Intel in der Krise: Jetzt soll sogar Samsung einen Einstieg erwägen

Der koreanische Elektronikriese Samsung soll über einen Einstieg beim US-Chipgiganten Intel nachdenken. Eigentlich sind Intel und Samsung Konkurrenten, doch erhofft man sich in Korea durch den Schritt eine Besänftigung von US-Präsident Trump im Ringen um dessen Einfuhrzölle.
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Samsung als Retter von Intel?

Laut einem Bericht des koreanischen Magazins ETNews wird bei Samsung derzeit der Erwerb von Anteilen des US-Chipherstellers Intel diskutiert. Hintergrund ist der Einstieg des japanischen Investmentkonzerns Softbank, der für zwei Milliarden Dollar Anteile von Intel erwerben will. Samsung prüft nun angeblich einen ähnlichen Schritt.

Samsung hofft dem Bericht zufolge, sich durch den Einstieg bei Intel die Gunst der aktuellen US-Regierung unter Donald Trump zu erkaufen. Es geht wohl darum, die Folgen der von Trump und seinem Handelsministerium verlangten Einfuhrabgaben auf diverse ausländische Produkte abzumildern, die natürlich auch Samsungs Erzeugnisse betreffen.


Der Bericht aus Südkorea erwähnt nicht, wie viel Geld Samsung für den Einstieg bei Intel ausgeben könnte. Bisher sind Intel und Samsung vor allem auch Konkurrenten im Bereich der Auftragsfertigung von Chips. Die beiden Unternehmen sind die wichtigsten Wettbewerber des in diesem Bereich marktführenden taiwanischen Fertigers Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) und dabei die gleichen Probleme: man findet kaum Abnehmer für die Kapazitäten zur Fertigung hochmoderner Halbleiterprodukte.

Neben einem möglichen Einstieg bei Intel soll Samsung auch eine Kooperation mit der US-Firma Amkor prüfen. Amkor ist im Bereich des Chip-Packaging tätig, ist also darauf spezialisiert, die zuvor bei Firmen wie Samsung, Intel oder auch TSMC gefertigten Wafer mit den Chipdesigns von deren Kunden in fertige Chips zu "verpacken".

Während TSMC und Intel ihr Packaging in den meisten Fällen selbst vornehmen, muss Samsung derzeit noch häufig auf externe Partner zurückgreifen. Durch die Zusammenarbeit mit Amkor könnte Samsung also Vorteile beim Packaging seiner Chips erzielen. Erst kürzlich hatte man mit Tesla einen milliardenschweren Deal schließen können, der die Verwendung von Samsungs US-Werken für die Fertigung von Chips für Elon Musks Elektroautofirma vorsieht.

Zusammenfassung
  • Samsung erwägt laut ETNews-Bericht den Erwerb von Anteilen bei Intel
  • Hintergrund ist der bereits geplante Einstieg von Softbank für 2 Mrd. Dollar
  • Samsung hofft auf Besänftigung der US-Regierung bezüglich Einfuhrzöllen
  • Beide Unternehmen sind Konkurrenten im Bereich der Chip-Auftragsfertigung
  • Samsung prüft zudem eine Kooperation mit US-Firma Amkor im Chip-Packaging
  • Erst kürzlich schloss Samsung einen milliardenschweren Deal mit Tesla

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