China zeigt erstmals Jets aus dem Kalten Krieg, die zu Drohnen wurden

China hat auf einer Air Show erstmals öffentlich eine zur Drohne umgebaute J-6 aus dem Kalten Krieg gezeigt. Das Flugzeug aus den 1950er-Jahren wurde mit automatischen Flugsystemen ausgestattet und kann als Übungsziel oder Kampfdrohne eingesetzt werden.
China, Drohne, Kampfjet, J-6
Weibo

Premiere für umgebauten Kampfjet

Auf der Changchun Air Show hat China erstmals eine zur Drohne umgebaute J-6 öffentlich ausgestellt. Der Kampfjet aus der Zeit des Kalten Krieges wurde mit modernen Flugsystemen nachgerüstet und kann sowohl als Übungsziel als auch als Kampfdrohne eingesetzt werden. Diese öffentliche Präsentation markiert einen seltenen Einblick in dieses spezielle Drohnenprogramm Chinas.

Die J-6 basiert auf der sowjetischen Mikojan-Gurewitsch MiG-19 und war einst das Rückgrat der chinesischen Luftwaffe. Das einstrahlige Kampfflugzeug wurde ab 1958 in China produziert und galt als erstes überschallfähiges Jagdflugzeug des Landes. Über 5000 Exemplare verließen die chinesischen Produktionsstätten, bevor das Modell in den 1980er-Jahren aus dem aktiven Dienst genommen wurde.

Technische Transformation im Detail

Wie Defense Blog berichtet, erfolgte die Umrüstung der J-6 durch den Ausbau der ursprünglichen Kanonenbewaffnung, der Schleudersitze und externen Treibstofftanks. Stattdessen erhielt das Flugzeug ein automatisches Flugkontrollsystem, einen Autopiloten, zusätzliche Tragflächenaufhängungen und ein geländefolgendes Navigationssystem. Die ursprünglichen Triebwerke vom Typ Wopen-6 bleiben erhalten und verleihen der Drohne eine Höchstgeschwindigkeit von etwa Mach 1,3. Chinesische J-6-DrohneDer 'Pilot' der J-6 in der Nahaufnahme China verfügt über einen großen Bestand an ausgemusterten, aber noch flugtauglichen J-6-Kampfflugzeugen. Die Entscheidung, diese in unbemannte Plattformen umzuwandeln (wohlgemerkt soll die erste unbemannte Version der J-6 bereits 1995 ihren Jungfernflug absolviert haben), könnte zwei Zwecken dienen: der Vorbereitung von Luftabwehrbesatzungen durch realistisches Training und der Überlastung feindlicher Luftverteidigungsanlagen mit kostengünstigen, verzichtbaren "Lockvögeln". Die Kosten für eine solche Umrüstung liegen nämlich deutlich unter denen für die Neuentwicklung spezieller Zieldrohnen.

Die Anpassung von Altsystemen zu Drohnen ist nicht einzigartig für China. Die US Air Force betreibt seit langem QF-16- und QF-4-Flugzeuge als Zieldrohnen und ermöglicht damit realistische Szenarien zum Testen von Waffen und zur Ausbildung von Bedienern. Auch Russland hat ähnliche Programme mit ausgemusterten MiG-21 und Su-24 entwickelt.

Allerdings könnte der Umfang und die potenzielle Anwendung von Chinas J-6-Umrüstungsprojekt über das Training hinausgehen. Die Präsenz der J-6-Drohne auf der Luftfahrtschau verstärkt die Spekulationen, dass China möglicherweise Massen-Drohnentaktiken vorbereitet, die darauf ausgelegt sind, feindliche Luftverteidigungssysteme während eines zukünftigen Konflikts zu überlasten. Jahrzehnte nach ihrer Ausmusterung aus dem Frontdienst scheint Peking das Flugzeug nun für unbemannte Operationen zu nutzen.

Was haltet ihr von Chinas Strategie, alte Kampfjets in Drohnen umzuwandeln? Teilt eure Einschätzungen in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • China präsentierte erstmals öffentlich zur Drohne umgebaute J-6 Jets
  • Die J-6 stammt aus den 1950er-Jahren und basiert auf der sowjetischen MiG-19
  • Über 5000 Exemplare wurden produziert und in den 1980er-Jahren ausgemustert
  • Die Umrüstung umfasst automatische Flugsysteme und geländefolgende Navigation
  • Die Drohnen können als Übungsziele oder für Kampfeinsätze genutzt werden
  • Die Umrüstung ist kostengünstiger als die Neuentwicklung von Zieldrohnen
  • Ähnliche Programme existieren auch in den USA und Russland

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
LEGO Mindstorms im Preis-Check
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!