Neue Browser-Wars: Opera zieht gegen Microsoft ins Gefecht

Die Browser-Wars scheinen nie zu Ende gewesen zu sein - es gab lediglich Phasen der Ruhe. Jetzt aber geht es wieder los: Der norwegische Hersteller Opera zieht gegen Microsoft vor Gericht - es geht wieder um die Bevorzugung des hauseigenen Browsers.
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Bevorzugung von Edge

Microsoft soll Windows und andere Produkte so gestaltet haben, dass die Nutzer immer wieder dazu gedrängt werden, den Edge-Browser zu nutzen. Die Maßnahmen seien gezielt manipulierend und benachteiligten andere Anbieter massiv, so Opera in einer Wettbewerbsklage, die nach Angaben des Unternehmens jetzt bei der brasilianischen Kartellbehörde eingereicht wurde.

Dies ähnelt einer Auseinandersetzung, wie sie vor Jahren bereits um die Internet Explorer-Integration in Windows geführt wurde - und die Microsoft klar verlor. "Microsoft behindert den fairen Wettbewerb bei Browsern auf Windows an jeder erdenklichen Stelle", erklärte Aaron McParlan, Chefjustiziar bei Opera. Er kritisiert unter anderem, dass Drittanbieter kaum Möglichkeiten haben, ihre Produkte bereits bei der Installation von Windows zu platzieren. Zudem erschwere Microsoft den Download und die Nutzung alternativer Browser durch irreführende Hinweise und aufdringliche Pop-ups.


In der Beschwerde führt Opera mehrere Beispiele auf, in denen Microsoft die eigene Software in den Vordergrund schiebt - unabhängig von den Einstellungen der Nutzer: So würden etwa Links aus Outlook oder Microsoft Teams sowie Inhalte aus Windows-Funktionen wie Suche oder Widgets stets in Edge geöffnet - selbst wenn ein anderer Browser als Standard festgelegt sei.

Die Klage wurde in Brasilien eingereicht, einem der wichtigsten Märkte für Opera. Dort zählt der Browser zu den drei meistgenutzten Anwendungen in seinem Segment. McParlan betont, dass Brasilien mit dieser Beschwerde eine Führungsrolle im globalen Kampf für fairen Wettbewerb im Internet einnehmen könne.

Regulierung gefordert

Opera fordert unter anderem, dass PC-Hersteller wieder die Möglichkeit erhalten, alternative Browser vorzuinstallieren, dass Microsoft keine Anreize mehr an sogenannte "S-Modus"-Geräte knüpft und dass irreführende Design-Tricks (Dark Patterns) verboten werden, die Nutzer zu von Edge drängen.

Die aktuelle Beschwerde ist Teil einer globalen Strategie Operas, Microsofts Praktiken rund um Edge unter regulatorischen Druck zu setzen. Schon 2023 hatte Opera gegen eine Entscheidung der EU-Kommission geklagt, Microsoft Edge nicht als sogenannte Gatekeeper-Plattform im Sinne des Digital Markets Act einzustufen. Diese Einstufung hätte strengere Auflagen nach sich gezogen.

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Zusammenfassung
  • Opera reicht Wettbewerbsklage gegen Microsoft bei brasilianischer Behörde ein
  • Microsoft wird vorgeworfen, den Edge-Browser auf unfaire Weise zu bevorzugen
  • Links aus Microsoft-Produkten öffnen sich in Edge trotz anderer Browsereinstellung
  • Opera fordert die Möglichkeit für PC-Hersteller, alternative Browser vorinstallieren zu können
  • Die Klage ist Teil einer globalen Strategie gegen Microsofts Marktpraktiken
  • Ähnliche Auseinandersetzungen gab es bereits früher um den Internet Explorer

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