten ebenso im reinen Benzinbetrieb auf. Schließlich bestätigten Mitarbeiter des Jeep-Kundenservice, dass nur eine Reparatur beim Händler das Problem lösen könne.

Das Jeep-Debakel erinnert an ähnliche Vorfälle in der Automobilbranche. 2023 versagten Updates bei Rivian-Elektrofahrzeugen und auch Lucid-Besitzer berichteten von "gebrickten" Fahrzeugen. Bereits 2015 sorgte ein Sicherheitsvorfall bei Jeep für Schlagzeilen, als Hacker über das UConnect-System die Kontrolle über ein Cherokee-Modell übernahmen und es fernsteuerten.

Lösungsansätze und Behördenreaktion

Einige Betroffene Kunden berichten von einer Lösung des Problems durch einen Hard-Reset des Radios oder durch automatische Reparatur-Updates. Dabei muss das Fahrzeug zehn Minuten bei gutem Mobilfunkempfang laufen gelassen werden. Allerdings funktioniert diese Methode nicht bei allen betroffenen Fahrzeugen.

Mehrere Fahrzeugbesitzer haben bereits Beschwerden bei der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA eingereicht. Die Behörde prüft derzeit, ob eine offizielle Untersuchung eingeleitet wird. Stellantis, der Mutterkonzern von Jeep, hat bislang keine offizielle Stellungnahme zu möglichen Entschädigungen oder Rückrufaktionen abgegeben.

Wie sind eure Erfahrungen mit OTA-Updates für Autos? Habt ihr selbst schon einmal Probleme mit einer Software-Aktualisierung eures Fahrzeugs gehabt? Teilt eure Erlebnisse mit uns in den Kommentaren.

Zusammenfassung
  • Fehlerhaftes OTA-Update für UConnect-System legt Jeep Wrangler 4xe lahm
  • Betroffene Fahrzeuge verlieren während der Fahrt plötzlich Antriebskraft
  • Das Update wurde am vergangenen Freitag gestoppt, verursacht aber weiterhin Probleme
  • Jeeps Empfehlung, nur im Benzin-Modus zu fahren, erwies sich als unwirksam
  • Hard-Reset oder automatische Reparatur-Updates helfen nur bei manchen Fahrzeugen
  • US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA prüft mögliche offizielle Untersuchung

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