Improvisiertes Mikrofon: Forscher verwandeln Mäuse in Abhörgeräte
Ein Team von Wissenschaftlern der University of California in Irvine hat eine verblüffende und beunruhigende Entdeckung gemacht: Hochwertige optische Computermäuse können unbemerkt als improvisierte Mikrofone genutzt werden.
Der Schlüssel liegt in der extrem hohen Auflösung und Abtastrate moderner Gaming-Mäuse. Modelle mit 20.000 DPI oder mehr registrieren selbst feinste Bewegungen ihrer Unterlage. Diese Sensordaten, die eigentlich zur präzisen Cursorsteuerung gedacht sind, enthalten jedoch auch Informationen über akustische Schwingungen. Wird ein Computer mit einer solchen Maus kompromittiert, können Angreifer die Rohdaten abgreifen und außerhalb des Systems weiterverarbeiten.
Dabei genügt laut den Forschern bereits harmlose oder vermeintlich sichere Software. Selbst Open-Source-Programme oder Browser-Anwendungen, die Zugriff auf hochfrequente Mausdaten benötigen, könnten zur Datenquelle werden. Der Angriff muss also nicht zwangsläufig über spezielle Schadsoftware erfolgen, die eigenständig die Maus anzapft.
Mit Mic-E-Mouse erhält das alte Wanzen-Konzept somit eine moderne Wendung. Statt aufwendiger Spionagetechnik genügen heute handelsübliche Computerzubehörteile und ein wenig KI-Know-how, um Privatsphäre auszuhebeln. Die Forscher betonen, dass ihr Projekt vor allem als Warnung zu verstehen sei - und als Anstoß, um künftig auch unscheinbare Geräte besser gegen akustische Datenlecks abzusichern.
Siehe auch:
Feine Sensoren der Gaming-Maus
In ihrem Forschungsprojekt "Mic-E-Mouse" zeigen die Forscher, wie sich selbst winzige Vibrationen, die beim Sprechen entstehen, über den Schreibtisch auf die Maus übertragen lassen. Mit geeigneten Signalverarbeitungs- und KI-Methoden konnten sie daraus verständliche Audiodaten rekonstruieren.Der Schlüssel liegt in der extrem hohen Auflösung und Abtastrate moderner Gaming-Mäuse. Modelle mit 20.000 DPI oder mehr registrieren selbst feinste Bewegungen ihrer Unterlage. Diese Sensordaten, die eigentlich zur präzisen Cursorsteuerung gedacht sind, enthalten jedoch auch Informationen über akustische Schwingungen. Wird ein Computer mit einer solchen Maus kompromittiert, können Angreifer die Rohdaten abgreifen und außerhalb des Systems weiterverarbeiten.
Aufnahme von Audiodaten mit einer handelsüblichen Maus
Dabei genügt laut den Forschern bereits harmlose oder vermeintlich sichere Software. Selbst Open-Source-Programme oder Browser-Anwendungen, die Zugriff auf hochfrequente Mausdaten benötigen, könnten zur Datenquelle werden. Der Angriff muss also nicht zwangsläufig über spezielle Schadsoftware erfolgen, die eigenständig die Maus anzapft.
KI macht es hörbar
Im Labor gelang es dem Team, die aufgezeichneten Daten mithilfe digitaler Signalverarbeitung, insbesondere eines Wiener-Filters, in erste hörbare Fragmente umzuwandeln. Ein neuronales Netz verfeinerte anschließend das Ergebnis, sodass schließlich erkennbare Sprache hörbar wurde. Die Spracherkennungsgenauigkeit lag zwischen 42 und 61 Prozent, das reicht, um einzelne Wörter oder Sätze zu identifizieren.Mit Mic-E-Mouse erhält das alte Wanzen-Konzept somit eine moderne Wendung. Statt aufwendiger Spionagetechnik genügen heute handelsübliche Computerzubehörteile und ein wenig KI-Know-how, um Privatsphäre auszuhebeln. Die Forscher betonen, dass ihr Projekt vor allem als Warnung zu verstehen sei - und als Anstoß, um künftig auch unscheinbare Geräte besser gegen akustische Datenlecks abzusichern.
Zusammenfassung
- Hochwertige optische Computermäuse können heimlich als Mikrofone dienen
- Sprechvibrationen übertragen sich über den Schreibtisch auf die Maushardware
- Gaming-Mäuse mit 20.000 DPI erfassen selbst feinste akustische Schwingungen
- Angreifer können Mausdaten abgreifen und zu verständlicher Sprache verarbeiten
- Selbst harmlose Software kann zur Datenquelle für diesen Angriff werden
- Mit KI-Methoden erreicht die Spracherkennungsgenauigkeit bis zu 61 Prozent
- Forscher warnen vor diesem neuen Risiko für die Privatsphäre
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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