Ja, es ist 2025: AOL kündigt das Ende von Dial-Up und AOL-CDs an

Nach 34 Jahren stellt AOL seinen Einwahl-Internetdienst (Dial-Up) endgültig ein. Am 30. September 2025 endet eine Ära, die Millionen Menschen erstmals den Weg ins Internet ebnete. Nur noch wenige tausend Nutzer sind betroffen - und die legendären AOL-CDs.
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Ende einer Internetlegende

AOL beendet am 30. September 2025 seinen Einwahl-Internetdienst nach 34 Jahren. Damit schließt sich ein weiteres Kapitel der frühen Internetgeschichte. Die Zahl der Nutzer ist von 1,5 Millionen im Jahr 2015 auf nur noch wenige Tausend im Jahr 2021 gesunken.

Das Unternehmen, das 1991 als America Online startete, prägte maßgeblich die erste Welle der weltweiten Internetnutzung. In den 1990er Jahren war AOL praktisch synonym mit dem Internet für Millionen von Nutzern. Der cha­rak­te­ris­ti­sche Begrüßungston "You've got mail!" (dt. Sie haben Post) wurde zu einem kulturellen Phänomen und inspirierte sogar einen gleichnamigen Hollywood-Film mit Tom Hanks und Meg Ryan. Infografik Breitband: Deutschland macht Fortschritte beim schnellen InternetBreitband: Deutschland macht Fortschritte beim schnellen Internet

Abschied von AOL-CDs und Dialer-Software

Mit der Einstellung verschwinden auch die legendären AOL-CDs endgültig. Diese silbernen Scheiben wurden in den 1990er und frühen 2000er Jahren massenhaft verteilt - schätzungsweise über eine Milliarde Stück. Sie landeten in Briefkästen, wurden in Zeitschriften beigelegt und an Supermarktkassen verteilt. Kunden konnten bis zuletzt unter der Nummer 1-888-265-5555 CDs bestellen, um den 10- bis 15-minütigen Download über die Einwahlverbindung (DFÜ) zu vermeiden.

Gleichzeitig werden die AOL Dialer-Software und der AOL Shield Browser ein­ge­stellt, die für ältere Betriebssysteme und Einwahlverbindungen optimiert wurden. Der AOL Dialer war nur 2,1 Megabyte groß - zu groß für eine Diskette, weshalb eine CD nötig war. Diese Relikte einer vergangenen Zeit wirken heute überholt, da CD-Laufwerke selbst in Desktop-Computern selten geworden sind. Infografik: Für viele Menschen ist das Internet mittlerweile unverzichtbarFür viele Menschen ist das Internet mittlerweile unverzichtbar

Warum Einwahl-Internet überlebte

Etwa 265.000 Amerikaner nutzen noch ausschließlich Einwahl-Internet. Besonders betroffen sind ländliche Gebiete, wo 22,3 Prozent der Bewohner keinen Zugang zu Breitband haben (via PCGamer), verglichen mit nur 1,5 Prozent in städtischen Gebieten. Für einkommensschwache Familien oder Bewohner abgelegener Regionen war Einwahl oft die einzige oder günstigste Option für Internetzugang.

Die Geschwindigkeiten sind dabei extrem langsam: Selbst unter idealen Bedingungen erreichten Einwahlverbindungen typischerweise 56 Kilobit pro Sekunde, während moderne Glasfaseranschlüsse mehrere hundert Megabit pro Sekunde bieten. Das bedeutet, dass der Download einer einzigen hochauflösenden Fotografie über Einwahl mehrere Minuten dauern kann.

Was haltet ihr von diesem Ende einer Internetära? Habt ihr selbst noch Erinnerungen an die Zeit der AOL-CDs und Modem-Geräusche? Teilt eure Erfahrungen mit uns in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • AOL beendet Einwahl-Internetdienst nach 34 Jahren am 30. September 2025
  • Nutzerzahl sank von 1,5 Millionen im Jahr 2015 auf wenige tausend
  • AOL prägte frühe Internetnutzung mit 'You've got mail!'
  • Über eine Milliarde AOL-CDs wurden weltweit verteilt
  • AOL Dialer und Shield Browser werden ebenfalls eingestellt
  • 265000 Amerikaner nutzen noch ausschließlich Einwahl-Internet
  • Einwahlverbindungen erreichten nur 56 Kilobit pro Sekunde

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