Samsung killt Tizen: Smartwatches der Nutzer verlieren ihre Funktionen
Samsung beendet in Kürze den Support für Tizen-Smartwatches. Elf Jahre nach der ersten Galaxy Gear ist damit endgültig Schluss mit der Unterstützung des hauseigenen Wearable-Betriebssystems. Besitzer betroffener Geräte sollten sich vorbereiten.
Wie Samsung schon letztes Jahr mitgeteilt hatte, beendet das Unternehmen am 30. September 2025 allerdings den Support für alle Tizen-basierten Smartwatches im Galaxy Store. Damit endet eine Ära, die am 4. September 2013 mit der Vorstellung der Galaxy Gear begann. Über elf Jahre lang setzte der südkoreanische Konzern auf sein hauseigenes Betriebssystem für Wearables. Jetzt ist endgültig Schluss.
Die Uhren funktionieren zwar weiterhin, verlieren aber an Funktionalität. Wie Samsung mitteilt, können Nutzer nach dem Stichtag keine Apps mehr herunterladen, wenn sie einmal von den Geräten gelöscht wurden. Das gilt sowohl für kostenlose als auch gekaufte Apps.
Die Entwicklung verlief rasant. Denn schon die Gear S2 von 2015 führte das kreisrunde Design und die ikonische rotierende Lünette ein, die heute noch ein Markenzeichen der Galaxy Watch Classic-Reihe ist. Mit der Gear S3 von 2016 etablierte Samsung viele Features, die heute Standard sind. Dazu gehören etwa die wasserdichte Bauweise, GPS und NFC-Zahlungen.
Tizen OS selbst entstand 2012 aus einer Kooperation zwischen Samsung und Intel als Alternative zu Android und iOS. Das Linux-basierte System sollte Samsung mehr Unabhängigkeit von Google verschaffen und fand neben Smartwatches auch in Smart TVs, Kameras und sogar Smartphones Verwendung.
Der schrittweise Rückzug spiegelt eine pragmatische Geschäftsentscheidung wider. Die Entwicklung und Wartung paralleler Betriebssysteme binden Ressourcen, die Samsung lieber in die Wear-OS-Partnerschaft mit Google investiert. Bereits im Mai 2021 kündigte Samsung während der Google I/O an, Tizen-Features in Googles Wear OS zu integrieren und künftige Wearables mit Wear OS zu veröffentlichen.
Für Nutzer alter Tizen-Watches ist ein Upgrade wohl unausweichlich, wenn sie weiterhin gewohnte Smartwatch-Features nutzen möchten. Die aktuellen Galaxy-Watch-Modelle mit Wear OS bieten deutlich mehr Apps und bessere Integration mit Android-Smartphones. Die Investition in ein neues Gerät bietet also durchaus auch Vorteile.
Habt ihr noch eine Tizen-Smartwatch im Einsatz oder seid ihr bereits auf Wear OS umgestiegen? Teilt eure Erfahrungen mit dem Systemwechsel in den Kommentaren!
Siehe auch:
Das Ende einer Ära
Gerade erst hat Samsung mit der Galaxy Watch 8-Serie seine allerneuesten Smartwatches präsentiert. Die Uhren laufen, wie schon etliche Vorgängergenerationen, mit Wear OS. Doch bevor die Koreaner das zusammen mit Google entwickelte System einsetzten, verwendete man mit Tizen OS ein ganz eigenes Wearable-Betriebssystem.Wie Samsung schon letztes Jahr mitgeteilt hatte, beendet das Unternehmen am 30. September 2025 allerdings den Support für alle Tizen-basierten Smartwatches im Galaxy Store. Damit endet eine Ära, die am 4. September 2013 mit der Vorstellung der Galaxy Gear begann. Über elf Jahre lang setzte der südkoreanische Konzern auf sein hauseigenes Betriebssystem für Wearables. Jetzt ist endgültig Schluss.
Betroffene Modelle und Folgen
Die betroffenen Modelle umfassen eine beeindruckende Palette von elf Smartwatch-Generationen, die Samsung zwischen 2013 und 2020 mit dem hauseigenen Betriebssystem ausstattete. Besitzer aller folgenden Geräte müssen sich jetzt auf starke Einschränkungen gefasst machen:- Galaxy Gear
- Gear 2
- Gear Live
- Gear S
- Gear S2
- Gear S3
- Gear Sport
- Galaxy Watch
- Galaxy Watch Active
- Galaxy Watch Active 2
- Galaxy Watch 3
Die Uhren funktionieren zwar weiterhin, verlieren aber an Funktionalität. Wie Samsung mitteilt, können Nutzer nach dem Stichtag keine Apps mehr herunterladen, wenn sie einmal von den Geräten gelöscht wurden. Das gilt sowohl für kostenlose als auch gekaufte Apps.
Von der Pionierzeit bis zum Strategiewechsel
Die Galaxy Gear war ursprünglich mit Android ausgestattet, wechselte aber bereits im Mai 2014 zu Tizen OS. Die Smartwatch mit dem 41,4-Millimeter-großen Display ermöglichte Anrufe, Terminplanung und Wetterabfragen per Sprache. Für damalige Verhältnisse war das revolutionär, auch wenn die Akkulaufzeit von gerade einmal einem Tag kritisiert wurde.Die Entwicklung verlief rasant. Denn schon die Gear S2 von 2015 führte das kreisrunde Design und die ikonische rotierende Lünette ein, die heute noch ein Markenzeichen der Galaxy Watch Classic-Reihe ist. Mit der Gear S3 von 2016 etablierte Samsung viele Features, die heute Standard sind. Dazu gehören etwa die wasserdichte Bauweise, GPS und NFC-Zahlungen.
Tizen OS selbst entstand 2012 aus einer Kooperation zwischen Samsung und Intel als Alternative zu Android und iOS. Das Linux-basierte System sollte Samsung mehr Unabhängigkeit von Google verschaffen und fand neben Smartwatches auch in Smart TVs, Kameras und sogar Smartphones Verwendung.
Geplante Obsoleszenz
Der Ausstieg kommt nicht überraschend. Samsung kündigte das Ende bereits im Mai 2024 an. Der Konzern stellte zunächst den Verkauf kostenpflichtiger Inhalte im September 2024 ein, gefolgt von kostenlosen Downloads im März 2025. Als Anreiz für einen Umstieg bietet Samsung erhöhte Preise bei Inzahlungnahme alter Tizen-Geräte beim Kauf einer neuen Galaxy Watch an.Der schrittweise Rückzug spiegelt eine pragmatische Geschäftsentscheidung wider. Die Entwicklung und Wartung paralleler Betriebssysteme binden Ressourcen, die Samsung lieber in die Wear-OS-Partnerschaft mit Google investiert. Bereits im Mai 2021 kündigte Samsung während der Google I/O an, Tizen-Features in Googles Wear OS zu integrieren und künftige Wearables mit Wear OS zu veröffentlichen.
Tizen lebt weiter - nur nicht auf Smartwatches
Samsung verfolgt einen selektiven Ansatz. Denn Tizen wird weiterhin für Smart TVs verwendet, wo das System erfolgreich ist. Laut Strategy Analytics liefen 2018 etwa 21 Prozent aller verkauften Smart TVs mit Tizen. Derzeit nutzen rund 200 Millionen Menschen in 197 Ländern Samsung Smart TVs mit diesem Betriebssystem. Das Unternehmen hatte erst im Juli Tizen 9.0 auf älteren Smart-TVs veröffentlicht.Für Nutzer alter Tizen-Watches ist ein Upgrade wohl unausweichlich, wenn sie weiterhin gewohnte Smartwatch-Features nutzen möchten. Die aktuellen Galaxy-Watch-Modelle mit Wear OS bieten deutlich mehr Apps und bessere Integration mit Android-Smartphones. Die Investition in ein neues Gerät bietet also durchaus auch Vorteile.
Habt ihr noch eine Tizen-Smartwatch im Einsatz oder seid ihr bereits auf Wear OS umgestiegen? Teilt eure Erfahrungen mit dem Systemwechsel in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Samsung beendet am 30. September 2025 Support für Tizen-Smartwatches
- Nach über elf Jahren endet die Ära des hauseigenen Betriebssystems
- Elf Smartwatch-Generationen von 2013 bis 2020 sind von der Abschaltung betroffen
- Betroffene Geräte verlieren schrittweise Funktionalität und App-Zugriff
- Nutzer können keine Apps mehr herunterladen
- Seit 2021 setzt Samsung auf das gemeinsam mit Google entwickelte Wear OS
- Tizen OS wird weiterhin erfolgreich in Samsung Smart TVs eingesetzt
Siehe auch:
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