Wie es losging: Microsoft veröffentlicht historischen BASIC-Code

Microsoft hat einen wichtigen Schritt für alle Nutzer unternommen, die sich mit der Geschichte der Computer-Entwicklung und Microsofts auseinandersetzen wollen: Der Quellcode von Microsoft BASIC für den MOS-6502-Prozessor ist nun verfügbar.
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Das erste Produkt

Microsoft hat dieses Stück Software, das dem ersten wichtigen Impuls für den Aufstieg des Unternehmens lieferte, jetzt im Rahmen eines Open Source-Projekts bereitgestellt. Jahrzehntelang waren nur Fragmente oder inoffizielle Kopien im Umlauf, archiviert von Computermuseen oder auf Retro-Plattformen gespiegelt. Nun öffnet Microsoft selbst das digitale Archiv - und gibt den Ursprungscode frei.

BASIC war 1975 das erste Produkt des damals frisch gegründeten Unternehmens von Bill Gates und Paul Allen. Die Programmiersprache, zunächst für den Altair 8800 mit Intel-8080-Prozessor entwickelt, wurde bald auch auf andere 8-Bit-CPUs portiert. Die Variante für den 6502 entstand 1976 durch Gates und Ric Weiland.


Bereits ein Jahr später lizenzierte Commodore die Software für eine Pauschalsumme von 25.000 Dollar. Damit bildete Microsoft BASIC das Herzstück der PET-Computer, später auch des VIC-20 und des legendären Commodore 64. Millionen Nutzer machten hier ihre ersten Schritte im Programmieren.

Die jetzt veröffentlichte Version 1.1 stammt von 1978. Sie enthält Korrekturen im Speichermanagement, die gemeinsam von Commodore-Ingenieur John Feagans und Bill Gates umgesetzt wurden. Eingebaut ist auch ein kleiner Insider-Scherz von Gates, ein verstecktes Label im Code, das er selbst Jahre später bestätigte.

Vielfach im Einsatz

Der MOS 6502 gilt als einer der einflussreichsten Prozessoren der Computergeschichte. Er steckte nicht nur in verschiedenen Commodore-Rechnern, sondern auch im Apple II, im Atari 2600 und im Nintendo Entertainment System. Seine Einfachheit und Effizienz machen ihn bis heute attraktiv für Bastler, Entwickler und Bildungseinrichtungen. Die Retro-Computing-Szene erlebt aktuell eine neue Blüte: Emulatoren, FPGA-basierte Nachbauten und sogar neue Hardware unter der Marke Commodore halten das Erbe lebendig.

Die Open-Source-Veröffentlichung knüpft an frühere Initiativen an, etwa den 2020 freigegebenen GW-BASIC-Code. Sie ermöglicht es, den historischen Compiler nachzubauen, zu studieren und in modernen Umgebungen einzusetzen. Damit schlägt Microsoft eine Brücke von den frühen Heimcomputern der 1970er-Jahre bis zu heutigen FPGA-Systemen - und gibt einer prägenden Technologie endgültig ihren Platz im offenen Softwaregedächtnis.

Zusammenfassung
  • Microsoft veröffentlicht den Quellcode von BASIC für MOS-6502-Prozessor
  • BASIC war das erste Produkt von Microsoft, entwickelt von Gates und Allen
  • Commodore lizenzierte die Software 1977 für 25.000 Dollar für ihre Computer
  • Die nun freigegebene Version 1.1 stammt aus dem Jahr 1978 mit Korrekturen
  • Der MOS 6502 war ein einflussreicher Prozessor für viele historische Geräte
  • Die Veröffentlichung ermöglicht Nachbau und Studium des historischen Codes
  • Die Open-Source-Initiative knüpft an frühere Freigaben wie GW-BASIC an

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