Russland verbietet jetzt sogar Ookla Speedtest wegen 'Sicherheitsgefahr'

Die russische Kommunikationsaufsicht Roskomnadsor hat heute ein Verbot des von der US-Firma Ookla betriebenen Dienstes Speedtest verkündigt. Als Grund dafür nennt eine Gefährdung der Sicherheit des Internets in Russland.
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Speedtest / WinFuture

Speedtest soll "russisches Segment des Internets" bedrohen

Roskomnadsor, die für die Regulierung des Telekommunikationsmarktes in Russland zuständige staatliche Behörde, hat eine Sperrung von Speedtest vorgenommen. Mit dem auch hierzulande bekannten Dienst können Internetnutzer normalerweise über mobile und festinstallierte Zugänge die Übertragungsrate ihrer Verbindung ermitteln lassen.

Die Behörde begründete ihre Entscheidung für eine Sperrung von Speedtest.net in Russland damit, dass es angeblich eine nachweisbare Bedrohung für die Betriebssicherheit der öffentlichen Kommunikationsnetze und das "russische Segment des Internets" durch Speedtest gibt. Wie genau diese angebliche Bedrohung aussehen soll, verriet Roskomnadsor nicht.

Russen sollen lieber russische Dienste nutzen

Als Alternative zu Speedtest und seinen Apps empfiehlt die russische Behörde die "Verwendung vertrauenswürdiger Dienste aus Russland" und nannte konkret die Software ProSet bzw. deren englischsprachige Variante ProNet, die ebenfalls die Möglichkeit zur Ermittlung von Übertragungsraten und Signalstärken bietet.

Die Website Speedtest.net und die dazugehörigen Apps werden von der US-Firma Ookla betrieben, die ihren Hauptsitz in Microsofts Heimatstadt Seattle hat. Ookla hatte Speedtest.net, das bereits seit 2000 die Möglichkeit für die Ermittlung der Übertragungsrate von Internetverbindungen bietet, im Jahr 2006 übernommen. Seit 2014 gehört Ookla zu dem US-Medienunternehmen Ziff Davis, das eine Vielzahl von Online-Portalen zu Technikthemen betreibt.

Die Sperrung von Speedtest dürfte nur ein kleiner weiterer Schritt zu einem Ausbau der staatlichen Kontrolle über das Internet in Russland sein. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der damit verbundenen Sanktionen versucht das Putin-Regime immer stärker zu kontrollieren, welche Dienste und Websites die Bürger Russlands nutzen können.

Mit neuen Gesetzen und Regelungen wurden die rechtlichen Möglichkeiten zu Sperrungen und der Drosselung von "unerwünschten" Websites und Inhalten stark ausgebaut. Unter anderem drosseln die russischen Behörden die Übertragungsraten von Diensten wie YouTube. Außerdem wurde die Verwendung von VPN-Diensten eingeschränkt und neue Strafen eingeführt, die russischen Bürgern drohen, wenn sie online nach Inhalten suchen, die die Regierung in Moskau als "extremistisch" einstuft.

Zusammenfassung
  • Russische Kommunikationsaufsicht Roskomnadsor verbietet Speedtest-Dienst
  • Begründung: Angebliche Gefahr für die Sicherheit des russischen Internets
  • Als Alternative werden russische Dienste wie ProSet und ProNet empfohlen
  • Speedtest-Betreiber Ookla hat seinen Hauptsitz in Seattle und gehört zu Ziff Davis
  • Das Verbot ist Teil verstärkter staatlicher Kontrolle des Internets in Russland
  • Seit dem Ukrainekrieg werden ausländische Internetdienste zunehmend eingeschränkt
  • Neben Sperrungen werden auch Drosselungen und VPN-Verbote durchgesetzt

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