Floppy lebt: Überraschendes Treiber-Update für Disketten veröffentlicht

Disketten haben ihre Hochzeit schon ewig hinter sich. Doch der Linux-Kernel hält weiter an ihnen fest. Nach Jahren gibt es nun wieder ein Update für die Floppy-Treiber. Neben Nostalgie stecken vor allem auch praktische Gründe dahinter.
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Überraschendes Update für alte Technik

Disketten bzw. Floppy Disks sind schon lange aus dem Mainstream verschwunden. Trotzdem gibt es weiterhin Anwendungsbereiche für die Magnetscheiben. So verwendet die US-Flugsicherung immer noch die kleinen 1,44-MB-Datenträger. Die San Francisco Muni Metro ist gerade dabei, umzurüsten. In Japan ist man schon weiter und hat den 'Krieg gegen Disketten' in Behörden letzten Sommer gewonnen.

Doch obwohl Floppys mittlerweile kaum noch anzutreffen sind, gibt es drei Jahre nach dem letzten nennenswerten Patch jetzt neue Diskettentreiber für Linux-Systeme. Das frische Update hält den Support damit weiter am Leben.


Aufräumarbeiten statt neuer Features

Das aktuelle Update stammt von Andy Shevchenko von Intel. Es ist allerdings weniger spektakulär, als es zunächst scheint. Denn wie Phoronix berichtet, handelt es sich um reine Wartung ohne neue Funktionen. Der Diskettentreiber gilt grundsätzlich als verwaist und wird kaum noch instand gehalten, doch Shevchenko hat einige Aktualisierungen eingeführt, die er schlicht als "ein paar Aufräumarbeiten" bezeichnet.

Konkret entfernt das Update ein unbenutztes Makro vom Architektur-Code. Zeitgleich werden die Header-Dateien mit dem neuen Disketten-Patch alphabetisch sortiert. Die Änderungen mögen trivial erscheinen, doch sie haben einen wichtigen Zweck. Denn damit soll der Linux-Treiber aufgeräumter und im Fall der Fälle wartbarer werden.

Nischenbereiche halten Disketten am Leben

Obwohl die Anwendungsbereiche immer weiter schrumpfen, setzen einige Industrieunternehmen nach wie vor Produktionssysteme mit einst hohen Anschaffungskosten im mittleren zweistelligen Millionenbereich ein, die noch mit Disketten als Austauschmedium oder für die Programmierung funktionieren. Diese Systeme zu ersetzen, wäre mit enormen Kosten und Aufwand verbunden.

Auch in der Luftfahrtindustrie und bei medizinischen Geräten finden sich noch diskettenbetriebene Systeme. Einige Flugzeugmodelle nutzen Floppys für Navigationsupdates, während ältere MRT- und Röntgengeräte ebenfalls auf die magnetischen Datenträger angewiesen sind. Die Zertifizierungskosten für neue Systeme in diesen Bereichen sind oft so hoch, dass ein Wechsel wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.

Zwischen Nostalgie und praktischem Nutzen

Retro-Computing-Enthusiasten profitieren ebenfalls vom anhaltenden Support. Sammler und Liebhaber klassischer Computer wie dem Commodore Amiga oder Atari ST sind auf funktionierende Diskettenlaufwerke angewiesen, um ihre historischen Systeme zu betreiben. Viele Spiele und Programme aus der Zeit vor optischen Medien existieren ausschließlich auf Disketten.

Mit Sony zog sich 2010 der einst wichtigste Hersteller von Floppys aus der Produktion der Datenträger zurück. Damit schwinden die Restbestände immer weiter. Zudem bieten hauptsächlich nur noch spezialisierte Händler neue Disketten zum Verkauf an. So werden auf absehbare Zeit trotz allem wohl auch die letzten Disketten-Bastionen fallen müssen.

Geschichte der Floppy-Disk

Die Floppy-Disk wurde 1969 bei IBM von Alan Shugart erfunden und revolutionierte den Datenaustausch. Die ersten kommerziell erfolgreichen Disketten waren die 8-Zoll-Modelle von 1971, gefolgt von den populären 5,25-Zoll-Disketten ab 1976. Die heute noch bekannten 3,5-Zoll-Disketten kamen 1982 auf den Markt und etablierten sich als Standard mit einer Speicherkapazität von 1,44 Megabyte bei High-Density-Versionen.

Die kleinen magnetischen Datenträger prägten die Computerära der 1980er und 1990er Jahre entscheidend und dienten als primäres Austauschmedium für Software und Daten, sind mittlerweile aber kaum noch anzutreffen. Doch auch wenn neuere Generationen von Computernutzern keine der kleinen Magnetscheiben je zu Gesicht bekommen haben, kennen dank des etablierten Symbols für "Speichern" in Softwareanwendungen jeglicher Art trotzdem alle ihr Aussehen.

Was haltet ihr von der Pflege alter Technologien? Nutzt ihr noch Disketten oder andere Retro-Hardware?

Zusammenfassung
  • Linux erhält neues Update für Floppy-Treiber nach drei Jahren Pause
  • Aktualisierungen umfassen Aufräumarbeiten, aber keine neuen Funktionen
  • Disketten werden trotz Alter in Spezialgebieten wie Luftfahrt genutzt
  • Hohe Umrüstkosten verhindern in vielen Industriebereichen den Umstieg
  • Retro-Computing-Enthusiasten profitieren vom weiteren Support der Treiber
  • Die 1969 erfundene Floppy-Disk prägte die Computerära der 80er und 90er
  • Die Disketten ist auch heute noch als universelles Speicher-Symbol bekannt

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