Forscher will Mini-Raumschiffe zum nächsten Schwarzen Loch schicken
Ein Astrophysiker hat ein Konzept vorgestellt, wie man mit einem winzigen Forschungsraumschiff ein weit entferntes Schwarzes Loch erreichen und dieses aus der Nähe ganz praktisch untersuchen könnte.
Das derzeit am nächsten bekannte Schwarze Loch, Gaia BH1, wurde 2022 entdeckt und liegt rund 1560 Lichtjahre entfernt. Doch Bambi hält es für wahrscheinlich, dass es unentdeckte Exemplare deutlich näher gibt. Auf Grundlage verschiedener Modelle könnte das nächste Schwarze Loch sogar nur 20 bis 25 Lichtjahre entfernt sein - unsichtbar für herkömmliche Teleskope, aber möglicherweise durch die Beobachtung seiner gravitativen Wirkung auf nahe Sterne auffindbar.
Für den interstellaren Flug setzt Bambi auf sogenannte Nanocrafts - das sind wenige Gramm leichte Raumsonden, die im Grunde nur aus einem Mikrochip und einem Lichtsegel bestehen. Starke Laser auf der Erde würden das Segel mit Photonen beschleunigen, sodass die Sonde ein Drittel der Lichtgeschwindigkeit erreichen kann. Damit ließe sich ein Ziel in 20 bis 25 Lichtjahren innerhalb von rund 70 Jahren erreichen. Die Übertragung der Messdaten zur Erde würde je nach Entfernung weitere 25 Jahre beanspruchen, was die gesamte Missionsdauer auf etwa 80 bis 100 Jahre ansetzt.
Die Herausforderungen bleiben aber enorm: Allein die Laseranlage würde nach heutigem Stand rund eine Billion Euro kosten, und die nötige Technik existiert bislang nicht. Bambi bleibt dennoch optimistisch: "Heute klingt das verrückt. Aber auch Gravitationswellen galten einst als nicht beobachtbar - bis wir sie ein Jahrhundert später nachgewiesen haben. Und wer hätte vor 50 Jahren geglaubt, dass wir einmal die Schatten Schwarzer Löcher fotografieren würden?"
Siehe auch:
Hundert Jahre Missionsdauer
Schwarze Löcher gehören zu den stärksten bekannten Gravitationsquellen im Universum und gelten als ideale Testumgebungen für Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie. Professor Cosimo Bambi betont, dass eine solche Mission derzeit zwar noch technisch unmöglich sei, jedoch in 20 bis 30 Jahren realisierbar werden könnte - vorausgesetzt, man überwindet zwei gewaltige Hürden: Die Entdeckung eines ausreichend nahen Ziels und die Entwicklung geeigneter Sonden.Das derzeit am nächsten bekannte Schwarze Loch, Gaia BH1, wurde 2022 entdeckt und liegt rund 1560 Lichtjahre entfernt. Doch Bambi hält es für wahrscheinlich, dass es unentdeckte Exemplare deutlich näher gibt. Auf Grundlage verschiedener Modelle könnte das nächste Schwarze Loch sogar nur 20 bis 25 Lichtjahre entfernt sein - unsichtbar für herkömmliche Teleskope, aber möglicherweise durch die Beobachtung seiner gravitativen Wirkung auf nahe Sterne auffindbar.
Für den interstellaren Flug setzt Bambi auf sogenannte Nanocrafts - das sind wenige Gramm leichte Raumsonden, die im Grunde nur aus einem Mikrochip und einem Lichtsegel bestehen. Starke Laser auf der Erde würden das Segel mit Photonen beschleunigen, sodass die Sonde ein Drittel der Lichtgeschwindigkeit erreichen kann. Damit ließe sich ein Ziel in 20 bis 25 Lichtjahren innerhalb von rund 70 Jahren erreichen. Die Übertragung der Messdaten zur Erde würde je nach Entfernung weitere 25 Jahre beanspruchen, was die gesamte Missionsdauer auf etwa 80 bis 100 Jahre ansetzt.
Viele Fragen
Vor Ort könnten Experimente Antworten auf einige der größten Rätsel der Physik liefern: Besitzen Schwarze Löcher tatsächlich einen Ereignishorizont? Gelten die bekannten Naturgesetze auch unter diesen extremen Bedingungen? Oder bricht Einsteins Theorie hier zusammen?Die Herausforderungen bleiben aber enorm: Allein die Laseranlage würde nach heutigem Stand rund eine Billion Euro kosten, und die nötige Technik existiert bislang nicht. Bambi bleibt dennoch optimistisch: "Heute klingt das verrückt. Aber auch Gravitationswellen galten einst als nicht beobachtbar - bis wir sie ein Jahrhundert später nachgewiesen haben. Und wer hätte vor 50 Jahren geglaubt, dass wir einmal die Schatten Schwarzer Löcher fotografieren würden?"
Zusammenfassung
- Astrophysiker stellt Konzept für Mini-Raumschiff zur Erforschung Schwarzer Löcher vor
- Schwarze Löcher könnten als Testumgebungen für Einsteins Relativitätstheorie dienen
- Die Mission könnte in 20 bis 30 Jahren realistisch werden, wenn technische Hürden überwunden sind
- Nächstes Schwarzes Loch könnte nur 20 bis 25 Lichtjahre entfernt und noch unentdeckt sein
- Gramm-leichte Nanocrafts mit Lichtsegeln könnten auf ein Drittel Lichtgeschwindigkeit beschleunigen
- Gesamte Missionsdauer würde rund 80 bis 100 Jahre dauern, inklusive Datenübertragung
- Experimente könnten grundlegende Fragen zu Naturgesetzen und Einsteins Theorie beantworten
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